Schweiz
Krankenkasse

Schweiz: Kosten steigen weiter, und die Krankenkassenprämien auch

Erneuter Kosten-Anstieg: In diesen Regionen gehen die Menschen am meisten zum Arzt

Die Verschnaufpause bleibt aus: Auch 2025 stiegen die Kosten, die über die obligatorische Krankenversicherung abgerechnet werden, um mehr als 5 Prozent. Das sind 250 Franken mehr pro Kopf und Jahr.
11.02.2026, 05:3111.02.2026, 06:33
Anna Wanner / ch media

Es sind keine guten Nachrichten: Trotz verschiedener Massnahmen wachsen die Kosten im Gesundheitswesen ungebremst weiter. Auch 2025 stiegen die Ausgaben für die obligatorische Krankenversicherung um 5,2 Prozent. Das bedeutet: Eine Person verursachte durchschnittlich Kosten in der Höhe von 4968 Franken, wie das Kostenmonitoring des Bundesamts für Gesundheit zeigt. Das sind 247 Franken mehr als im Vorjahr.

Une illustration pour la hausse des primes d'assurance-maladie, montre le communique de la Confederation qui annonce une augmentation des primes pour l'annee 2025 le jeudi 26 septembre 2024  ...
Auch 2025 stiegen die Gesundheitskosten laut BAG wieder an. (Symbolbild)Bild: keystone

Überhaupt haben sich die Kosten in den letzten vier Jahren um 1000 Franken pro Kopf erhöht – 2021 lagen diese bei 3999 Franken. Damals, im ersten Coronawinter, gingen die Leistungen gar zurück. Danach folgte die Aufholjagd. Das widerspiegelt sich auch in den anhaltend hohen Prämiensteigerungen seither.

Das BAG schreibt zu den Zahlen:

«Steigende Gesundheitskosten haben immer auch steigende Krankenkassenprämien zur Folge.»

Wer die Zahlen nach Kantonen aufschlüsselt, sieht schnell, dass die Betroffenheit sehr unterschiedlich ist: Während Personen im Kanton Genf im Schnitt Leistungen in der Höhe von über 6000 Franken pro Jahr beziehen, halten sich die Appenzeller zurück. In Innerrhoden verursacht eine Person rund 3500 Franken Krankenkassenkosten pro Jahr.

Patientin Krankenkasse Arztbesuch Arzt (Bild: Shutterstock)
In Genf und im Tessin beziehen die Menschen deutlich mehr Gesundheitsleistungen als In Appenzell oder der Zentralschweiz. (Symbolbild)imago

Dazwischen gibt es viele Schattierungen. Wobei sich zeigt, dass die Westschweizerinnen und Tessiner deutlich mehr Leistungen beanspruchen als Personen gerade in ländlichen Kantonen der Deutschschweiz.

Grosse Dynamik bei Psychotherapie und Spitex

Der grösste Posten mit rund 1900 Franken pro Jahr und Person sind Spitalleistungen, wobei ambulante Behandlungen (ohne Übernachtung) die stationären Behandlungen (mit Übernachtung) kostenmässig überholt haben. Die zwei anderen grossen Kostenblöcke sind ärztliche Leistungen mit rund 1100 Franken und Medikamentenkosten von rund 900 Franken.

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Bild: BAG/chmedia/jga

Deutlich stärker wachsen allerdings andere Bereiche: Die ambulante Krankenpflege (Spitex) verzeichnet mit einem Plus von 13 Prozent – das sind 173 Franken pro Person und Jahr – prozentual den stärksten Anstieg.  Die Psychotherapie durch Psychologinnen und Psychologen wuchs um 9,8 Prozent (86 Franken), gefolgt von anderen Leistungen wie beispielsweise Physiotherapie, Laboruntersuchungen oder Ernährungsberatung.

Die Jungen beziehen mehr Leistungen

Dass mehr Pflegeleistungen bezogen werden, liegt auch an der alternden Bevölkerung. Die Demografie wird gerne als Grund für die steigenden Gesundheitskosten genannt. Doch das greift zu kurz, wie die Zahlen zeigen. Die Kosten entwickeln sich bei den Jungen stärker: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre bezogen um 7,5 Prozent mehr Leistungen als im Vorjahr. Bis 26-Jährige verursachten 8 Prozent mehr Kosten.

Die oberste Ärztin Yvonne Gilli sagt unlängst gegenüber dieser Zeitung: Junge Patientinnen und Patienten seien gesund, liessen sich aber schneller verunsichern und gingen häufiger zum Arzt. «Wir stellen fest, dass das Grundvertrauen in den eigenen Körper bei vielen Jungen abgenommen hat. Es braucht viel, um diese Sicherheit wieder herzustellen.»

Klar ist indes, dass die finanzielle Last steigt. Das BAG erklärt darum die Dämpfung des Kostenwachstums zu einer «Daueraufgabe aller Beteiligten». Das BAG setze sich seit Jahren für die Kostendämpfung im Gesundheitswesen ein. Viele der angestossenen Massnahmen sind in der Umsetzung. Dazu gehören die beiden Kostendämpfungspakete des Bundesrats, sowie die Anfang Jahr eingeführte Tarifreform.

Eine Massnahme, die dazugekommen ist: Die Quartalszahlen zur Kostenentwicklung mit einer Medienmitteilung zu begleiten. Um das Bewusstsein für die steigenden Kosten zu schärfen. (aargauerzeitung.ch)

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