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Alexej Nawalny mit Pfeilgift getötet: Kreml weist Vorwürfe zurück

Alexej Nawalny mit Nervengift getötet: Kreml weist Vorwürfe zurück

16.02.2026, 11:5916.02.2026, 14:54

Der Kreml weist Vorwürfe zu einer angeblichen Vergiftung des russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny vor zwei Jahren im Straflager «entschieden» zurück.

«Wir akzeptieren solche Anschuldigungen natürlich nicht, wir sind mit ihnen nicht einverstanden, wir halten sie für voreingenommen und unbegründet,», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Laut Deutschlands Aussenminister Johann Wadephul soll Nawalny mit dem Gift eines Pfeilgiftfrosches getötet worden sein.

ARCHIV - Alexej Nawalny, Oppositionsf
Alexej Nawalny ist im Februar 2024 verstorben.Bild: sda

Derweil besuchen viele Menschen, darunter Nawalnys Mutter, in Moskau das Grab des vor zwei Jahren im Straflager zu Tode gequälten Kritikers von Kremlchef Wladimir Putin. Der Todestag jährt sich heute zum zweiten Mal – viele Menschen kommen schon seit dem Morgen trotz Schneesturms zum Borissowskoje-Friedhof in der russischen Hauptstadt.

Russland sprach von natürlicher Todesursache

Julia Nawalnaja, die Witwe des Politikers, lebt im Exil im Ausland und wirft Putin Mord vor. Sie hatte am Samstag mit Wadephul am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz Laborergebnisse bekanntgegeben, denen zufolge ihr Mann mit einem Nervengift getötet worden sein soll. Wadephul zeigte sich schockiert. Nur der russische Staat habe die Mittel und die Möglichkeit gehabt, den Oppositionellen zu vergiften, sagte er.

Die russischen Behörden behaupten, dass Nawalny eines natürlichen Todes gestorben sei. Sie hatten seine Leiche trotz Bitten von Nawalnys Mutter tagelang nicht herausgegeben. Deshalb wurde befürchtet, dass etwaige Giftspuren womöglich nicht mehr nachgewiesen werden können. Unklar ist, wie die Gewebeproben Nawalnys in den Westen gelangt sind.

Julia Nawalnaja, Witwe des Kreml-Kritikers Alexei Nawalny, aufgenommen am 53. St. Gallen Symposium, am Freitag, 3. Mai 2024, in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller).Yulia Navalnaya, widow to Kreml  ...
Die Witwe von Alexej Nawalny, Julia Nawalnaja.Bild: keystone

Nawalnaja hatte am Samstag in München mit Wadephul am Rande der Sicherheitskonferenz Laborergebnisse bekanntgegeben, denen zufolge ihr Mann mit dem Nervengift getötet worden sein soll. Wadephul zeigte sich schockiert, er sprach von Vergiftung.

Der Kreml weist die Giftmord-Vorwürfe – zuletzt unter anderem auch von dem deutschen Aussenminister Johann Wadephul (CDU) – zurück.

«Wir akzeptieren solche Anschuldigungen natürlich nicht, wir sind mit ihnen nicht einverstanden, wir halten sie für voreingenommen und unbegründet», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Laut Wadephul soll Nawalny mit dem Gift eines Pfeilgiftfrosches getötet worden sein, dies hätten Analysen der sterblichen Überreste Nawalnys ergeben. Genaue Details dazu wurden zunächst nicht präsentiert.

Die russischen Behörden behaupten hingegen seit langem, dass Nawalny eines natürlichen Todes gestorben sei. Sie hatten seine Leiche trotz Bitten von Nawalnys Mutter tagelang nicht herausgegeben. Deshalb wurde befürchtet, dass etwaige Giftspuren womöglich nicht mehr nachgewiesen werden können.

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Der Fall Nawalny
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Der Fall Nawalny
Der Kremlkritiker Alexej Nawalny wurde am 20. August in ein Krankenhaus in Sibirien eingeliefert. Nawalny hatte bei einer Reise in Sibirien in einem Flugzeug unter starken Schmerzen das Bewusstsein verloren.
quelle: sda / pavel golovkin
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Grosser Andrang bei Nawalnys Trauerzeremonie in Moskau
Video: watson
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