Frau zeigt im Iran Plakat – jetzt soll sie hingerichtet werden
Ihr Vergehen bestand darin, dass sie bei einer Demonstration ein Stück Stoff hochgehalten hatte, auf dem drei Wörter zu lesen waren: «Frau. Widerstand. Freiheit». Das genügte dem iranischen Mullah-Regime, um die pensionierte Ingenieurin Zahra Tabari zum Tode zu verurteilen. So berichtet es unter anderem das regierungskritische iranische Portal «Iran Wire».
Am 17. April dieses Jahres drangen demnach fünf Polizisten in die Wohnung der 67-Jährigen in der nordiranischen Stadt Rascht ein und nahmen die Frau fest. Sie konfiszierten Tabaris Handy und Computer und nahmen sie mit. Nun wartet sie im berüchtigten Lakan-Gefängnis in Rascht auf ihre Hinrichtung. In dem Knast sollen Gefangene unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert sein, wie Nichtregierungsorganisationen berichten. Unter anderem soll es dort auch zu Folter kommen.
Mehr als 400 prominente Frauen aus aller Welt, darunter vier Nobelpreisträgerinnen und ehemalige Präsidentinnen und Regierungschefinnen, haben nun in einem gemeinsamen Brief die sofortige Freilassung der Aktivistin gefordert. In dem von der in London ansässigen Organisation Justice for the Victims of the 1988 Massacre in Iran (JVMI) initiierten Brief hiess es, Tabari solle «allein wegen des Hochhaltens eines Banners mit der Aufschrift 'Frau, Widerstand, Freiheit' hingerichtet werden».
Bei den Worten auf dem Banner handelt es sich um eine Abwandlung des während der landesweiten Protestwelle 2022 im Iran populären Slogans «Frau, Leben, Freiheit». Die Proteste waren durch den Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini in Polizeigewahrsam ausgelöst worden.

