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epa05015360 An unidentified tourist is waiting to return to Hawaii, USA, at the international airport in Frankfurt am Main, Germany, 07 November 2015. Thousands of passengers are currently stranded in Frankfurt due to an ongoing strike of German cabin crew union 'UFO'. Lufthansa cancelled 290 flights on 06 November after its flight attendants launched a rolling eight-day strike in defence of their retirement benefits.  EPA/BORIS ROESSLER

Eine Touristin wartet auf die Rückreise nach Hawaii. Doch der Flughafen Frankfurt steht praktisch still. 
Bild: EPA/DPA

Krach bei der Lufthansa: Gericht weist Klage ab – 930 Flüge werden heute gestrichen

Lufthansa ist in der Nacht auf Mittwoch vor Gericht mit einer Eil-Klage gegen die Streiks gescheitert. Das heisst: Die Proteste gehen weiter. Knapp 100'000 Fluggäste werden betroffen sein.



Das Arbeitsgericht Darmstadt hat den Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa in Frankfurt und München genehmigt. Der Eilantrag des Konzerns auf eine einstweilige Verfügung sei abgelehnt worden, teilte das Gericht in der Nacht zum Mittwoch mit.

Damit kann der Ausstand an den Standorten Frankfurt und München von Mittwoch bis Freitag stattfinden. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO sprach von einem Erfolg, die Fluglinie reagierte enttäuscht.

Die Verhandlung in Darmstadt hatte sich bis in die Nacht hingezogen, weil das Gericht am Abend einen Vergleich vorgeschlagen hatte, damit sich Konzern und Gewerkschaft doch noch einigen. Der Schlichtungsversuch scheiterte jedoch.

epa05014225 Members of the German cabin crew and flight attendants union 'UFO' gather for a rally at Frankfurt International Airport in Frankfurt/Main, Germany, 06 November 2015. Lufthansa cancelled 290 flights after its flight attendants announced the first stoppages in a rolling eight-day strike in defence of their retirement benefits. The union, Ufo, is demanding preservation of retirement benefits that enable many stewards to retire from 55. The strike threatens to pull the airline group back into the red after a quarter where its earnings rose by half and it forecast a strong full year.  EPA/BORIS ROESSLER

Mitarbeiterinnen der Lufthansa protestieren.
Bild: EPA/DPA

Schliesslich wies der Vorsitzende Richter Rainer Lösch den Antrag der Fluggesellschaft zurück: Der Streik sei rechtskonform und die Forderungen ausreichend bestimmt, erklärte das Gericht. Ein Verstoss gegen die Friedenspflicht sei der Streik ebenfalls nicht.

Die Gewerkschaft UFO hatte das Kabinenpersonal dazu aufgerufen, von Mittwoch 04.00 Uhr bis Freitag um Mitternacht auf allen Kurz-, Mittel- und Langstreckenflügen die Arbeit niederzulegen. Sie sprach nun von einem «Erfolg» in Darmstadt und erhielt ihren Streikaufruf aufrecht.

Lufthansa will am Mittwoch über weitere Schritte entscheiden

Die Lufthansa nahm die Entscheidung des Arbeitsgerichts Darmstadt «zur Kenntnis». Das Unternehmen halte aber an seiner Einschätzung fest, dass die Streikforderungen «nicht deutlich genug definiert» seien, hiess es in einer Erklärung.

Im Laufe des Mittwochs werde die Lufthansa über die weiteren Schritte entscheiden. Die Streiks verursachten grosse Schäden und der Konzern entschuldige sich ausdrücklich bei seinen Kunden, hiess es weiter.

In dem Tarifkonflikt geht es UFO um die Sicherung der Betriebs- und Übergangsrenten für die Begleiter. Erste Streiks gab es am vergangenen Freitag. Am Montag legte die Lufthansa ein neues Angebot auf den Tisch, die Gewerkschaft wies dieses aber als «Provokation» zurück.

Gericht in Düsseldorf entschied anders

Am Dienstag schliesslich untersagte das Arbeitsgericht Düsseldorf weitere Streikmassnahmen für den Standort Düsseldorf, allerdings nur für den Dienstag selbst. Denn erst nach dem Antrag der Lufthansa auf eine einstweilige Verfügung rief UFO zu neuen Streiks von Mittwoch bis Freitag auf sämtlichen Strecken auf.

Die Lufthansa stellte daraufhin für Düsseldorf einen weiteren Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung – diesmal für die Streiks von Mittwoch bis Freitag in Düsseldorf. Mit dem Antrag befasst sich das dortige Arbeitsgericht am Mittwoch um 14.00 Uhr.

Unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen strich die Lufthansa für Mittwoch rund 930 Flüge von und nach Frankfurt am Main, München und Düsseldorf. Von den Annullierungen seien knapp 100'000 Fluggäste betroffen, erklärte das Unternehmen.

Auch in der Schweiz wird gestreikt:

(dwi/sda/afp/reu/dpa)

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