International
Russland

Razzia bei Russlands grösstem Verlagshaus Eksmo: Verdacht auf Propaganda

«Homo-Propaganda»: Razzia bei Russlands grösstem Verlagshaus

21.04.2026, 16:1521.04.2026, 16:15

Die russischen Behörden durchsuchen Medienberichten zufolge den landesweit grössten Verlag «Eksmo» wegen des Verdachts der Verbreitung von «Homo-Propaganda» unter Jugendlichen.

«Eksmo» ist der grösste Verlag in Russland.
«Eksmo» ist der grösste Verlag in Russland.bild: IMAGO / SNA

Der Generaldirektor des Verlags Jewgeni Kapjew und weitere Manager seien festgenommen worden, berichtete der russische Fernsehsender Ren-TV. Zudem hätten Sicherheitsbeamte Tausende Bücher beschlagnahmt, die der Verlag inoffiziell vertrieben habe, heisst es weiter.

Bei den Büchern handelt es sich angeblich um Romane, die «Homo-Propaganda» betrieben, das heisst gleichgeschlechtliche Liebe lebensbejahend darstellten. Das ist in Russland seit einem vor mehr als zehn Jahren erlassenen Gesetz verboten.

Gleichgeschlechtliche Liebe im Verlagsprogramm verboten

Zuletzt hatte Moskau die Gesetze noch einmal verschärft: Verlage mussten daher Titel aus dem Programm nehmen und ganze Auflagen einstampfen, wenn in den Handlungen auch gleichgeschlechtliche Liebe vorkommt. Aktivisten, die für die Rechte Homosexueller eintreten, droht eine Verfolgung als Extremisten und damit im Ernstfall auch Straflager-Haft.

Auch in anderen Bereichen schreitet die Zensur weiter fort: So wurde jüngst bekannt, dass mehrere Biografien des bekannten russischen Schriftstellers Michail Bulgakow («Meister und Margarita») oder des Poeten, Sängers und Schauspielers Wladimir Wyssozki markiert werden müssen, weil sie angeblich Werbung für den Drogenkonsum enthalten. (hkl/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
10 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
10
Helfen oder lassen: Beim Timmy-Drama scheiden sich die Geister
Buckelwal Timmy sorgt seit Wochen für Schlagzeilen. Nach wie vor wollen Helfende das Tier befreien und ins Meer geleiten. Doch was für Timmy wirklich am besten ist, darüber gehen die Meinungen weit auseinander.
Das Drama um den gestrandeten und Timmy getauften Buckelwal in der Ostsee nimmt kein Ende. Die Helfer hoffen, dass das tonnenschwere Tier nach einer nächtlichen Erholungspause erneut losschwimmt und den Weg aus der Kirchsee, einer flachen Bucht der Insel Poel nördlich von Wismar, findet.
Zur Story