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Flugzeugabsturz Metrojet im Sinai
quelle: x02738 / mohamed abd el ghany
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Flugzeugabsturz im Sinai: Der Airbus soll noch in der Luft auseinandergebrochen sein

01.11.2015, 15:4901.11.2015, 16:50

Das in Ägypten abgestürzte russische Passagierflugzeug ist nach Angaben russischer Ermittler schon in der Luft auseinandergebrochen. «Die Zerstörung ist in der Luft geschehen. Aber es ist zu früh für Schlussfolgerungen», sagte Viktor Sorotschenko von der Untersuchungskommission am Sonntag.

Der Airbus A321 war am frühen Samstagmorgen vom Badeort Scharm el-Scheich am Roten Meer nach St.Petersburg gestartet. Über der Sinai-Halbinsel brach 23 Minuten nach dem Start der Kontakt zu der Chartermaschine der russischen Fluggesellschaft Kogalimawija ab, die unter dem Namen Metrojet fliegt.

Das Wrack wurde dann rund hundert Kilometer südlich der Stadt Al-Arisch im bergigen Nordsinai gefunden. Nach Behördenangaben gab es keine Überlebenden. Bis Sonntagvormittag wurden nach ägyptischen Militärangaben 163 Leichen gefunden.

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Flugzeugabsturz: Auch Fluglinie Emirates umfliegt aus Sicherheitsgründen Sinai
Nach Flugzeugabsturz im Sinai: Sterbliche Überreste der Absturzopfer sollen schnell nach Russland gebracht werden

Weil sogar noch in acht Kilometern Entfernung die Leiche eines dreijährigen Mädchens gefunden worden sei, sollte die Suche auf einen Umkreis von 15 Kilometern um die Absturzstelle ausgedehnt werden.

An Bord waren neben vier ukrainischen Insassen ausschliesslich russische Passagiere sowie sieben Besatzungsmitglieder. Unter den Todesopfern sind nach ägyptischen Angaben mindestens 17 Kinder.

Trauer in Russland: Tausende gedenken den Opfern des Absturzes.<br data-editable="remove">
Trauer in Russland: Tausende gedenken den Opfern des Absturzes.
Bild: Getty Images Europe

Untersuchung durch internationale Experten

Aus Russland reisten Verkehrsminister Maxim Sokolow und Katastrophenschutzminister Wladimir Puschkow zur Unglücksstelle, wie russische Staatsmedien berichteten. Überdies sollten noch am Sonntag deutsche und französische Ermittler von Airbus in Ägypten eintreffen. Dies ist bei Flugunfällen, in die ein Airbus verwickelt ist, Routine.

Ein Vertreter der ägyptischen Flugaufsicht hatte zunächst gesagt, der Pilot habe zuletzt Probleme mit dem Kommunikationssystem gemeldet. Der für zivile Luftfahrt zuständige ägyptische Minister Mohammed Hossam Kamal widersprach diesen Angaben und erklärte, der Funkkontakt sei «normal» gewesen.

Der Flugschreiber und der Stimmenrekorder seien nach erstem Augenschein nur gering beschädigt, sagte Sokolow nach seiner Ankunft in Kairo. Die noch versiegelten Blackboxen würden entweder in Russland oder in Ägypten ausgewertet.

Bekenntnis von IS-Ableger

Stunden nach dem Absturz bekannte sich der ägyptische Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) auf Twitter dazu, die Chartermaschine zum Absturz gebracht zu haben. Dies sei eine Racheaktion für die russische Intervention in Syrien, wo Russland Luftangriffe unter anderem gegen IS-Stellungen fliegt.

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Ägyptens Ministerpräsident Scharif Ismail erklärte jedoch, Experten hätten versichert, dass die Extremisten nicht in der Lage seien, ein Flugzeug auf einer Höhe von 30'000 Fuss (rund 9100 Meter) zu treffen. Auch Sokolow zeigte sich skeptisch. Die IS-Bekennerbotschaft sei «nicht exakt».

Experten zufolge verfügen die IS-Kämpfer auf dem Sinai weder über die nötige Ausrüstung noch über die Expertise, ein Flugzeug abzuschiessen. Aus Sicherheitsgründen kündigten Lufthansa, Emirates und Air France aber an, den Sinai zu umfliegen, bis die Hintergründe des Absturzes geklärt sind.

Die Experten schlossen indes eine Bombe an Bord oder einen Abschuss durch eine Rakete nicht aus, sollte das Flugzeug in den Sinkflug gegangen sein. Ein technisches oder menschliches Versagen sei aber wahrscheinlicher.

Staatstrauer in Russland

Russischen Airlines wird häufig vorgeworfen, mit veralteten oder schlecht gewarteten Maschinen zu fliegen. Die russische Luftfahrtbehörde Rosawjazija erklärte jedoch, es gebe «keinen Grund, davon auszugehen, dass die Ursache des Desasters ein technisches Problem oder ein Fehler der Crew war».

In Russland wurde für Sonntag Staatstrauer angeordnet. Vor öffentlichen Gebäuden war auf Halbmast geflaggt. Der Fernsehnachrichtensender Rossija 24 unterbrach regelmässig sein Programm für Gedenkmomente. In St.Petersburg legten Trauernde im Ankunftsbereich des Flughafens Pulkowo Blumen und Plüschtiere nieder.

Scharm el-Scheich wird jährlich von tausenden Touristen besucht, darunter viele Russen. Seitdem die ägyptische Armee im Sinai gegen bewaffnete Islamisten vorgeht, werden die Badeorte im Süden durch ein Grossaufgebot von Militär und Polizei gesichert. (lhr/sda/afp/dpa/reu)

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