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X-Post des irischen Regierungschefs sorgt in Israel für Empörung

X-Post des irischen Regierungschefs sorgt in Israel für Empörung

26.11.2023, 12:5526.11.2023, 17:43
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Ein X-Post des irischen Regierungschefs Leo Varadkar zur Freilassung eines neunjährigen irisch-israelischen Mädchens aus der Gefangenschaft im Gazastreifen hat für Verstimmung gesorgt. Israel wolle wegen der «empörenden Äusserungen» den irischen Botschafter einbestellen, teilte der israelische Aussenminister Eli Cohen am Sonntag mit.

Irlands Regierungschef hatte am Samstagabend auf der Plattform X, vormals Twitter, geschrieben: «Dies ist ein Tag der grossen Freude und Erleichterung für Emily Hand und ihre Familie. Ein unschuldiges Kind, das verloren war, wurde nun gefunden und ist zurückgekehrt, und wir atmen erleichtert auf.»

In Israel wurde diese Beschreibung als Verharmlosung der Geiselnahmen durch die islamistische Hamas kritisiert. Benny Gantz, Minister im israelischen Kriegskabinett, schrieb bei X: «Die neunjährige Emily war nie ‹verloren› – sie wurde brutal von der terroristischen Hamas entführt und als Geisel gehalten.»

Nach der Terrorattacke der Hamas am 7. Oktober war das Mädchen zunächst für tot gehalten worden. Ihr aus Irland stammender Vater Thomas Hand hatte in einem emotionalen Fernsehinterview unter Tränen seine Erleichterung darüber geäussert, dass sie nicht in die Hände der Hamas gefallen sei, weil das noch «schlimmer als der Tod» gewesen wäre. Später hiess es dann, sie sei womöglich doch als Geisel verschleppt worden. Vergangene Woche hatte Thomas Hand dann in einem emotionalen Appell die Freilassung seiner Tochter gefordert und gesagt, die Familie erlebe einen Alptraum.

Insgesamt hatte das Rote Kreuz am Samstagabend 13 Israelis – unter ihnen erneut vier Deutsch-Israelis – sowie vier thailändische Staatsbürger über die Grenze nach Ägypten gebracht. Nach dem Grenzübertritt wurden die Geiseln in ein Krankenhaus in Israel geflogen. Im Krankenhaus wurde Emily mit ihrem Vater und ihren beiden Halbgeschwistern wiedervereint. Insgesamt wurden am 7. Oktober rund 240 Menschen in den Gazastreifen verschleppt, darunter zahlreiche Ausländer und Doppelstaatsbürger. (sda/dpa)

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58 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Yolanda Hecht
26.11.2023 13:25registriert Juni 2022
In Israel unterschiebt man schnell Leuten die Verharmlosung des Hamas-Attentats. Der irische Regierungschefs Leo Varadkar benutzte den Begriff "lost". Lost kann vieles bedeuten u.a. auch verschollen oder tot.
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Fjede Phall
26.11.2023 15:53registriert Januar 2022
Um in der aktuellen Situation derart auf diesen Post zu reagieren muss man entweder völlig abgebrüht oder total hysterisch sein.
Und jedenfalls absolut egozentrisch.
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Pummelfee
26.11.2023 19:11registriert Mai 2020
Wenn man lange genug sucht, findet man auch immer ein Haar in der Suppe. Ich denke, der Mann ist einfach nur froh, dass das Kind endlich wieder da ist, wo es hingehört..zu Hause.
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