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Iran

Strasse von Hormus: Revolutionsgarden sammeln Maut mit Schnellbooten

In this Sunday, July 21, 2019 photo, an aerial view shows a speedboat of Iran's Revolutionary Guard moving around the British-flagged oil tanker Stena Impero which was seized in the Strait of Hor ...
Ein Schnellboot der iranischen Revolutionsgarden umkreist einen Öltanker in der Strasse von Hormus.Bild: AP

Strasse von Hormus: Irans Revolutionsgarden sammeln Maut mit Schnellbooten

Auch nach der Vereinbarung der Waffenruhe kontrolliert der Iran die Strasse von Hormus. Das Regime hat einen Weg entwickelt, um Mautgebühren zu erheben.
10.04.2026, 17:5610.04.2026, 18:47
Ein Artikel von
t-online

Die iranischen Revolutionsgarden haben in der Strasse von Hormus eine Mautkontrolle eingerichet. Wie die «Wirtschaftswoche» berichtet, zeigen neue Satellitenbilder, wie diese Kontrolle vor Ort praktisch durchgesetzt wird.

Demnach beginnt das Verfahren direkt in der Meerenge. Schnellboote patrouillieren im internationalen Teil der Durchfahrt und verhindern offenbar, dass Frachter und Tanker ohne Freigabe weiterfahren. Die Strasse von Hormus ist zwischen Iran und Oman nur 34 Kilometer breit. Ein unbemerktes Passieren grosser Schiffe ist deshalb praktisch ausgeschlossen.

Danach folgt offenbar die Kontrolle einzelner Schiffe. Weitere Schnellboote fangen Frachter ab und gleichen mutmasslich die Angaben zu Ladung, Route und Schiff mit den vorab übermittelten Informationen ab. Die Passage wird damit nicht nur verwaltungstechnisch geregelt, sondern direkt auf dem Wasser überwacht.

Trump pocht auf freie Durchfahrt

Ein zentraler Schritt ist die vorherige Genehmigung. Reedereien müssen laut Bericht vor der Durchfahrt einen offiziellen Antrag im Iran stellen und dafür unter anderem Angaben zu Eigentum, Management, Finanzierung, Versicherung, Handelshistorie und Charterverträgen vorlegen. Erst danach wird demnach eine vorläufige Freigabe erteilt.

Zu diesem System gehört auch die Gebühr selbst. Die Höhe der Maut soll von Schiffstyp, Ladung und weiteren Faktoren abhängen. Laut Bericht können pro Transit bis zu zwei Millionen Dollar fällig werden. Bezahlt werden soll in chinesischen Yuan oder in Kryptowährung.

Schiffe mit Genehmigung werden anschliessend über eine festgelegte Route zwischen den Inseln Larak und Qeschm geleitet und teils von Schnellbooten begleitet. Entlang dieser Passage sind weitere Kontrollen möglich; in einzelnen Fällen sollen auch Inspektionen an Bord angeordnet werden. Die Mautkontrolle endet damit nicht an einem Punkt, sondern zieht sich über mehrere Stufen der Durchfahrt.

Parallel dazu bleibt die politische Lage angespannt. Zwar haben sich die USA und der Iran auf eine Waffenruhe verständigt, doch diese gilt als fragil. US-Präsident Donald Trump äusserte zuletzt deutlichen Unmut darüber, dass trotz der Vereinbarung kaum mehr Schiffe die Passage nutzen. «Das ist nicht die Vereinbarung, die wir haben», schrieb er. Während Teheran die Gebühren offenbar als Teil künftiger Absprachen betrachtet, pochen westliche Staaten weiter auf eine freie Durchfahrt.

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Die beliebtesten Kommentare
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Jürg Aeschbach
10.04.2026 18:08registriert Mai 2018
Trump der grösste dümmste Amerikanische Präsident und Dealmaker aller Zeiten!
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Macca_the_Alpacca
10.04.2026 18:49registriert Oktober 2021
Wir sollten die Maut den USA als Strafzölle verrechnen. Schliesslich haben die das verursacht.
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Maurmer
10.04.2026 18:09registriert Juni 2021
in Yuan oder Krypto...

Donald Dumb hat das Ende des Petro-Dollars definitiv eingeleitet. Der Hegemon wankt und schwankt. Wie lang wird es dauern bis er fällt?
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