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Migrants rest on a Mediterranea Saving Humans NGO boat, as they sail off Italy's southernmost island of Lampedusa, just outside Italian territorial waters, on Thursday, July 4, 2019. An Italian humanitarian group whose boat has been barred from docking in Lampedusa said the health of the 54 migrants it rescued at sea is rapidly deteriorating, prompting fears of another standoff with Italy's populist government. Mediterranea Saving Humans said Friday in a tweet that its sailing boat ALEX was off Italy's southernmost island of Lampedusa, just outside Italian territorial waters, and that it has been banned from entering Italian jurisdiction by ministerial decree. (AP Photo/Olmo Calvo)

Der Schiff der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea ist offiziell nur für 18 Personen ausgelegt. Bild: AP

Italienisches Rettungsschiff läuft trotz Verbots in Lampedusa ein

Das Rettungsschiff «Alex» hat mit 41 Geretteten die kleine Mittelmeerinsel angesteuert. Die Retter missachten das Dekret von Italiens Innenminister. Die deutsche «Alan Kurdi» liegt ebenfalls vor der Küste.



Ein Artikel von

T-Online

Das Rettungsschiff «Alex» hat mit 41 Geretteten trotz Verbots Lampedusa angesteuert. Die Retter missachten das Dekret von Italiens Innenminister. Die deutsche «Alan Kurdi» liegt ebenfalls vor der Küste.

Während das deutsche Rettungsschiff «Alan Kurdi» noch vor der italienischen Küste kreuzt und auf eine Verhandlungslösung hofft, hat sich die italienische «Alex» über das Einfahrtsverbot in italienische Gewässer hinweg gesetzt. Die Crew erklärte den Notfall, die hygienische Situation an Bord sei unerträglich. Wenig später erreichte das Schiff den Hafen, begleitet von Booten der Küstenwache.

Seit über 24 Stunden wurde dem Schiff das Anlanden in Italien verwehrt. An Bord sind den Angaben zufolge 41 Geflüchtete und die Crew.

Freitag war noch Verhandlungslösung in Sicht

Am Freitag hatte es noch geheissen, eine Verhandlungslösung zeichne sich ab. 13 Menschen, darunter schwangere Frauen, waren von der italienischen Küstenwache an Land gelassen worden. Das Segelschiff sollte aber Malta ansteuern. Die Crew der Hilfsorganisation Mediterranea lehnte das ab – das Schiff sei mit so vielen Passagieren für die weitere Fahrt nach Valetta nicht ausgelegt.

Eigentlich befand sich die «Alex» nur auf Beobachtungsmission, als sie die in Seenot geratenen in libyschen Gewässern aufnahm. Das Boot ist lediglich für 18 Menschen zugelassen. Die Menschen seien den Witterungsbedingungen hilflos ausgeliefert, teilte die Organisation am Nachmittag mit. Die Fahrt nach Malta sei zu gefährlich.  Bilder zeigten, wie die Crew die Personen an Bord mit Planen vor der Sonne zu schützen versuchte. 

Schon am Tag zuvor hatte sich die «Alex» bereit erklärt, die Menschen der italienischen oder maltesischen Küstenwache zu übergeben. Malta hatte zugestimmt, die Menschen aufzunehmen – allerdings nur unter der Bedingung, dass Italien die gleiche Anzahl Flüchtlinge aus Malta übernehme. Die Verhandlungen scheiterten.

«Alan Kurdi» 13 Seemeilen vor Lampedusa

Derweil steuert das Rettungsschiff «Alan Kurdi» der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye mit 65 Migranten an Bord vorerst nicht in italienische Hoheitsgewässer an. Das sagte Sea-Eye-Einsatzleiter Gorden Isler am Telefon der Nachrichtenagentur dpa. «Wir beachten erstmal dieses Verbot», versicherte Isler. Ohne triftigen Grund werde Sea-Eye nicht dagegen verstossen. 

Zuvor hatte die Crew aber bereits erklärt, sich nicht einschüchtern zu lassen. «Das Seerecht gilt, auch wenn manche Regierungsvertreter das nicht wahrhaben wollen», schrieb die Hilfsorganisation im Kurzmitteilungsdienst Twitter

Die «Alan Kurdi» hatte am Freitag nach Sea-Eye-Angaben 65 Migranten in internationalen Gewässern vor Libyen von einem Schlauchboot gerettet.  Einige Stunden später nahm das Schiff Kurs auf Lampedusa.  Derzeit liegt das Rettungsschiff etwa eine Seemeile vor den italienischen Hoheitsgewässern und rund 13 Seemeilen vor der italienischen Insel.

Salvini geht auf Konfrontation mit Seehofer

Im Bundesinnenministerium war am Freitag bereits ein Brief des rechtsextremen italienischen Innenministers Matteo Salvini eingegangen. Darin drängt er Bundesinnenminister Horst Seehofer , Verantwortung für die «Alan Kurdi» zu übernehmen. Italiens Häfen blieben geschlossen.

Deutschland bot daraufhin an, Gerettete von der «Alan Kurdi» und vom Rettungsschiff «Alex» aufzunehmen – «im Rahmen einer europäisch-solidarischen Lösung», sagte Seehofer. Dafür müssten die Schiffe allerdings zuvor anlanden. Derzeit ist nicht absehbar, dass ein anderer Hafen als Lampedusa dafür infrage käme.

Eine per Mail an die Behörden in Rom und Valletta, der Hauptstadt Maltas, geschickte Bitte der «Alan Kurdi» um Zuweisung eines sicheren Hafens für  war bis Samstagvormittag ohne Antwort geblieben, sagte der Einsatzleiter weiter. Das Segelschiff «Alex» wurde bereits einen Tag länger von Italiens Küstenwache blockiert.

Aus Solidarität mit den Seenotrettern im Mittelmeer gingen in verschiedenen deutschen Städten Tausende Menschen auf die Strasse. Damit folgten sie einem Aufruf der Organisation «Seebrücke». Auch Vertreter der «Ärzte ohne Grenzen» nahmen teil.

(jmt/cwe)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lowend 06.07.2019 21:18
    Highlight Highlight Danke Watson, dass ihr die Dinge beim Namen nennt, wenn ihr schreibt: « ...ein Brief des rechtsextremen italienischen Innenministers Matteo Salvini ...»!
    • Shabaqa 06.07.2019 22:39
      Highlight Highlight Das Verhältnis von 7 Herzen zu 24 Blitzen um 22:38 zeigt, dass Rechtsextreme Stubenhocker sind, die ihre Samstagabende vor dem Fernseher verbringen.
    • Füdlifingerfritz 06.07.2019 23:46
      Highlight Highlight @shabaqa
      Weil man im Jahre des Herrn 2019 ja nur zuhause online sein kann. Moll, ergibt Sinn.
    • Shabaqa 07.07.2019 11:37
      Highlight Highlight Als ich den Kommentar geschrieben habe, hatte ich die Hoffnung, dass sich mindestens jemand so angepinkelt fühlt, dass er tatsächlich noch auf dessen offensichtliche Schwächen hinweisen muss. Viele Dank fürs Mitspielen, Füdlifinger und Roterriese.
  • Gender Bender 06.07.2019 18:10
    Highlight Highlight Die Deutschen sollen erst mal sich selbst retten bevor sie an andere denken.
    • Sapere Aude 06.07.2019 20:38
      Highlight Highlight Stimmt. Deutschland steht kurz vor dem Kollaps, die öffentliche Ordnung zusammengebrochen und es herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände.
    • Alienus 06.07.2019 21:35
      Highlight Highlight Gender Bender

      oder besser

      Gender Blender

      Würde man auf Ihren dümmlichen Spruch adäquat antworten, würde man diesen vorurteilsbehafteten Spruch schreiben:

      Da denkt so ein schweizerischer Boggerlein nur an sich selbst.
    • Gender Bender 06.07.2019 21:52
      Highlight Highlight Es braucht Mut, die Dinge zu benennen. Den bringen wohl weder Sapere noch Alienus auf. Hartz 4 ist im Fall echt hart, und ihr sprecht wie die deutsche Elite, die das eigene Volk ausblutet und denkt noch ihr gehört zu den Gescheiten. Sofern ihr nicht zum einen % derer gehört, die Kapital besitzen, weiss ich beim besten Willen nicht, was besonders intelligent an ihren Kommentaren sein soll.
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