DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Iranische Demonstranten vor der saudi-arabischen Botschaft in Teheran.<br data-editable="remove">
Iranische Demonstranten vor der saudi-arabischen Botschaft in Teheran.
Bild: TIMA/REUTERS

Saudi-Arabien bricht diplomatische Beziehungen zu Iran ab

Nach der Erstürmung der saudi-arabischen Botschaft in Teheran kündigt Riad die diplomatischen Beziehungen zu Iran auf. Hintergrund ist die Exekution des prominenten schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr durch Saudi-Arabien.
03.01.2016, 21:2206.01.2016, 08:22

Saudi-Arabien kappt die diplomatischen Beziehungen zum schiitischen Erzrivalen Iran. Das gab der saudi-arabische Aussenminister Adel al-Dschubeir am Sonntagabend bekannt. Anlass sei die Erstürmung der saudi-arabischen Botschaft in Teheran am Vortag.

Die diplomatische Vertretung des Iran und iranische Einrichtungen seien aufgefordert worden, Saudi-Arabien innerhalb von 48 Stunden zu verlassen, teilte Aussenminister Adel al-Dschubeir in Riad mit. Das Königreich werde es dem Iran nicht erlauben, seine Sicherheit zu untergraben.

Den Spass mit deinen Freunden teilen?
Zeig ihnen die watson-App.
Mit Whatsapp empfehlen

Zuvor hatte der Iran scharf protestiert gegen die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr durch Saudi-Arabien.

Diplomatische Beziehungen beendet: Saudi-Arabiens Aussenminister Adel al-Dschubeir.&nbsp;<br data-editable="remove">
Diplomatische Beziehungen beendet: Saudi-Arabiens Aussenminister Adel al-Dschubeir. 
Bild: JACKY NAEGELEN/REUTERS

Al-Nimr, der lange Zeit in Iran gelebt und in Saudi-Arabien die Unterdrückung der schiitischen Minderheit angeprangert hatte, wurde am Samstag mit 46 weiteren Menschen wegen Terrorismusvorwürfen exekutiert. Die Todesurteile wurden durch Enthauptungen oder Erschiessungen vollstreckt. Daraufhin flammten Proteste unter Schiiten in anderen Ländern auf: Im Irak gingen in der Provinz Al-Wasit Hunderte auf die Strasse und forderten die Schliessung der saudischen Botschaft in Bagdad.

Porträt des hingerichteten schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr bei einer Demonstration in Bahrain.<br data-editable="remove">
Porträt des hingerichteten schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr bei einer Demonstration in Bahrain.
Bild: Hasan Jamali/AP/KEYSTONE

Auch in Bahrain und dem indischen Teil Kaschmirs demonstrierten insgesamt Tausende gegen die Hinrichtung von Al-Nimr. Nach der Hinrichtung von al-Nimr hatte Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei das Königreich vor der «Rache Gottes» gewarnt. «Das zu Unrecht vergossene Blut dieses Märtyrers wird sehr bald Konsequenzen haben und die Hand Gottes wird Rache an der saudi-arabischen Führung nehmen», sagte Khamenei am Sonntag vor Geistlichen in Teheran. Die einflussreichen iranischen Revolutionsgarden kündigten dem Königshaus eine «scharfe Vergeltung» an. In Teheran stürmten aufgebrachte Demonstranten in der Nacht zum Sonntag die saudi-arabische Botschaft.

Warnte Saudi-Arabien vor der «Rache Gottes»: Irans oberster Religionsführer Ayatollah Ali Khamenei.<br data-editable="remove">
Warnte Saudi-Arabien vor der «Rache Gottes»: Irans oberster Religionsführer Ayatollah Ali Khamenei.
Bild: AP/Office of the Iranian Supreme Leader

Proteste in Teheran – Iraner greifen saudische Botschaft an

1 / 11
Proteste in Teheran – Iraner greifen saudische Botschaft an
quelle: x03646 / tima agency
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Saudi-Arabien sah es als erwiesen an, dass Al-Nimr hinter Anschlägen in dem Land stand. Für den Iran war der entschiedene Kritiker der Führung in Riad ein wichtiger Verfechter der Rechte der schiitischen Minderheit.

Isoliert sich international immer mehr: Saudi-Arabiens Machthaber König Salman.<br data-editable="remove">
Isoliert sich international immer mehr: Saudi-Arabiens Machthaber König Salman.
Bild: HANDOUT/REUTERS

Saudi-Arabien und der Iran ringen um die Vormachtstellung in der Region. Während sich das Königreich als Schutzmacht der Sunniten sieht, betrachtet sich der Iran als Interessenvertreter der Schiiten.(wst/sda/spon)

Mehr Informationen folgen in Kürze

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Biden schlägt einen Graben durch Europa – Frankreich ist ausser sich

Die USA, Australien und Grossbritannien schliessen einen Pazifik-Pakt gegen China. Die Kontinentaleuropäer bleiben aussen vor, Frankreich fühlt sich «verraten».

Die angelsächsische, von den USA angeführte Front gegen China nimmt Form an. Der amerikanische Präsident Joe Biden, der britische Premierminister Boris Johnson und sein australischer Amtskollege Scott Morrison haben per Videokonferenz einen «indopazifischen Sicherheitspakt» geschlossen. Er beinhaltet unter anderem eine milliardenschwere Produktion von atomaren Unterseebooten.

Ziel ist es laut Biden, «im Indopazifik langfristig Frieden und Stabilität zu sichern». Während US-Republikaner darin …

Artikel lesen
Link zum Artikel