International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Neue Enthüllungen um Panama Papers: IKRK soll für Briefkastenfirmen missbraucht worden sein



Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes ist nach Recherchen der «SonntagsZeitung» missbraucht worden, um die wahren Besitzer von Briefkastenfirmen zu verschleiern. Die Kanzlei Mossack Fonseca aus Panama nutzte demnach den Namen der Organisation ohne deren Wissen.

Wie «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» aufgrund von Angaben aus den sogenannten Panama Papers berichten, setzte Mossack Fonseca das Rote Kreuz unter leicht verändertem Namen als Begünstigte einer Stiftung in Panama ein. Diese Stiftung mit unverdächtigem Nutzniesser ist sodann Aktionärin hunderter Strohfirmen, deren wahre Begünstigten geheim bleiben wollen.

Der Präsident des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK), Peter Maurer, zeigt sich erstaunt über diese Praktik: «Wir haben nie eine Beziehung gehabt zu dieser Firma Mossack Fonseca und nie Geld erhalten», sagte er im Interview. «Wir wollen in keinster Weise an solch zweifelhaften Geschäften beteiligt sein, und wir wollen ebenso wenig, dass unser Name in Verbindung gebracht wird.»

President of the International Red Cross Peter Maurer, speaks during an interview with The Associated Press in Damascus, Syria, Thursday, Feb. 25, 2016.  The need for humanitarian assistance is increasing in Syria and humanitarian actors must be given access to vulnerable populations, the president of the International Committee of the Red Cross said Thursday.(AP Photo/Hassan Ammar)

Peter Maurer.
Bild: Hassan Ammar/AP/KEYSTONE

IKRK will intervenieren

Er sieht ein «enormes Risiko» für die Organisation: «Es gibt kaum eine Marke, die international so schutzbedürftig ist wie die des IKRK.» In Kriegsgebieten seien die IKRK-Mitarbeiter einigermassen sicher, weil der Name und das Emblem für Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und absolute Integrität stünden und respektiert würden.

«Stellen Sie sich vor, wir würden in Verbindung gebracht mit einer Firma, die beispielsweise einer Kriegspartei zuzurechnen wäre», gibt Maurer zu bedenken. «Nicht auszudenken, in was wir hineingezogen werden könnten.» Das IKRK werde alles in seiner Macht stehende unternehmen, um solchen Missbrauch zu stoppen.

Die Nutzung des Namens des Roten Kreuzes ermöglicht es laut den Zeitungen, etwa ein Bankkonto für eine Strohfirma zu eröffnen. Wenn die Bank nach dem wirtschaftlich Berechtigten fragt, kann das Rote Kreuz als angeblich Begünstigten angegeben werden. (cma/sda)

Panama Papers

«In unseren Investigativraum kam nicht mal die Putzfrau rein» – Datenjournalistin Vanessa Wormer über die Panama Papers

Link zum Artikel

So also sieht eine Briefkastenfirma in Panama aus

Link zum Artikel

Offshore-Insider Elmer zu Gast bei Schawinski: 7 Erkenntnisse aus der gestrigen Panama-Talkshow

Link zum Artikel

Warum gerade Panama? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Mega-Datenleck

Link zum Artikel

Panama Papers für Dummies: Offshore-Banking ist wie ein 5-Jähriger, der sein Sparschwein vor seiner Mami versteckt

Link zum Artikel

Panama Papers: Die Ergebnisse sind öffentlich, die Quellen nicht – warum eigentlich?

Link zum Artikel

Die Professorin, die Putin schon vor zwei Jahren entlarvte

Link zum Artikel

Panama Papers: Das grösste Datenleck aller Zeiten enthüllt die Geheimnisse schmutzigen Geldes

Link zum Artikel

Deshalb sind die Panama Papers so wichtig: Video zeigt Opfer des Offshore-Business

Link zum Artikel

«Wir wurden gehackt. Das ist ein Verbrechen»: Riesiges Leak zu Briefkastenfirmen auf Panama

Link zum Artikel

Panama Papers: Und was hat das mit der Schweiz zu tun?

Link zum Artikel

Panama Papers: Die Offshore-Deals reicher Putin-Freunde

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Nach Maurers Englisch-Desaster: Jetzt nimmt ihn Martullo in die Mangel (You Dreamer!😂)

Link zum Artikel

13 Cartoons, die unsere Gesellschaft auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

Super-GAU für Huawei? Das müssen Handy- und PC-User jetzt wissen

Link zum Artikel

Perlen aus dem Archiv: So (bizarr) wurde 1991 über den Frauenstreik berichtet

Link zum Artikel

Strache-Rücktritt: Europas Nationalisten haben einen wichtigen General verloren

Link zum Artikel

Steakhouse serviert versehentlich 6000-Franken-Wein – die Reaktionen sind köstlich

Link zum Artikel

Das Huber-Quiz: Dani ist zurück aus den Ferien. Ist er? IST ER?

Link zum Artikel

Instagram vs. Realität – 14 Vorher-nachher-Bilder mit lächerlich grossem Unterschied

Link zum Artikel

8 Gerichte, die durch die Beigabe von Speck unwiderlegbar verbessert werden

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
sentifi.com

Watson_ch Sentifi

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 10.04.2016 23:56
    Highlight Highlight Und wieso sollte ich diesem ominösen Peter Maurer vom IKRK mehr glauben als der Kanzlei Mossack Fonseca?

    Das IKRK hat alle finanziellen Mittel der Welt, um seine dunklen Geschäfte zu verschleiern und abzustreiten und um Kritiker zu diskreditieren.

Warum dieser Professor glaubt, dass global nachhaltiges Wachstum eine Illusion bleibt

Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwestschweiz, rechnet in seinem neuen Buch mit wachstumskritischen Meinungen ab. Wir haben den Autor zum Interview getroffen.

«Wachstum macht die Menschen in hoch entwickelten Gesellschaften nicht glücklicher, gerät aber mit der Endlichkeit des Planeten in Konflikt. Warum hören wir nicht einfach damit auf, immer noch mehr wachsen zu wollen?» Das schreibt der Ökonom Mathias Binswanger in seinem neuesten Buch. Ja, warum sind wir nicht zufrieden mit dem, was wir haben, Herr Professor?

Ihr Buch rechnet ziemlich schonungslos ab mit wachstumskritischen Meinungen. Ohne Wachstum kein Kapitalismus. Mit Aufrufen zu Masshalten, …

Artikel lesen
Link zum Artikel