DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Nach Polizeiangaben starb Daphne Caruana Galizia, als eine unter ihrem fahrenden Auto angebrachte Bombe explodierte.
Nach Polizeiangaben starb Daphne Caruana Galizia, als eine unter ihrem fahrenden Auto angebrachte Bombe explodierte.Bild: AP/AP

Diese Bloggerin brachte Politiker in Malta ins Schwitzen und bezahlte mit ihrem Leben

16.10.2017, 19:0817.10.2017, 14:42

In Malta ist am Montag eine Bloggerin getötet worden, die der Regierung des Inselstaats Korruption vorgeworfen hatte. Nach Polizeiangaben starb Daphne Caruana Galizia, als eine unter ihrem fahrenden Auto angebrachte Bombe explodierte.

Maltesischen Medienberichten zufolge explodierte das Auto, kurz nachdem die 53-Jährige es gestartet hatte. Dem staatlichen TV-Sender TVM zufolge hatte sich Caruana Galizia vor zwei Wochen an die Polizei gewandt, weil sie Morddrohungen erhalten habe.

«Wenn die Menschen ihre Regierung fürchten, ist das Tyrannei, wenn die Regierung die Menschen fürchtet, ist das Freiheit»

Auf Malta haben mehrere tausend Menschen an Mahnwachen teilgenommen. In der Stadt Sliema im Nordosten der Mittelmeerinsel hielten die Teilnehmer einer Mahnwache am Montagabend Kerzen in den Händen, sie legten Blumen und Beileidsbekundungen nieder.

«Wenn die Menschen ihre Regierung fürchten, ist das Tyrannei, wenn die Regierung die Menschen fürchtet, ist das Freiheit», war auf einem Schild zu lesen, das mit Blumen und Kerzen am Strassenrand hinterlassen wurde.

Der maltesische Regierungschef Joseph Muscat sprach von einer «barbarischen» Tat und einem «schwarzen Tag für unsere Demokratie und unsere Meinungsfreiheit». Der Mitte-links-Politiker wies die Sicherheitskräfte an, die Täter zu finden und vor Gericht zu bringen.

Caruana Galizia ist tot.
Caruana Galizia ist tot.Bild: AP/The Malta Independent

Die 53-jährige Internet-Bloggerin, die als Journalistin auch für andere Medien tätig war, hatte mit ihren Berichten erreicht, dass Muscat wegen der Vorwürfe im Zusammenhang mit den «Panama Papers» vorgezogene Neuwahlen ansetzte.

Unter anderem steht dessen Frau im Verdacht, Bestechungsgelder auf geheimen Konten in Panama versteckt zu haben. Vorwürfe im Zusammenhang mit Off-Shore-Konten richteten sich auch gegen den Energieminister sowie gegen Muscats Kabinettschef. Muscat hatte die Vorwürfe kategorisch bestritten und für den Fall, dass sie sich als wahr erweisen sollten, seinen Rücktritt angekündigt.

Aus der vorgezogenen Parlamentswahl im Juni ging Muscats Arbeiterpartei trotz der Korruptionsvorwürfe als Siegerin hervor. Es war das erste Mal seit der Unabhängigkeit des Inselstaats von Grossbritannien 1964, dass die Arbeiterpartei zwei Wahlen in Folge gewann.

(sda/afp/dpa)

Frau wirft Hai mit blossen Händen zurück ins Meer

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
pun
17.10.2017 09:20registriert Februar 2014
Holy Shit! Sowas sollte in Europa eigentlich nur noch in Serien wie "House of Cards" geschehen. Zeigt, wie richtig die Panama Leaks lagen. Bitte watson und andere Medienschaffende: Bleibt dran! Make Journalism A Threat Again!
391
Melden
Zum Kommentar
2
Eine Ära geht zu Ende in Frankreich: Die automatische Zeitansage endet nach 89 Jahren

Die Ansage der automatischen Zeitansage ist Kult: «Beim nächsten Ton ist es 8 Uhr, 9 Minuten und 30 Sekunden.» Doch in Frankreich neigt sich diese Ära nun zu Ende. Denn um Mitternacht in der Nacht auf Freitag wurde die automatische Zeitansage nach 89 Jahren eingestellt.

Zur Story