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FILE  - In this Friday, Oct. 30, 2015 file photo, visitors look at an exposition at the opening of the Gulag history museum in Moscow, Russia. A museum studying the history of Soviet prison camps said Friday, June 8, 2018 that it has discovered a recent, secret Russian order instructing officials to destroy data on prisoners. Up to 17 million people were sent to the Gulag, the notorious Soviet prison camp system, in the 1930s and 1940s, and at least 5 million of them were convicted on false testimony. The prison population in the sprawling labor camps peaked at 2 million people. (AP Photo/Alexander Zemlianichenko, File)

Die russische Regierung hat kein Interesse mehr daran, die Gulag-Vergangenheit der Sowjetunion aufzuarbeiten.  Bild: AP/AP

Aufarbeitung unerwünscht: Russisches Gulag-Museum zur Schliessung gezwungen



In Russland ist ein Gulag-Museum zur Schliessung gezwungen worden. Der Museumsdirektor hält den Schritt für politisch motiviert, weil die Aufarbeitung von stalinistischen Verbrechen zunehmend unerwünscht ist. Die Behörden erklärten, am Gebäude gebe es bauliche Mängel.

«Wir haben keinen Zugang mehr zum Museum», sagte der Direktor des Museums im westrussischen Joschkar-Ola, Nikolai Araktschejew, der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Es habe einen Versuch gegeben, die Exponate zu beschlagnahmen. Aus dem örtlichen Kulturministerium hiess es, das Gebäude sei geschlossen worden, weil es eine Gefahr für Besucher sei.

Der Direktor versicherte aber, nur das Dach müsse mal repariert werden. «Sie wollen das Museum zerstören, das eine Quelle der historischen Wahrheit und Freiheit ist», sagte Araktschejew.

One of the Gulag camps is seen in the capital of the Jewish Autonomous Region, Birobidzhan, 8,368 km (5,200 miles) east of Moscow, in this 1954 photo. The board fence, right, off the main street, hides a prison work gang. The corner hut is for internal affairs soldiers who stand guard with machine guns. The mayor of the remote Arctic city of Vorkuta, 2,000 kilometers (1,200 miles) northeast of Moscow, that was home to some of the most feared Gulag camps wants to build a new one, with a twist. The inmates would sentence themselves to go there, and pay a premium for it. (KEYSTONE/AP Photo) ===  ===

Gefährlich unscheinbar: Ein Gulag-Camp im Osten der damaligen Sowjetunion. Bild: AP

Recherchen zum Gulag-System werden schwieriger

Der frühere Soldat, der mehrere Jahre für die Menschenrechtsorganisation Memorial gearbeitet hat, recherchiert seit Jahren zu den stalinistischen Verbrechen und dem Gulag genannten System der Straf- und Arbeitslager in der Sowjetunion. Araktschejew versucht insbesondere, die Überreste der Opfer aufzuspüren, die in den Wäldern um die Stadt zu hunderten erschossen wurden.

Unter Präsident Wladimir Putin ist die Aufarbeitung der stalinistischen Verbrechen zunehmend unerwünscht und Historiker, die zu dieser Periode forschen, werden immer wieder unter Druck gesetzt. Im Juni berichtete zudem ein Forscher, dass die Behörden Gefängnisunterlagen zum Gulag zerstört hätten. (leo/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 22.07.2018 10:05
    Highlight Highlight Das kann eigentlich nur Eines bedeuten:
    Der Stalinismus erlebt gerade ein Revival!
    (Eigentlich ganz ähnlich, wie bei uns im Westen immer mehr Faschisten aus ihren Bunkern kriechen und Dinge skandieren, die man noch vor ein paar Jahren nicht mehr für möglich gehalten hätte.
    Wieso sollten sich Stalinisten (oder Faschisten) auch komplett ändern?
    Ein Scheusal bleibt in der Regel ein Scheusal.
    Es entwickelt in seinem Leben sogar immer mehr heimtückische Raffinesse!
    Die ganze Welt steuert wegen nicht angegangenen Gross-Problemen auf Katastrophen zu, die sich gegenseitig kumulieren würden...
  • Fabian Studer 22.07.2018 00:01
    Highlight Highlight Oh nein der böse Putin. Der immer seine Machenschaften mit anderen Rechtsextremen Staatsoberhaupten hat. Er will die Vergangenheit der Kommunisten tilgen... Das hat nichts mit Links rechts schiesse zu tun sondern mit Liberalismus gegen Faschismus (autoritär, Top down)

    Aber auch wenn es mit Extremismus zu tun hat, es wurden auch 2018 wieder Statuen von Marx gebaut denn die Sowjetunion war ja kein Sozialismus, dieser muss nämlich noch durchdringender und kompromisslos implementiert werden um das wahre Ziel zu erreichen...........
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 21.07.2018 11:33
    Highlight Highlight Bedenklich wie der Whataboutismus hier im Forum lebt. Kleiner Hinweis an die "Aber-der-Westen-und-seine-Verbrechen-Fraktion". Das ist a) nicht das Thema des Artikels, b) werden zb in den USA keine Museen geschlossen, weil sie sich mit der Geschichte der Indigenen Bevölkerung und ihrer Unterwerfung auseinandersetzten.
    • Fabio74 22.07.2018 12:49
      Highlight Highlight nein Diktator. Kein Mensch redet irgendwas schön.
      Lernt endlich mal zu differenzieren. Kritik am einen heisst nicht gut heissen beim anderen.
      Gegen Ignorant helfen keine Rudel-Satzzzeichen
  • Beat Galli 21.07.2018 09:49
    Highlight Highlight Da mich dieses Thema gleich mehrfach Interessiert, da noch ein Paar gewollt vergessene Zahlen.
    -Spanien/Portugal vernichtete auch zig Milionen In Nord und Südamerika. Dies wird mit besiedelung ab getan.
    -Englands Empire in der Viktorianischen Zeit werden such nur von der guten Seite beleuchtet. Geschätzte 100-120 Milionen Tote innert 40Jahren Viktorianischen Eroberungen.
    -Der Völkermord an den Aboriginies wird auch eher klein gehalten.
    -Beim Sklavenhandel Afrika Amerika sind auch nur die bösen Amis in den Geschichtsbüchern zu finden. Die Händler (alle anderen Europäer) kommen recht gut weg...
    • KXXY 21.07.2018 10:13
      Highlight Highlight Whataboutism?

      Das Thema hier ist der Gulag, und nicht irgendwelche Steinzeitgeschichte, ok?
    • Lowend 21.07.2018 10:33
      Highlight Highlight Und was verändern diese Beispiele daran, dass. Russland seine Geschichte verleugnen möchte und darum Museen schliesst?

      Gerade Sie, der anscheinend an historischen Fakten interessiert zu sein scheint, müsste mit totaler Verachtung für solche Versuche der Geschichtsklitterung reagieren?

      Daher glaube ich eher, dass ihre Ablenkungsversuche zur üblichen russischen Propaganda gehören, Dinge zu beschönigen, indem man andere beschuldigt, genau so, oder noch widerlicher zu sein, wie man selber ist. Schade eigentlich!
    • _kokolorix 21.07.2018 11:11
      Highlight Highlight Klingt nach Whataboutism...
    Weitere Antworten anzeigen
  • ....ich weiss nicht aber: 21.07.2018 09:45
    Highlight Highlight ....so wie in der Schweiz. Es ist noch zu früh bei den Russen, die Geschichte aufzuarbeiten. Oder will mir jemand sagen, dass die Schweizer schnell waren mit ihren Geschichten wie: Katholizismus/Missbrauch Verdingkinder u.a. Also, wer will noch mehr schreiben? Nur zu.
    • Fabio74 21.07.2018 11:16
      Highlight Highlight Falsch. Es ist nie zu früh aber oft spät. Dann wenn die Opfer des Unrechts tot sind. Aber es ist NIE zu spät
    • dding (@ sahra) 21.07.2018 11:47
      Highlight Highlight @Wie funktioniert,,,
      Wenn man keine Ahnung hat, und in so einem Zusammenhang, solchen Unsinn in die Welt lässt, wie Sie eben, dann ... ja dann wäre es besser, es gäbe diese Kommentarspalte einfach nicht.
    • swisskiss 21.07.2018 12:16
      Highlight Highlight Selbst in der "besten Demokratie der Welt" ist es nicht leicht, Fehler und Versäumnisse einzugestehen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. So wird bis heute die Diskussion über die Verantwortung der Schweiz für die Stützung des Naziregime tunlichst vermieden und die "das Boot ist voll" Politik gegenüber den Flüchlingen jüdischen Glaubens während des 2. WK. im Angesicht der aktuellen Problematik mir den Flüchlingen moslemischen Glaubens ignoriert.

      ABER staatlich verordnete Tabusierung ist ein Zeichen der Verweigerung der grundsätzlichen Aufarbeitung der eigenen Geschichte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Beat Galli 21.07.2018 09:41
    Highlight Highlight Ja, dieses böse Putin-Land.
    In den Französischen Geschichtsbüchern kannst du über die Gräultaten in Algerien, Vietnam und sonst wo auch nichts finden.
    In den Italienischen Geschichtsbü hern wird auch mieber über das grosse Römische Reich erzählt, aber die Gräultaten in Ätiopien und Somalia werden auch mieber verschwiegen.
    Das die Indianer vor irsinnig langer Zeit vernichtet worden sind weiss jeder.
    Aber ist es auch jedem bewusst, dass es bis knapp vor 1900 normal war Indianer straflos zu metzgen? WohlverstandenNUR 35 Jahre vor dem Völkermord an den Juden wird ein grösserer Völkermort ignoriert
    • KXXY 21.07.2018 10:14
      Highlight Highlight Whataboutism
    • grünezecke #fcksvpafd 21.07.2018 10:56
      Highlight Highlight Nun ist es in ordnung dieses wichtige museum schliessen zu lassen weil anderorts auch gräueltaten begangen wurden? Absurd
    • _kokolorix 21.07.2018 11:08
      Highlight Highlight Du findest es also legitim, dass Russland seine Vergangenheitsforschung aktiv behindert weil der Westen diese nicht aktiv fördert?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Macto 21.07.2018 09:19
    Highlight Highlight Solche Dinge machen mich sprachlose. Vergessen wir die Fehler der Vergangenheit, so werden wir diese wiederholen.
  • Troll Watson 21.07.2018 09:09
    Highlight Highlight Wie legitim ist es in Russland den Holocaust zu leugnen?
    Glaube zwar nicht, dass sich die Leute gross dafür interessieren.
  • reconquista's creed 21.07.2018 07:45
    Highlight Highlight Sehr viel der Gräueltaten der Deutschen haben die Russen im Zweiten Weltkrieg ebenfalls begangen. Sie haben den Krieg mit Deutschland zusammen begonnen (Hitler-Stalin-Pakt), sie hatten diese Arbeitslager (Gulags) und sie führten ebenfalls Massenmorde und Säuberungen durch (z.B. Katyn).
    Erschreckend wie - gegenüber zu Deuschland, dass seine Vergangenheit aufarbeiten (musste) - diese Punkte in Russland systematisch verdrängt und der grosse Vaterländische Krieg glorifiziert werden.
    • majcanon 21.07.2018 10:29
      Highlight Highlight Geschichte wird von den Siegern geschrieben... Traurig, aber wahr...
    • Fabio74 21.07.2018 11:20
      Highlight Highlight Die Verantwortung für den 2. Weltkrieg tragen die Deutschen. Der Pakt mit Hitler war übelster Sorte. Dann müsstest du aber auch die Franzosen und Briten anklagen, die zwar Polen Beistand garantierten und Hitler den Krieg erklärten, aber dann nichts unternahmen.
    • Antifa Bern #fcksvp #fckCH 21.07.2018 11:33
      Highlight Highlight @Domsh damit relativierst du den Holocaust. Ohne den Helden Stalin, wäre der Faschismus nie besiegt worden. Merke: Wer den Faschismus besiegt, ist ein Held.
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