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Tag 2 des Lufthansa-Streiks: 520 Flüge gestrichen, 58'000 Passagiere betroffen

epa05015360 An unidentified tourist is waiting to return to Hawaii, USA, at the international airport in Frankfurt am Main, Germany, 07 November 2015. Thousands of passengers are currently stranded in Frankfurt due to an ongoing strike of German cabin crew union 'UFO'. Lufthansa cancelled 290 flights on 06 November after its flight attendants launched a rolling eight-day strike in defence of their retirement benefits.  EPA/BORIS ROESSLER

Zahlreiche Passagiere mussten wegen des Streiks der Lufthansa-Angestellten ihre Reisepläne kurzfristig umstellen: Diese Touristen wartet auf ihren Rückflug nach Hawaii.
Bild: EPA/DPA



Tag zwei des Lufthansa-Streiks hat am Samstag zahlreiche Passagiere auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Nach Angaben der Fluggesellschaft wurden rund 520 Flüge gestrichen. Schwerpunkt war das Drehkreuz Frankfurt, wo fast alle Kurz- und Mittelstreckenflüge ausfielen.

In Düsseldorf wurden 18 Flüge abgesagt, darunter ein Langstreckenflug nach New York. Auswirkungen gab es auch an anderen Flughäfen, an denen etwa keine Inlandflüge abhoben oder ankamen. Insgesamt waren rund 58'000 Passagiere betroffen.

An den Lufthansa-Umbuchungsschaltern in Frankfurt bildeten sich lange Schlangen von Reisenden, deren Flüge zu deutschen oder europäischen Zielen annulliert worden waren.

Die meisten waren über den Streik informiert und hofften, mit einer anderen Fluggesellschaft oder per Bahn an ihr Ziel zu kommen. Am Schalter mussten die Passagiere rund zwei Stunden warten, bis sie erfuhren, wie und wann sie ihr Ziel erreichen konnten. Betroffene mit Ziel Mailand etwa mussten einen Umweg über Wien machen.

Auch im Transit des Frankfurter Flughafens herrschte Gedränge an den Transfer-Schaltern. Der Check-In für Überseeflüge lief dagegen reibungslos. An den Sicherheitskontrollen zu den Abflug-Gates war kaum Betrieb.

1600 unfreiwillige Übernachtungen

FRANKFURT AM MAIN, GERMANY - NOVEMBER 06:  Lufthansa flight crew members walk with candles and banners to the 'Lufthansa Aviation Center' at Frankfurt Airport during an initial strike over salaries on November 6, 2015 in Frankfurt, Germany. The UFO labor union, which represents the crews, has resorted to the strike following failed negotiations with Lufthansa and is leaving the option open for further strikes in coming days.  (Photo by Thomas Lohnes/Getty Images)

Frankfurt am Main: Lufthansa-Mitarbeiter demonstrieren am Freitag Abend für bessere Arbeitsbedingungen. 
Bild: Getty Images Europe

Wegen des Streiks hatten mehr als 1600 Passagiere unfreiwillig die Nacht auf Samstag in Frankfurt verbracht. Die Lufthansa hatte für sie Hotelzimmer gebucht.

Für die Reisenden im Transit, die nicht weiterkamen und kein Einreisevisum hatten, standen Hunderte Feldbetten bereit. Allerdings hätten lediglich 50 Passagiere diese Möglichkeit genutzt, sagte der Lufthansa-Sprecher.

Mitarbeiter des Flughafen-Betreibers Fraport und der Lufthansa waren seit dem frühen Morgen unterwegs, um Passagiere zu informieren. Auch Mitglieder der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo beantworteten Fragen. Ufo-Chef Nicoley Baublies äusserte Verständnis für die Enttäuschung vieler Reisender.

Die Deutsche Bahn rechnet während des Streiks, der noch bis Freitag dauern soll, mit besonders vielen Fahrgästen. Es würden zusätzliche Mitarbeiter in Frankfurt am Main und Düsseldorf eingesetzt, nicht aber mehr Züge, sagte ein Bahnsprecher am Samstag. An Wochenenden sei ohnehin «alles, was rollen kann» unterwegs.

Passagiere im innerdeutschen Verkehr könnten online oder an Lufthansa-Schaltern ihre Tickets in Gutscheine für die Bahn umwandeln lassen und damit in einen Zug steigen. Bei internationalen Verbindungen müssten die Reisegutscheine in einem Reisezentrum oder einer Agentur der Bahn gegen eine Fahrkarte eingetauscht werden.

Streikpause am Sonntag

Zum Auftakt des Streiks hatte die Lufthansa am Freitag 290 Flüge absagen müssen, darunter 15 Überseeverbindungen. Betroffen waren rund 37'500 Passagiere.

Für Sonntag hat Ufo eine Streikpause angekündigt. Die Gewerkschaft will dann auch bekanntgeben, wie der Ausstand am Montag weitergeht. Bislang war etwa München mit Rücksicht auf das Ende der Herbstferien in Bayern verschont geblieben. (wst/sda/afp/dpa)

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