Darum soll Pete Hegseth bereits mögliche Nachfolger entlassen
Der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth soll aus «Paranoia» darüber, dass Heeresminister Dan Driscoll ihm den Posten streitig machen könnte, die Entlassung des ranghöchsten Generals der US-Armee vorangetrieben haben. Das berichteten aktuelle und ehemalige Regierungsbeamte der «New York Post». Gleichzeitig zeichnet sich bereits ein möglicher Nachfolger für Driscoll ab, falls dieser selbst entlassen werden sollte.
Hegseth forderte am Donnerstag überraschend den Rücktritt von Generalstabschef Randy George, dem wichtigsten militärischen Berater Driscolls – und das mitten im Iran-Krieg. Offizielle Gründe wurden nicht genannt. «Das Ganze wird von der Unsicherheit und Paranoia getrieben, die Pete seit ‚Signalgate‘ entwickelt hat», sagte ein Insider der «New York Post». Gemeint ist der Vorfall aus dem März 2025, bei dem Hegseth versehentlich einen Journalisten in einen Gruppenchat mit hochrangigen Sicherheitsbeamten aufgenommen hatte.
Ein weiterer möglicher Grund für die Entlassung Georges könnte sein, dass dieser die Blockade des Verteidigungsministers zur Beförderung einiger schwarzer und weiblicher Offiziere im US-Militär kritisiert hatte, wie NBC News zuvor berichtete.
Machtkampf im Pentagon
Der Verteidigungsminister fürchte selbst um seinen Job und wisse, dass Driscoll als einer der aussichtsreichsten Nachfolger gehandelt werde. Deshalb gehe er gezielt gegen Personen vor, die er Driscoll zuordnet. Es wurden in diesem Kontext noch zwei weitere Generäle entlassen: David Hodne sowie William Green. Das Verteidigungsministerium erklärte lediglich, es sei «Zeit für einen Führungswechsel».
«Zwischen Hegseth und Driscoll gibt es einen massiven Konflikt», sagte eine Quelle aus dem Umfeld der Trump-Regierung zur «New York Post». Das Weisse Haus habe dem Verteidigungsminister jedoch klargemacht, «dass er Driscoll zumindest vorerst nicht feuern kann.»
Driscoll gilt als enger Vertrauter von Vizepräsident JD Vance. Beide studierten gemeinsam an der Yale Law School, nachdem sie im Irak-Krieg gedient hatten. Bereits im vergangenen Sommer wurde Driscoll als möglicher Nachfolger Hegseths gehandelt. Besonders misstrauisch wurde Hegseth offenbar, als Driscoll im Herbst eine Rolle bei Verhandlungen zum Ukraine-Krieg übernahm. Hinter den Kulissen habe Hegseth versucht, Driscoll zu isolieren und kaltzustellen. «Er will ihn feuern, aber Vance schützt ihn», so der Insider zur «New York Post».
Ganz unbegründet scheint Hegseths Misstrauen nicht: Präsident Donald Trump hatte Driscoll im vergangenen Jahr öffentlich gelobt. Schon in Trumps erster Amtszeit diente der Posten des Heeresministers als Sprungbrett – etwa für Mark Esper, der später Verteidigungsminister wurde.
Zusätzliche Brisanz erhält die Lage durch jüngste Umbesetzungen im Kabinett: Trump hatte zuletzt Heimatschutzministerin Kristi Noem sowie Justizministerin Pam Bondi entlassen.
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