DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Rund 400 Migranten wurden auf Patrouillenboote und Boote der Capitaneria di Porto (Hafenmeisterei) umgeladen und in den Hafen von Lampedusa gebracht.
Rund 400 Migranten wurden auf Patrouillenboote und Boote der Capitaneria di Porto (Hafenmeisterei) umgeladen und in den Hafen von Lampedusa gebracht.
Bild: keystone

Mehr als 500 Bootsmigranten auf Lampedusa angekommen

28.08.2021, 17:2228.08.2021, 17:23

Auf der italienischen Mittelmeer-Insel Lampedusa sind am Samstag 539 Bootsflüchtlinge angekommen. Das sei «eine der grössten Anlandungen der letzten Zeit», sagte Bürgermeister Totò Martello. Die Migranten waren zuvor knapp 15 Kilometer vor der Küste Lampedusas in einem völlig überfüllten Fischerboot hilflos auf dem Mittelmeer treibend von italienischen Patrouillenschiffen entdeckt und gerettet worden, wie die Nachrichtenagentur Ansa und andere Medien unter Berufung auf die italienischen Behörden berichteten.

Unter den Migranten waren den ersten amtlichen Angaben zufolge mindestens drei Frauen sowie 29 unbegleitete Minderjährige. Die Geretteten stammten vorwiegend aus Ländern Nord- und Westafrikas sowie aus Bangladesch und Syrien, hiess es.

Über 1000 Migranten gestorben

Die Zahl der Migranten in dem Erstaufnahmezentrum von Lampedusa stieg nach Medienberichten nach der Ankunft vom Samstag auf deutlich mehr als 1200. Es hat eine Kapazität für lediglich rund 250. Erst am Dienstag waren binnen 24 Stunden insgesamt 507 Migranten an Bord von mehr als 20 Booten auf der Insel angekommen.

Nach UN-Angaben starben dieses Jahr bisher im zentralen Mittelmeer etwa 1040 Migranten. Seit Anfang Januar erreichten nach jüngsten Angaben des Innenministeriums in Rom bereits mehr als 37'000 Bootsflüchtlinge italienischen Boden – mehr als doppelt so viele wie im selben Zeitraum des Vorjahrs. Das Thema sorgt in Italiens Politik immer wieder für Streit. Man verlangt von den anderen EU-Staaten, die Migranten in Europa besser zu verteilen.

«Wieder einmal bereitet sich die Insel darauf vor, die Last der humanitären Aufnahme allein zu schultern», klagte Martello am Samstag. Die Welt dürfe nicht nur nach Afghanistan schauen.

(dsc/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

500 Migranten aus Afrika stürmen Ceuta

1 / 28
500 Migranten aus Afrika stürmen Ceuta
quelle: epa/efe / reduan
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Flüchtlinge in Jeans und Turnschuhen über die Alpen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Roger de Weck wird Seenotretter: «Sollte deswegen mein Ruf leiden, wäre mir das eine Ehre»

Der bekannte Publizist und Autor Roger de Weck engagiert sich neu als Vorstandsmitglied bei SOS Méditerranée, einer Organisation zur Rettung von Geflüchteten im Mittelmeer. Im Interview spricht er über seine Beweggründe.

Herr de Weck, man kennt sie als Medienmann, als Ex-Chef vom «Tages-Anzeiger» und «Die Zeit». Zuletzt waren Sie Generaldirektor der SRG. Nun wollen Sie Flüchtlingshelfer werden. Warum? Flüchtlingshelfer? Das sehe ich allerdings ganz anders: SOS Méditerranée bewahrt Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche vor dem Ertrinken. Tausende Menschen wie Sie und ich wären heute tot ohne unser Schiff Ocean Viking und andere Rettungsschiffe, ohne die hochprofessionellen Besatzungen. Genau darum …

Artikel lesen
Link zum Artikel