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Italiens Sozialdemokraten vor Spaltung – Renzi gründet neue, «innovative» Partei



Noch immer sehr einflussreich im Partito Democratico: der frühere Regierungschef Matteo Renzi. Er gilt als Inspirator einer PD-Cinque-Stelle-Koalitionsregierung (Archiv - Bild vom 5. März 2018).

Matteo Renzi Bild: EPA ANSA

Die Sozialdemokraten (PD) in Italien stehen kurz nach ihrer Rückkehr in die Regierung vor einer Spaltung. Der frühere Ministerpräsident und Ex-PD-Chef Matteo Renzi hat Medienberichte bestätigt, dass er eine neue «innovative, europafreundliche Partei» gründen wird.

«Es besteht in Italien ein riesiger Raum für eine andere Politik. Für eine lebendige Politik aus Leidenschaft und aktiver Beteiligung. Für mich gibt es einen neuen Weg zu gehen», schrieb Renzi, der die Sozialdemokraten von 2013 bis 2018 geführt hatte, auf Facebook.

Die politische Strategie seiner neuen Partei will Renzi im Oktober beim sogenannten Leopolda-Kongress in Florenz vorstellen, einer jährlich im Herbst stattfindenden Ideenwerkstatt für ein neues Italien. «Wir werden Ideen und Träume für das Italien von morgen vorstellen», schrieb der 44-Jährige.

Bei Parlamentswahlen antreten

Medienberichten zufolge sicherte Renzi Ministerpräsident Giuseppe Conte in einem Telefonat zu, er und seine Anhänger würden weiterhin die neue Regierung aus PD und Fünf-Sterne-Bewegung unterstützen.

Im Interview mit der römischen Tageszeitung «La Repubblica» erklärte Renzi, seine Partei werde bei den nächsten Parlamentswahlen erstmals antreten. Er hoffe, dass diese erst am Ende der Legislaturperiode 2023 stattfinden würden.

Sein Ziel sei es, die rechte Lega um Ex-Innenminister Matteo Salvini zu bekämpfen. Die Fraktion aus seinen Anhängern werde im Parlament bereits diese Woche entstehen. Rund 30 Parlamentarier seien bereit, sich ihm anzuschliessen.

Fehlende Zukunftsvision

Renzi betonte, er habe keine Probleme mit PD-Chef Nicola Zingaretti. Die Demokratische Partei bestehe allerdings aus mehreren Flügeln und habe keine Zukunftsvision.

Zingaretti reagierte kritisch auf Renzis Pläne zum Parteiaustritt. «Renzis Beschluss tut uns leid. Das ist ein Fehler, doch jetzt denken wir weiter an die Zukunft der Italiener, an Beschäftigung, Umwelt, Unternehmensförderung, Bildung und Investitionen», kommentierte Zingaretti auf Twitter. (aeg/sda/apa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 17.09.2019 12:50
    Highlight Highlight Was soll DAS jetzt, bitte?
    Versucht Renzi da gerade, sich als "Italienischer Macron" zu inszenieren?
    Jedenfalls habe ich kein gutes Gefühl dabei...
    • FrancoL 17.09.2019 15:39
      Highlight Highlight Nicht nur Du, aber Renzi bleibt Renzi und hat den Hang zum kleinen Diktator.
  • baldini75 17.09.2019 10:26
    Highlight Highlight Endlich ist dieser Machtgeile Intrigant raus aus der Partei. Hoffe das die PD dann endlich zur Ruhe kommt und wieder als Einheit auftreten kann
    • FrancoL 17.09.2019 15:43
      Highlight Highlight Der PD wird nie zur Ruhe kommen, weil er viel zu heterogen ist.
    • baldini75 17.09.2019 20:31
      Highlight Highlight Renzi Ausstieg ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung
  • Stambuoch 17.09.2019 10:25
    Highlight Highlight Ein narzisstischer Selbstdarsteller. Die Art und Weise wie er ohne Not aus einer einfachen Volksbefragung ein Misstrauensvotum gemacht hat, zeugt von seiner egozentrischen Denkweise. Er setzte alles aufs Spiel nur um sein Ego aufzupolieren.

    Und jetzt, wo es danach aussah, dass endlich Ruhe und Vernunft einkehrt in Italien, kommt dieser eitle Renzi daher und zerstört alles, weil er nicht mehr die Nummer 1 sein kann. Er nimmt damit ein ganzes Land in Geiselhaft seiner Eitelkeit.
    • FrancoL 17.09.2019 15:44
      Highlight Highlight Du hast nicht unrecht, aber das gab es beim PD genügend Gegenspieler, die die Partei einer Zerreißprobe unterzogen.
      Der PD ist zu heterogen um solchen Streitereien aus dem Weg zu gehen.
  • De Flip 17.09.2019 10:24
    Highlight Highlight Und täglich grüsst das Murmeltier in Italien...
  • Scaros_2 17.09.2019 10:09
    Highlight Highlight Einfach nur WOW. Kaum ist man aus der miesere, gleich wieder von vorne.
    • FrancoL 17.09.2019 15:46
      Highlight Highlight Wieso von vorne? Ein heterogener PD (war er immer) verliert ein Bestandteil, dieses Bestandteil bleibt aber in der Nähe, also nichts Neues im Westen. Für Italien eh kein Problem, Kleinparteien waren schon immer Trumpf.
      Renzi Positioniert sich zwischen M5S und PD und da hat es viel Luft.

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