«Dummheit kennt keine Grenzen»: Russische Flugabwehr schiesst Hobby-Piloten bei Moskau ab
Ein russischer Hobbypilot und sein Passagier sind einem Bericht zufolge zu Opfern der russischen Flugabwehr geworden. Pawel Koschkin und sein Fluggast waren am Freitag südöstlich von Moskau mit einer einmotorigen Maschine in der Luft, als sie mutmasslich von der Rakete eines russischen Flugabwehrsystems getroffen wurden, wie das unabhängige russische Portal «Mediazona» berichtet.
Demnach führte ihre Flugroute die beiden über eine Produktionsstätte für Iskander-Raketen, mit denen Russland immer wieder die Ukraine angreift. Die Waffenfabrik liegt daher auch im Visier der ukrainischen Streitkräfte. In der Nacht vor dem Zwischenfall soll die Anlage von ukrainischen Drohnen angegriffen worden sein. Manche ukrainische Drohnen ähneln Kleinflugzeugen stark. Die russischen Flugabwehrsoldaten könnten Koschkins Maschine also mit einer feindlichen Drohne verwechselt haben.
«Die Dummheit der Soldaten kennt keine Grenzen»
Koschkin war unter Hobbypiloten kein Unbekannter. Der 39-Jährige betrieb Kanäle auf YouTube und Instagram und berichtete in vielen Videos von seiner Leidenschaft für die Fliegerei. Dem Bericht zufolge hinterlässt Koschkin seine schwangere Frau und ein zwei Jahre altes Kind.
Die russischen Behörden haben bislang nur bestätigt, dass es einen Flugzeugabsturz mit zwei Toten gab. Zur Identität der Opfer und zur Ursache des Unglücks gibt es keine offiziellen Angaben. Der in Frankreich lebende Flugverkehrsblogger Igor Wolkow sagte dem polnischen Sender TVP zufolge, Koschkin habe sich stets an alle Flugregeln gehalten. «Die Dummheit der Soldaten kennt keine Grenzen», zitiert TVP Wolkow.
Verwendete Quellen:
- zona.media: Der Luftfahrtblogger Pavel Koshkin starb in Kolomna (russisch)
- tvpworld.com: Russian influencer killed after air defenses mistook his plane for Ukrainian drone (englisch)

