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Proteste in Kuba eskalieren weiter – Internet blockiert

Proteste in Kuba eskalieren weiter – Internet blockiert

13.07.2021, 08:0213.07.2021, 14:42

Im Zusammenhang mit den ersten Massenprotesten gegen die Regierung in Kuba seit Jahrzehnten sind nach Angaben von Amnesty International mindestens 115 Menschen dort willkürlich festgenommen worden. Darunter waren prominente Dissidenten sowie auch Journalisten, wie die Amerika-Direktorin der Menschenrechtsorganisation, Erika Guevara-Rosas, am Montag auf Twitter schrieb.

Berichten zufolge herrschte am Montag eine hohe Präsenz der Sicherheitskräfte. Es kursierten Videos, die neue, kleinere Proteste zeigen sollten. Da aber der Internetzugang in Kuba eingeschränkt wurde, drangen wenige Informationen nach aussen.

Am Sonntag hatten Tausende Menschen in zahlreichen Städten des autoritär regierten Karibikstaates gegen Mangelwirtschaft und Unterdrückung demonstriert. Sie riefen unter anderem «Patria y Vida» (Vaterland und Leben) – den Titel eines im Februar veröffentlichten Protestlieds. Dieser ist eine Anspielung auf einen viel zitierten Ausspruch Fidel Castros: «Patria o Muerte» (Vaterland oder Tod).

epa09340942 People attend a protest under the motto 'Por una Cuba libre' (lit. For a free Cuba) to demand the end of the communist dictatorship at Sol square in Madrid, Spain, 12 July 2021.  ...
Auch in anderen Teilen der Welt wird gegen die kubanische Regierung demonstriert. Hier beispielsweise in Madrid, Spanien.Bild: keystone

«Wenn sie die Revolution bezwingen wollen, müssen sie über unsere Leichen gehen», hatte der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel am Sonntag im Fernsehen gesagt. Er rief dazu auf, die Revolution – sprich: das sozialistische System – auf den Strassen zu verteidigen. Die Sicherheitskräfte griffen Berichten zufolge hart durch. Auf Videos war zu sehen, wie Männer, bei denen es sich laut Aktivisten um Polizisten in zivil handelte, Demonstranten schlugen und mitnahmen.

Die Regierung bezeichnete die Proteste als Provokationen durch Konterrevolutionäre, die von den USA finanziert worden seien, um Kuba zu destabilisieren. Das Volk sei zur Verteidigung der Revolution auf die Strasse gegangen, die «subversiven Handlungen» besiegt worden, berichtete «Granma», die Zeitung der Kommunistischen Partei (PCC) – der einzigen in Kuba zugelassenen Partei.

Beobachter sprachen von den grössten Demonstrationen in Kuba seit Jahrzehnten. Auslöser war unter anderem der Mangel an Medikamenten und Lebensmitteln. Unter dem Ex-Präsidenten Donald Trump hatten die USA ihre Sanktionen gegen Kuba verschärft. Während der Pandemie fehlen nun auch die wichtigen Einnahmen aus dem Tourismus. Zuletzt stiegen zudem die Zahlen der Corona-Infektionen deutlich. (saw/sda/dpa)

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Fidel Castro – das Leben des kubanischen Revolutionärs in Bildern
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