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Grosse Proteste in Bolivien: Eskalation führt zu Engpässen

Grosse Proteste in Bolivien: Eskalation führt zu Engpässen

In Bolivien sieht sich Präsident Rodrigo Paz sechs Monate nach seinem Amtsantritt mit eskalierenden Protesten und Strassenblockaden konfrontiert.
18.05.2026, 07:0818.05.2026, 07:08

Die bereits seit zwei Wochen andauernden Strassensperren durch Demonstranten rund um die Hauptstadt La Paz führen mittlerweile zudem zu einem Mangel an Lebensmitteln und Treibstoff in der Metropole.

epaselect epa12966350 People block an avenue in El Alto, Bolivia, 16 May 2026. After thirteen hours of dismantling barricades installed by Aymara farmers protesting the resignation of Bolivian Preside ...
In Bolivien kommt es seit zwei Wochen zu grossen Protesten.Bild: keystone

An den Protesten in dem südamerikanischen Land sind neben Bergbauarbeitern, Landwirten und Lehrern auch Anhänger des ehemaligen Staatschefs Evo Morales beteiligt. Einige Gruppen protestieren gegen die steigenden Lebenshaltungskosten und fordern Lohnerhöhungen, andere wollen den Rücktritt des Präsidenten erreichen. Das Land steckt seit Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise, die immer wieder Proteste auslöst.

Washington kritisiert angeblichen Destabilisierungsversuch

Präsident Paz ist seit November im Amt. Er gehört der christdemokratischen Partei Partido Demócrata Cristiano an, die der politischen Mitte zugeordnet wird. Sein Wahlsieg führte zum Ende einer fast zwei Jahrzehnte währenden Ära linker Regierungen in Bolivien, das lange vom Machtkampf zwischen Morales und seinem ebenfalls linken Nachfolger Luis Arce geprägt war.

Das US-Aussenministerium verurteilte in einem X-Post «alle Handlungen, die darauf abzielen, die demokratisch gewählte Regierung von Rodrigo Paz zu destabilisieren». Auch acht konservative Regierungen in Lateinamerika verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung jeglichen Versuch, die demokratische Ordnung in Bolivien zu untergraben.

Regierung von Präsident Paz ruft zum Dialog auf

«Wir sind bereit, alle Möglichkeiten zum Dialog auszuschöpfen», sagte der Minister im Präsidialamt, José Luis Lupo, am Sonntag (Ortszeit) vor Gesprächen mit einigen der protestierenden Gruppen. Gewalt und Intoleranz brächten nur noch mehr Probleme mit sich. Nach Angaben der bolivianischen Ombudsstelle wurden im Rahmen der Proteste bisher mindestens 47 Menschen festgenommen und fünf verletzt.

Im Departamento La Paz waren am Sonntag laut einem Bericht der Zeitung «El Deber» mindestens 15 Strassenblockaden aufrecht. Laut Angaben der lokalen Handelskammer belaufen sich die durch die Proteste verursachten wirtschaftlichen Verluste bereits auf 500 Millionen US-Dollar (etwa 430 Mio. Euro). (sda/dpa)

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