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Konkrete Vorwürfe gegen Mann nach Angriff auf US-Abgeordnete Omar

Konkrete Vorwürfe gegen Mann nach Angriff auf US-Abgeordnete Omar

29.01.2026, 22:1829.01.2026, 22:18

Nach dem Angriff auf die prominente demokratische US-Abgeordnete Ilhan Omar bei einem Auftritt in Minneapolis werden dem Tatverdächtigen konkrete Straftaten vorgeworfen. Der Mann soll Omar unter anderem tätlich angegriffen haben, wie aus einem bei einem Bundesgericht eingereichten Dokument hervorgeht. In einer Erklärung zu den Ermittlungen heisst es zudem, dass der Angeklagte einem Vertrauten vor einigen Jahren gesagt haben soll, jemand solle Omar umbringen.

Der Angriff hatte sich am Dienstagabend (Ortszeit) ereignet. Omar forderte in einer Rede angesichts des brutalen Vorgehens der Sicherheitskräfte des Bundes in Minneapolis gerade den Rücktritt von Heimatschutzministerin Kristi Noem, als ein Mann aus dem Publikum plötzlich aufstand, auf sie zu ging, sie beschimpfte und mit einer Substanz anspritzte. Laut einem Gerichtsdokument nutzte er dafür eine Spritze. Ermittlungen ergaben demnach, dass die Flüssigkeit unter anderem Apfelessig enthielt.

Sicherheitskräfte überwältigten den Mann und führten ihn ab – Omar setzte ihren Auftritt daraufhin fort. Man dürfe Angreifern nicht das letzte Wort überlassen, sagte die 43-Jährige.

Trump greift Omar immer wieder verbal an

US-Präsident Donald Trump greift die schwarze Abgeordnete immer wieder heftig an. Mit Blick auf ihre somalische Wurzeln legte er der US-Bürgerin schon häufiger nahe, sie solle nach Somalia «zurückgehen». Der Sender ABC News berichtete, Trump habe in einem Telefoninterview am Abend des Angriffs gesagt, dass er keine Videoaufnahmen zu dem Angriff gesehen habe. Ohne Beweise dafür zu nennen, suggerierte er dem Sender zufolge, dass Omar den Angriff inszeniert haben könnte: «Wie ich sie kenne, hat sie sich wahrscheinlich selbst besprühen lassen.»

Die von Omar im Kongress vertretene Stadt Minneapolis befindet sich seit Wochen in Aufruhr. Grund ist ein massiver und oft brutal geführter Einsatz von hochgerüsteten Sicherheitskräften des Bundes, die Trumps rigorose Abschiebe-Politik durchsetzen. Die Stimmung in der Stadt ist – auch nach zwei Tötungen von US-Bürgern durch Sicherheitskräfte des Bundes – extrem angespannt. (hkl/sda/dpa)

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33 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Orpheus
29.01.2026 23:06registriert November 2025
"Der Sender ABC News berichtete, Trump habe in einem Telefoninterview am Abend des Angriffs gesagt, dass er keine Videoaufnahmen zu dem Angriff gesehen habe. Ohne Beweise dafür zu nennen, suggerierte er dem Sender zufolge, dass Omar den Angriff inszeniert haben könnte: «Wie ich sie kenne, hat sie sich wahrscheinlich selbst besprühen lassen.»"

Wie er nur auf diese Idee kommt, jemand könnte einen Angriff auf die eigene Person inszenieren.

Warte, da war doch mal was mit einem Schuss und einem Ohrverband 🤔.
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Nummer 29
29.01.2026 23:05registriert April 2016
Der Faschismus ist in den USA zurück. Politische Gegner werden angegriffen, sowohl von Privatpersonen als auch von staatlichen Akteuren wie ICE-Agenten, deren Vorgehen immer häufiger an die Gestapo erinnert. Der Präsident unterstützt und legitimiert diese Entwicklung offen, ebenso wie seine ideologischen Verbündeten in Europa: SVP, AfD, FPÖ, Vox, die Reformer und leider viele weitere. Traurig, aber wahr, das ist unsere Realität. Und erneut zeigt sich, dass sich Geschichte wiederholt, wenn aus ihr nichts gelernt wird. Kämpft mit allen euch möglichen Mittel dagegen an!! 🚩🚩
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