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Iranian protesters chant slogans as they hold pictures of Shi'ite cleric Sheikh Nimr al-Nimr during a demonstration against the execution of Nimr in Saudi Arabia, outside the Saudi Arabian Embassy in Tehran January, 3, 2016. REUTERS/Raheb Homavandi/TIMA  ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. FOR EDITORIAL USE ONLY.

Iranische Demonstranten vor der saudi-arabischen Botschaft in Teheran.
Bild: TIMA/REUTERS

Saudi-Arabien bricht diplomatische Beziehungen zu Iran ab

Nach der Erstürmung der saudi-arabischen Botschaft in Teheran kündigt Riad die diplomatischen Beziehungen zu Iran auf. Hintergrund ist die Exekution des prominenten schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr durch Saudi-Arabien.



Saudi-Arabien kappt die diplomatischen Beziehungen zum schiitischen Erzrivalen Iran. Das gab der saudi-arabische Aussenminister Adel al-Dschubeir am Sonntagabend bekannt. Anlass sei die Erstürmung der saudi-arabischen Botschaft in Teheran am Vortag.

Die diplomatische Vertretung des Iran und iranische Einrichtungen seien aufgefordert worden, Saudi-Arabien innerhalb von 48 Stunden zu verlassen, teilte Aussenminister Adel al-Dschubeir in Riad mit. Das Königreich werde es dem Iran nicht erlauben, seine Sicherheit zu untergraben.

Zuvor hatte der Iran scharf protestiert gegen die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr durch Saudi-Arabien.

Saudi Arabia's Foreign Minister Adel Al-Jubeir attends a news conference at a hotel in Paris, France, December 15, 2015, where he said their Islamic anti-terror alliance will share information and train, equip and provide forces if necessary for the fight against Islamic State.  REUTERS/Jacky Naegelen

Diplomatische Beziehungen beendet: Saudi-Arabiens Aussenminister Adel al-Dschubeir. 
Bild: JACKY NAEGELEN/REUTERS

Al-Nimr, der lange Zeit in Iran gelebt und in Saudi-Arabien die Unterdrückung der schiitischen Minderheit angeprangert hatte, wurde am Samstag mit 46 weiteren Menschen wegen Terrorismusvorwürfen exekutiert. Die Todesurteile wurden durch Enthauptungen oder Erschiessungen vollstreckt. Daraufhin flammten Proteste unter Schiiten in anderen Ländern auf: Im Irak gingen in der Provinz Al-Wasit Hunderte auf die Strasse und forderten die Schliessung der saudischen Botschaft in Bagdad.

A Bahraini protester holds a picture of Saudi Shiite cleric Sheikh Nimr al-Nimr during a rally denouncing the execution of Shiite cleric Sheikh Nimr al-Nimr by Saudi Arabia, Sunday, Jan. 3, 2016, in Daih, Bahrain. Saudi Arabia announced the execution of al-Nimr on Saturday along with 46 others. Al-Nimr was a central figure in protests by Saudi Arabia's Shiite minority until his arrest in 2012, and his execution drew condemnation from Shiites across the region. (AP Photo/Hasan Jamali)

Porträt des hingerichteten schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr bei einer Demonstration in Bahrain.
Bild: Hasan Jamali/AP/KEYSTONE

Auch in Bahrain und dem indischen Teil Kaschmirs demonstrierten insgesamt Tausende gegen die Hinrichtung von Al-Nimr. Nach der Hinrichtung von al-Nimr hatte Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei das Königreich vor der «Rache Gottes» gewarnt. «Das zu Unrecht vergossene Blut dieses Märtyrers wird sehr bald Konsequenzen haben und die Hand Gottes wird Rache an der saudi-arabischen Führung nehmen», sagte Khamenei am Sonntag vor Geistlichen in Teheran. Die einflussreichen iranischen Revolutionsgarden kündigten dem Königshaus eine «scharfe Vergeltung» an. In Teheran stürmten aufgebrachte Demonstranten in der Nacht zum Sonntag die saudi-arabische Botschaft.

FILE - In this  Sunday, Nov. 1, 2015 file picture released by the office of Iranian supreme leader, Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei speaks in a meeting with Foreign Minister Mohammad Javad Zarif and the country's diplomats in Tehran. Iran's supreme leader says the slogan

Warnte Saudi-Arabien vor der «Rache Gottes»: Irans oberster Religionsführer Ayatollah Ali Khamenei.
Bild: AP/Office of the Iranian Supreme Leader

Proteste in Teheran – Iraner greifen saudische Botschaft an

Saudi-Arabien sah es als erwiesen an, dass Al-Nimr hinter Anschlägen in dem Land stand. Für den Iran war der entschiedene Kritiker der Führung in Riad ein wichtiger Verfechter der Rechte der schiitischen Minderheit.

Saudi Arabia's King Salman attends a session of Saudi Shura Council in Riyadh, December 23, 2015. REUTERS/Bandar al-Jaloud/Saudi Royal Court/Handout ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. NO SALES.

Isoliert sich international immer mehr: Saudi-Arabiens Machthaber König Salman.
Bild: HANDOUT/REUTERS

Saudi-Arabien und der Iran ringen um die Vormachtstellung in der Region. Während sich das Königreich als Schutzmacht der Sunniten sieht, betrachtet sich der Iran als Interessenvertreter der Schiiten.(wst/sda/spon)

Mehr Informationen folgen in Kürze

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Beobachter24 03.01.2016 22:38
    Highlight Highlight Die Bildunterschrift ...
    >>Isoliert sich international immer mehr: Saudi-Arabiens Machthaber König Salman.<<
    ... scheint mir falsch, zumindest irreführend.
    Die ohnehin schon gestörten diplomatischen Beziehungen zwischen Saudi Arabien und Iran haben sich nochmals verschlechtert.
    Jedoch sind die für Saudi Arabien wichtigen Beziehungen etwa zu den USA sehr intakt, seit Dekaden.

    Nicht Saudia-Arabien wird isoliert. Im Moment wird gerade der Druck auf den Iran erhöht.
  • Alnothur 03.01.2016 22:37
    Highlight Highlight Die Botschaft wurde allerdings von Mitgliedern einer Regierungsorganisation gestürmt.
    • Alnothur 04.01.2016 01:52
      Highlight Highlight Danke für die hübschen Blitze... ihr könnt euch aber gerne mal über die Basij informieren.
  • laska 03.01.2016 22:30
    Highlight Highlight Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit dem Iran erfolgte mit Sicherheit nicht ohne vorherige Rücksprache mit dem engen Freund USA. Das Ganze wird den USA wieder Munition für Iran-Sanktionen liefern. So können sie die Scheichs wieder etwas beschwichtigen
  • Rodolfo 03.01.2016 22:01
    Highlight Highlight Und was macht die Schweiz? Vorläufig mal stillhalten, wir sind ja neutral. Hat denn von unseren Bundesräten, z.B.der Aussenminister, niemand den Mut zu einer Stellungsnahme?
    Es könnten ja einige Bankkunden abspringen, oder sind Waffengeschäfte mit Saudi Arabien in Gefahr? Zum Kotzen!
    • NWO Schwanzus Longus 03.01.2016 22:14
      Highlight Highlight Die Schweiz sollte sich da raushalten. Wir sind Neutral.
    • Typu 03.01.2016 22:27
      Highlight Highlight Was bitteschön haben wir zum jetzigen zeitpunkt schon zu sagen?? Hab ich was verpasst?
    • Matthiah Süppi 03.01.2016 22:40
      Highlight Highlight Das wärs ja noch, wenn sich die Schweiz da voreilig äussern würde.
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