International
Iran

Samira Sabzian: Iran vollstreckt umstrittenes Todesurteil

Sabzian tötete ihren Ehemann – jetzt vollstreckte Iran das umstrittene Todesurteil

20.12.2023, 10:2020.12.2023, 10:20
Samira Sabzian auf einer undatierten Aufnahme.
Samira Sabzian auf einer undatierten Aufnahme.Bild: twitter / masih alinejad

Irans Justiz hat nach Erkenntnissen von Aktivisten ein umstrittenes Todesurteil gegen eine Frau vollstreckt. Samira Sabzian sei in den frühen Morgenstunden exekutiert worden, berichtete die in Norwegen ansässige Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights am Mittwoch.

Die Justiz hatte Sabzian nach Informationen von Menschenrechtlern vor gut zehn Jahren für den Mord an ihrem Ehemann schuldig gesprochen. Gemäss islamischer Rechtsauffassung konnte die Familie des Getöteten Vergeltung fordern. Irans Justiz machte zunächst keine Angaben zu der angeblichen Vollstreckung des Urteils.

Menschenrechtler hatten das Urteil scharf kritisiert und auch noch in den vergangenen Tagen versucht, Druck auszuüben, um die Vollstreckung zu stoppen. Sabzian soll laut der iranischen Nachrichtenagentur Rokna zum Zeitpunkt des Urteils 18 Jahre alt gewesen sein, ihre Kinder waren damals sieben und drei.

Menschenrechtsaktivisten kritisierten seit Jahrzehnten die Praxis der Todesstrafe im Iran. Ihren Erkenntnissen nach liess die Justiz der Islamischen Republik 2023 deutlich mehr Menschen hinrichten als in den Jahren zuvor. Offizielle Zahlen zu den Hinrichtungen gibt es nicht. Nach Einschätzung der in Norwegen ansässigen Menschenrechtsorganisation Hengaw von Ende November wurden in diesem Jahr bereits 700 Menschen exekutiert. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Ein Jahr Mars: Freiwillige beenden extremes Nasa-Experiment
Vier Menschen, 160 Quadratmeter Wohnumgebung wie auf dem Mars – und das gut ein Jahr lang: Nach 378 Tagen haben vier Freiwillige ein extremes Nasa-Experiment abgeschlossen, bei dem es um simuliertes Leben auf dem roten Planeten ging. Unter Applaus und Jubel verliessen die drei Männer und eine Frau das Testgelände in Houston im US-Bundesstaat Texas und beendeten damit die zweite Mission des «Chapea»-Programms, wie Live-Bilder der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigten.
Zur Story