Pakistan: Weshalb eine Kriegspartei nun Frieden stiften soll
Was ist passiert?
Am Sonntag gab Pakistans Aussenminister Ishaq Dar bekannt, dass es bald Gespräche zwischen den USA und dem Iran ausrichten wird. Zuvor tauschte sich Dar mit den Aussenministern von Ägypten, der Türkei und Saudi-Arabien über mögliche Wege aus, den Krieg in der Golfregion nachhaltig zu beenden.
Weder die USA noch Iran haben die Aufnahme von Verhandlungen durch Pakistan bestätigt. Beide haben jedoch eine Art von Forderungen veröffentlicht. Ebenfalls unklar ist, ob die Gespräche direkt oder indirekt stattfinden würden. Für Pakistan wäre ein Gelingen von Mediationsgesprächen ein diplomatischer Coup.
Laut Dar werden Pakistans Bemühungen von zahlreichen Ländern und Organisationen unterstützt. Nicht nur Ägypten, Türkei und Saudi-Arabien, sondern auch China sowie die UN hätten dem pakistanischen Aussenminister ihren Zuspruch ausgedrückt.
Am Dienstag reist Aussenminister Dar zu einem Treffen mit dem chinesischen Aussenminister Wang Yi nach Peking, wobei sie unter anderem über eine mögliche Beendigung des Irankriegs diskutieren werden.
Pakistans Aussenminister zu möglichen Verhandlungsgesprächen im Irankrieg
Warum Pakistan?
Pakistan pflegt zu den beiden Konfliktparteien eine gute Beziehung. Gleichzeitig ergreift Pakistan in diesem Konflikt keine Partei. Mit dem Iran teilt Pakistan eine 900 Kilometer lange Grenze. Auch verfügen die USA über keinen Militärstützpunkt in Pakistan. Das Land wirke gegen aussen weder pro-israelisch noch pro-amerikanisch, erklärt Farhan Siddiqi, Professor für Politikwissenschaften am Institute of Business Administration, Karatschi der BBC.
Gleichzeitig führte Pakistan seit Trumps Amtsbeginn eine diplomatische Charmeoffensive. So nominierte Pakistan Trump für den Friedensnobelpreis aufgrund seiner Leistungen in der Beilegung des Konflikts zwischen Indien und Pakistan 2025. Gemäss Maren Peters, Südasien-Korrespondentin des SRF im «Echo der Zeit», bestehe auch eine gute persönliche Beziehung zwischen US-Präsident Trump und Pakistans oberstem Befehlshaber General Munir.
Weshalb bemüht sich Pakistan um Frieden in Nahost?
Der Irankrieg hat negative Folgen für die ganze Weltwirtschaft. Laut Maren Peters leidet Pakistan, wie viele andere Länder in Südostasien, unter den Folgen des Irankriegs. Die Preise steigen, wodurch laut Peters das Vertrauen in die Regierung sinke. In vielen Golfstaaten leben pakistanische Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten, welche durch Geldsendungen an Familie und Bekannte die pakistanische Wirtschaft mittragen würden. Diese Zahlungen seien durch den Krieg stark eingebrochen. Nebst den wirtschaftlichen Schäden befürchte Pakistan, durch sein Militärbündnis mit Saudi-Arabien in den Krieg hineingezogen zu werden, während es bereits einen Krieg mit Afghanistan führt.
