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Kolumbiens Präsident Petro spricht von Mordplan gegen sich

Colombia's President Gustavo Petro speaks during a news conference at the Colombian embassy in Washington, Tuesday, Feb. 3, 2026. (AP Photo/Jose Luis Magana)
Gustavo Petro
Kolumbiens Präsident Gustavo Petro.Bild: keystone

Kolumbiens Präsident Petro spricht von Mordplan gegen sich

Nur wenige Monate vor der Präsidentenwahl in Kolumbien hat der Amtsinhaber Gustavo Petro von erneuten Anschlagsplänen gegen seine Person gesprochen.
11.02.2026, 03:3811.02.2026, 03:38

In Kolumbien herrscht wenige Monate vor der Wahl Unruhe. Er werde in zwei Tagen umziehen, um zu verhindern, dass er umgebracht werde, sagte Petro bei einer live übertragenen Sitzung mit Ministern.

Der Präsident schilderte dabei konkrete Vorfälle bei Reisen. Er habe nicht mit dem Helikopter landen können, «weil ich fürchtete, dass man auf den Helikopter schiessen würde», sagte er. Er habe deshalb stundenlang über dem offenen Meer fliegen müssen. Zudem habe er einen Polizeigeneral abgesetzt, der laut Petro «eine seltsame Mission» gehabt habe, ihm «psychoaktive Substanzen ins Auto zu legen».

Petro hatte bereits in der Vergangenheit wiederholt über angebliche Anschlagspläne gegen seine Person berichtet.

Indigene Senatorin zeitweise verschwunden

Die Aussagen machte der Staatschef nach dem zeitweisen, mutmasslichen Verschwinden der indigenen Senatorin Aida Quilcué, die ihm politisch nahesteht. Der Präsident sprach von einer neuen Phase politischer Unsicherheit.

«Das versetzt mich in eine Alarmsituation.»

Quilcué war nach Angaben ihres Umfelds im südwestlichen Verwaltungsbezirk Cauca von Unbekannten abgefangen worden. Später bestätigte der Bürgermeister der Gemeinde laut Berichten, dass die Senatorin lebend aufgefunden worden sei. Die Region gehört zu einer der gefährlichsten des Landes, es gibt dort eine starke Präsenz illegaler bewaffneter Gruppen.

Insgesamt hat sich die Sicherheitslage in dem südamerikanischen Land nach Einschätzung des Auswärtigen Amts in den vergangenen Jahren verschlechtert. Touristinnen und Touristen seien in der Regel nicht Ziel von Anschlägen, jedoch bestehe «die Gefahr von Kollateralschäden». Ende Mai findet die Präsidentenwahl statt. (sda/dpa)

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