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Emotionales Wiedersehen: 5600 Gefangene wurden in Myanmar freigelassen

19.10.2021, 07:1419.10.2021, 13:12

Die Militärjunta in Myanmar hat die Freilassung von landesweit mehr als 5600 Gefangenen angeordnet, darunter viele aus dem berüchtigten Insein-Gefängnis in der grössten Stadt Yangon.

Die Junta hat sich nicht geändert
Beobachter werten den Schritt der Generäle als eine direkte Reaktion auf die Ankündigung der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean, Junta-Chef Min Aung Hlaing von ihrem nächsten Gipfeltreffen Ende Oktober auszuschliessen.

Zur Begründung hatte die Asean mangelnde Fortschritte bei der Umsetzung eines Ende April vereinbarten Fünf-Punkte-Plans genannt. Darin ging es unter anderem um ein Ende der Gewalt und den Beginn eines Dialogs mit den gesellschaftlichen Kräften in dem Krisenland.

«Die Freilassungen sind eindeutig nicht darauf zurückzuführen, dass die Junta sich geändert hätte»
, teilte der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Myanmar, Tom Andrews, mit. Die willkürliche Festnahme und Verfolgung von Menschen, die nur ihre grundlegenden Menschenrechte ausübten, gehe unvermindert weiter. Die Amnestie sei vielmehr eine Folge des Drucks, «der innerhalb und ausserhalb von Myanmar auf die Junta ausgeübt wird», so Andrews. (sda/dpa)

Am Montagabend (Ortszeit) verliessen erste Häftlinge, die im Zuge der Machtübernahme der Generäle Anfang Februar festgenommen worden waren, die für brutale Foltermethoden bekannte Haftanstalt.

Bild: keystone

Angehörige und Freunde harrten stundenlang vor den Gefängnissen in dem südostasiatischen Krisenland aus und warteten auf das Eintreffen der entlassenen Häftlinge.

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Dann endlich erreichte der Bus die wartende Menschenmenge.

Bild: keystone

Die Menschen fielen sich weinend in die Arme. Diese Mutter ist endlich wieder mit ihrer Tochter vereint.

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Bei den Inhaftierten handelt es sich um Personen, die an Protesten gegen die Regierung teilgenommen hatten.

Emotionales Wiedersehen zwischen Mutter und Tochter.
Emotionales Wiedersehen zwischen Mutter und Tochter.Bild: keystone

Auch der Mann in der Mitte wurde emotional von seinen Familienmitgliedern empfangen.

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Bis zum Dienstagmorgen wurden Augenzeugen zufolge mehrere Hundert Häftlinge freigelassen. Viele weitere sollen im Laufe des Tages folgen.

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«Zwei meiner Freunde wurden gestern Nacht entlassen», sagte Lin Lin, ein Bürger aus Myanmar, der Deutschen Presse-Agentur. «Ich habe seit dem Abend vor dem Insein-Gefängnis gewartet und bin so froh, die beiden zu sehen.»

Nach Angaben der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden seit dem Putsch vom 1. Februar mehr als 9000 Menschen wegen ihres Widerstands gegen die Junta inhaftiert.

Derzeit sollen noch rund 7300 im Gefängnis sitzen. Mindestens 1181 Menschen wurden getötet. Zuletzt hatte die Militärregierung Ende Juni eine Massenamnestie für 2300 Gefangene angeordnet.

Ein Mann umarmt zwei Frauen, nachdem er im Juni aus dem Gefängnis entlassen worden war.

Bild: keystone

Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Myanmar, Tom Andrews, betonte, dass viele Gefangene extrem gelitten hätten – und so mancher die Haft nicht überlebt habe.

Bild: keystone

«Viele der Inhaftierten wurden gefoltert, einige zu Tode, andere wurden Opfer sexueller Übergriffe, einige haben sich mit Covid-19 infiziert und sind in den überfüllten und unhygienischen Verhältnissen gestorben.» Es sei empörend, dass überhaupt Bürger willkürlich festgenommen würden.

(saw/sda/dpa)

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