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Pfister kritisiert USA und Iran und warnt vor Terrorgefahr für Schweiz

Bundesrat Pfister kritisiert USA und Iran – und warnt vor Terrorgefahr für die Schweiz

Verteidigungsminister Martin Pfister hat die kriegsführenden Staaten im Konflikt mit dem Iran kritisiert. Zudem warnt er vor den Folgen des Krieges für die Schweiz.
08.03.2026, 05:3208.03.2026, 05:33

«Die Amerikaner und Israel haben den Iran aus der Luft angegriffen. Sie haben damit, wie auch der Iran, das Völkerrecht verletzt», sagte er der «SonntagsZeitung».

Bundesrat Martin Pfister spricht waehrend einer Medienkonferenz zum Bundesbeschluss ueber die Finanzierung von Ruestungsausgaben der Armee durch eine Erhoehung der Mehrwertsteuer (Eroeffnung Vernehmla ...
Verteidigungsminister Martin Pfister.Bild: keystone

Weiter schloss Pfister nicht aus, dass auch Europa in den Krieg hineingezogen wird. Dabei beschränke sich die Gefahr nicht auf klassische militärische Austragung, sondern auf asymmetrischen Kriegsführung im Sinne von terroristischen Attacken.

«Es besteht die Gefahr, dass es in der Schweiz zu Terroranschlägen kommt. Zudem könnte der Krieg eine Flüchtlingswelle auslösen, die auch uns erreichen wird», sagte Pfister weiter im Interview. Dass die Schweiz direkt durch iranische Langstreckenraketen bedroht sei, glaube er zwar nicht. Kollateralschäden schliesse er jedoch nicht aus.

Pfister wolle deshalb Sicherheit umfassend betrachten und nicht nur militärisch. Neben der Armee spielten auch Polizei und Nachrichtendienst eine wichtige Rolle. «Ich glaube, dass die Bevölkerung verstehen wird, dass wir dafür mehr Mittel brauchen», sagte der Verteidigungsminister.

«Umdenken ist dringend notwendig»

Besorgniserregend seien insbesondere fehlende Systeme zur Kriegsabwehr.

«Für die Abwehr von Angriffen aus grosser Distanz haben wir momentan nichts.»

Gleichzeitig verwies Pfister darauf, dass bereits neue Strukturen geschaffen worden seien. Beim Bundesamt für Rüstung und in der Armee gebe es inzwischen ein Kompetenzzentrum für Drohnen und Robotik sowie eine Taskforce, die mit Wissenschaft und Unternehmen zusammenarbeite.

Dennoch sei die Bedrohungslage in den letzten Jahrzehnten unterschätzt worden. «Unsere perfektionierte Gesellschaft mit ihrem Wohlstand ist immer noch weit weg von den gegenwärtigen Konflikten», gab Pfister zu bedenken.

«Dieser Krieg, so schlimm er ist, könnte auch hierzulande ein Umdenken in Gang setzen, das dringend notwendig ist.»

(sda)

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123 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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mrmikech
08.03.2026 07:17registriert Juni 2016
Wir könnten uns so rasch wie möglich von fossilen Brennstoffen unabhängig machen, das würde schon zu unserer Sicherheit beitragen. Und wir sollten, zusammen mit der EU, der Ukraine helfen, um die russische Gefahr einzudämmen. Die USA wird uns dabei wohl bald nicht mehr helfen...
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Gina3
08.03.2026 07:23registriert September 2023
Vielleicht sollte sich die kleine Schweiz vom mutigen Spanien und seinem Volk inspirieren lassen: Im Februar ergab eine Umfrage des offiziellen Instituts CIS, dass fast 80 % der Befragten den Präsidenten der Vereinigten Staaten als „Gefahr für den Weltfrieden” betrachten.
Trump und seine Getreuen SIND eine enorme Gefahr für die Demokratie!
Er will sie genauso wenig wie sein Freund- Feind Putin. Oder Netanjahu. Ohne Krieg würden sie nicht mehr existieren.
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N. Y. P.
08.03.2026 07:06registriert August 2018
Dass die Schweiz direkt durch iranische Langstreckenraketen bedroht sei, glaube er zwar nicht.
BR Martin Pfister

Nun denn, wenn der Iran sich entschliesst ein paar balistische Raketen auf Städte in Europa zu schiessen, wird die NATO ihre Städte zu schützen wissen.

Frage: die NATO wird schnell feststellen, wohin die Raketen fliegen. Was passiert, wenn die NATO feststellt, dass zwei von 26 Raketen in die Schweiz fliegen?

a.) durchlassen

b.) Kostenvorschlag für Abschuss unterbreiten

c.) Besorgnis mitteilen.

Eines ist klar, BR Pfister sagt, wir können balistische Raketen nicht abwehren.
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