International
Israel

3 israelische Soldaten nach Angriff auf Palästinenser verurteilt

3 israelische Soldaten nach Angriff auf Palästinenser verurteilt

Ein israelisches Militärgericht hat drei Soldaten nach der Misshandlung eines Palästinensers verurteilt.
25.05.2023, 05:1625.05.2023, 05:16

Die Männer sollen vor rund einem Monat ihr Opfer in einem Militärauto verschleppt, angegriffen und an einem abgelegenen Ort zurückgelassen haben, wie die Armee am Mittwochabend mitteilte. Zwei der Männer wurden demnach wegen Missbrauch zu einer Haftstrafe von 60 Tagen verurteilt, der dritte wegen der Überschreitung seiner Befugnisse zu 40 Tagen.

Zudem seien alle degradiert worden, und sie hätten wegen der Behinderung des Gerichtsverfahrens zusätzliche Bewährungsstrafen erhalten, hiess es. Die Beteiligten haben demnach den Vorfall vor ihren Vorgesetzten verheimlicht und falsche Angaben abgestimmt.

Ein weiteres Verfahren gegen einen vierten Beteiligten dauert laut Armee noch an. Ihm werden Körperverletzung, Misshandlung unter erschwerten Umständen, Bedrohung und weiterer Delikte zur Last gelegt.

Menschenrechtsorganisation werfen Israel regelmässig vor, dass nur bei einem Bruchteil von mutmasslichen Verbrechen israelischer Soldaten gegen Palästinenser Strafverfahren eingeleitet werden. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
9 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9
«Iran hat einen Pyrrhussieg errungen», sagt der Nahostexperte Volker Perthes
Anders als viele Beobachter glaubt der deutsche Politologe nicht, dass das Teheraner Regime gestärkt aus dem Krieg mit den USA hervorgegangen ist. Aber auch sonst gebe es keine Sieger.
Derzeit laufen Verhandlungen zwischen Iran und den USA; gleichzeitig kommt es immer wieder zu Kampfhandlungen zwischen beiden Staaten. Sind diese Teil der Verhandlungstaktik oder kündigen sie bereits ein Scheitern der Gespräche an?
Volker Perthes: Ich denke, sie sind Teil des Verhandlungsprozesses. Nicht unbedingt der Taktik, und schon gar nicht einer Strategie. Es gibt praktisch kein Vertrauen zwischen den Verhandlungsparteien, von daher sind die Hürden für Störungen niedrig. Die 14 Punkte, auf die man sich in einem Memorandum geeinigt hat, können unterschiedlich interpretiert werden. Noch werden die Eskalationen eingefangen, weil beide Seiten ein Interesse daran haben, dass der Schiesskrieg nicht wieder beginnt. Beide haben gelernt, dass sie diesen Krieg nicht gewinnen können.
Zur Story