Hochnebel-1°
DE | FR
2
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
International
Nigeria

150 Menschen sterben bei einem Boko-Haram-Angriff auf ein Dorf im Nordosten

150 Menschen sterben bei einem Boko-Haram-Angriff auf ein Dorf im Nordosten

18.08.2015, 16:2618.08.2015, 18:40
Bild
Bild: AP/Boko Haram

Bei einem Angriff der Islamistengruppe Boko Haram auf ein Dorf im Nordosten Nigerias sind Augenzeugenberichten zufolge bis zu 150 Menschen ums Leben gekommen. Viele der Opfer seien auf der Flucht vor den Islamisten in einem Fluss ertrunken. 

Zahlreiche andere seien bei dem Angriff am vergangenen Donnerstag erschossen worden. Dies sagten mehrere Bewohner von Kukuwa-Gari am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. 

Dutzende Angreifer seien mit Motorrädern und einem Auto in das Dorf eingefallen und hätten sofort das Feuer eröffnet, berichteten die Augenzeugen. Viele Dorfbewohner, vor allem Frauen und Kinder, seien in Panik in Richtung des Flusses gerannt, sagte der Dorfbewohner Bukar Tijjani. 

Dabei seien sie von den Angreifern verfolgt worden, die weiter auf sie geschossen hätten. Um den Angreifern zu entkommen, seien viele Dorfbewohner in den Fluss gesprungen. 

«Viele sind ertrunken», sagte der Dorfbewohner Modu Balumi. Einer der Angreifer habe gezielt einen Fischer erschossen, der versucht habe, die Ertrinkenden zu retten. 

Der Fluss habe nach heftigen Regenfällen viel Wasser geführt, sagte Balumi. Viele der Leichen seien einige Kilometer flussabwärts von Anwohner aus dem Fluss gezogen worden. 

Die Dorfbewohner gehen den Angaben zufolge von 150 Toten aus. Ein örtlicher Regierungsvertreter bestätigte den Angriff, sprach aber von rund 50 Toten. 

Verbindung gekappt 

Der Angriff auf das Dorf ereignete sich den Angaben zufolge bereits am Donnerstag. Weil die Extremisten die Telekommunikationsmasten in der Gegend zerstörten, dauerte es aber fünf Tage, bis die Nachricht an die Öffentlichkeit drang. 

Das Dorf Kukuwa-Gari liegt rund 50 Kilometer von Damaturu entfernt, der Hauptstadt des Bundesstaates Yobe. Es war zuletzt Ende Juli von Boko-Haram-Kämpfern angegriffen worden, die mindestens zehn Dorfbewohner töteten und Häuser, Vorräte und Vieh in Brand steckten. 

Boko Haram kämpft seit sechs Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Staats im muslimisch geprägten Norden Nigerias. In dem Konflikt wurden nach UN-Angaben bereits mehr als 15'000 Menschen getötet. 

In den vergangenen Monaten wurde die Islamistengruppe durch eine gemeinsame Militäroffensive Nigerias und seiner Nachbarländer geschwächt. Als Reaktion verübten die Extremisten vermehrt Selbstmordanschläge in Nigeria, Kamerun und im Tschad. In Nigeria wurden seit Mai bei Angriffen und Anschlägen mehr als tausend Menschen getötet. 

Die Region Gujba im Bundesstaat Yobe, wo auch Kukuwa-Gari liegt, hatte in der Vergangenheit stark unter der Gewalt gelitten. Seitdem die Armee das Gebiet im März zurückerobert hatte, war es dort aber etwas ruhiger geworden. (sda/afp) 

Boko Haram – Nigerias Terror in Fakten

1 / 14
Boko Haram – Nigerias Terror in Fakten
quelle: x02098 / afolabi sotunde
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Video zeigt heftige Polizeigewalt in Memphis – Biden schockiert, Proteste auf den Strassen

Mit grosser Anspannung war in den USA die Veröffentlichung von Videoaufnahmen eines brutalen Polizeieinsatzes erwartet worden, nach dem ein 29-Jähriger an seinen Verletzungen gestorben war. Am Freitagabend (Ortszeit) wurden von der Polizei in Memphis im Bundesstaat Tennessee mehrere Videos freigegeben, die den Vorfall aus verschiedenen Einstellungen zeigen. US-Präsident Joe Biden zeigte sich von den Bildern schockiert. In Memphis kam es zu Protesten.

Zur Story