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Rumänien

Misstrauensvotum in Rumänien – prowestliche Regierung stürzt

Romanian Prime Minister Ilie Bolojan, centre, talks on the phone during a no confidence vote in Bucharest, Romania, Tuesday, May 5, 2026. (AP Photo/Vadim Ghirda)
Romania Politics
Wurde abgesetzt: Ilie Bolojan.Bild: keystone

Misstrauensvotum in Rumänien – prowestliche Regierung stürzt

05.05.2026, 13:5906.05.2026, 05:44

In Rumänien ist die prowestlichen Regierung unter dem bürgerlichen Ministerpräsidenten Ilie Bolojan durch ein Misstrauensvotum mit grosser Mehrheit im Parlament abgesetzt worden.

Den Antrag hatte die oppositionelle rechtsextreme Fraktion AUR zusammen mit den bis vor kurzem mitregierenden Sozialdemokraten (PSD) gestellt. Sie begründeten diesen mit ihrer Kritik an Bolojans Sparpolitik sowie gegen einen von seiner Regierung geplanten Verkauf von Anteilen grosser Staatsbetriebe.

281 Abgeordnete und Senatoren stimmten für den Antrag – unter ihnen viele auch aus anderen kleineren extrem rechten Fraktionen. PSD und AUR haben zusammen nur 219 Mandate in Abgeordnetenhaus und Senat. Für eine Annahme des Antrags hätten 233 Stimmen gereicht.

Schwierige neue Regierungsbildung steht bevor

Nunmehr muss Staatspräsident Nicusor Dan dem Parlament einen neuen Kandidaten für das Amt des Regierungschefs vorschlagen. Lehnt das Parlament zwei entsprechende Vorschläge nacheinander ab, darf der Staatschef das Parlament auflösen und vorgezogene Neuwahlen verfügen. Dan hatte zuletzt erklärt, dass er keinen Kandidaten für das Amt des Premiers nominieren werde, der von der «antiwestlichen» AUR unterstützt werde. AUR ist nach PSD die stärkste Fraktion im Parlament. (sda/dpa)

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28 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Der Buchstabe I (Zusammenhang wie Duschvorhang)
05.05.2026 14:58registriert Januar 2020
Die AUR gilt als rechtspopulistisch bis ultranationalistisch und ist latent bis offen russlandfreundlich!

Hier muss die EU druck aufbauen!

Was bringt Europa die Absetzung von Orban, wenn nur ein EU-Land weiter die nächste Putin-Marionette aufsteht?!
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Pantoffelheld
05.05.2026 15:00registriert September 2025
Sozialdemokraten, die gemeouinsame Sachen mitlRechtsextremen machen, sind keine Sozialdemokraten.
Ganz egal, wie der Vorstoss lautet, man unterstützt keine rechtsextremen Parteien und Initiativen. Punkt.
Das Ziel von AUR dürfte klar sein: Neuwahlen erzwingen in der Hoffnung, eine rechtsextreme Regierung installieren zu können. Mit der PSD als Steigbügelhalter.
Für die EU bedeutet dieser Fall, dass Rumänien sofort ausgeschlossen werden muss - sollte bis dahin die Pflicht zur Einstimmigkeit augehoben worden sein - und auf die Sanktionsliste gesetzt werden.
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