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Nordkorea hat die diplomatische Krise mit Malaysia weiter verschärft und den Botschafter des Landes, Kang Chol (rechts) ausgewiesen.
Nordkorea hat die diplomatische Krise mit Malaysia weiter verschärft und den Botschafter des Landes, Kang Chol (rechts) ausgewiesen.Bild: FAZRY ISMAIL/EPA/KEYSTONE

Nordkorea weist Botschafter Malaysias aus

06.03.2017, 15:4506.03.2017, 15:52

Nordkorea hat die diplomatische Krise mit Malaysia weiter verschärft und den Botschafter des Landes ausgewiesen. Hintergrund ist der Streit über den Giftanschlag auf den Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un.

Nordkorea steht im Verdacht, den Anschlag auf Kim Jong Nam mit dem gefährlichen Nervengas VX auf dem Flughafen von Kuala Lumpur in Auftrag gegeben zu haben. Kims älterer Halbbruder war am 13. Februar vergiftet worden, als er nach Macau fliegen wollte. Der 45-Jährige, der zuletzt meist ausserhalb Nordkoreas gelebt hatte, war innerhalb von 20 Minuten tot.

Malaysia verwies wegen des Anschlags den nordkoreanischen Botschafter am Samstag des Landes. Im Gegenzug habe Nordkorea den Botschafter Malaysias am Sonntagvormittag (Ortszeit) aufgefordert, das Land binnen 48 Stunden zu verlassen, berichteten Nordkoreas Staatsmedien am Montag. 

«Diese gegenseitige Massnahme ist in der Diplomatie normal», sagte ein Sprecher des malaysischen Aussenministeriums. Der Botschafter befinde sich bereits seit einiger Zeit in Malaysia, seitdem er zurückgerufen worden sei. Eine Ausweisung gilt als eine der härtesten Massnahmen im diplomatischen Umgang zwischen zwei Staaten.

Kritik an Malaysia

Pjöngjangs bisheriger Vertreter in Kuala Lumpur, Kang Chol, kritisierte unterdessen vor seinem erzwungenen Rückflug in seine Heimat in scharfem Ton die malaysische Regierung und die Ermittlungen der Polizei zum Fall Kim Jong Nam.

Er warf der Regierung vor, «extreme Massnahmen» ergriffen und damit den bilateralen Beziehungen geschadet zu haben. Die Behörden hätten eine Autopsie der Leiche ohne «Zustimmung und Anwesenheit der nordkoreanischen Botschaft» vorgenommen.

Der Botschafter hatte Malaysia wiederholt vorgeworfen, mit anderen Staaten gegen sein Land zu paktieren, womit er offensichtlich Südkorea meinte. Zudem soll sich auf dem Botschaftsgelände noch einer von sieben Nordkoreanern aufhalten, die wegen des Mordes gesucht werden. Zwei Frauen aus Vietnam und Indonesien, die das Attentat verübt haben sollen, sitzen in Malaysia bereits in Haft. (sda/dpa)

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