International
Russland

Putin ordnet Aussetzung aller Flüge nach Ägypten an – Schweizer Airlines flogen nach Scharm el-Scheich

Putin ordnet Aussetzung aller Flüge nach Ägypten an – Schweizer Airlines flogen nach Scharm el-Scheich

06.11.2015, 15:2006.11.2015, 18:08
Mehr «International»

Flugzeugabsturz Metrojet im Sinai

1 / 29
Flugzeugabsturz Metrojet im Sinai
Ausgebrannte Trümmer in der Wüste.
quelle: x02738 / mohamed abd el ghany
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Knapp eine Woche nach dem Flugzeugabsturz im Sinai mit 224 Toten hat der russische Präsident Wladimir Putin die Aussetzung aller Flüge von Russland nach Ägypten angeordnet. Putin nahm eine entsprechende Empfehlung des Inlandsgeheimdienstes FSB an.

Dies sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow laut der amtlichen Nachrichtenagentur RIA-Nowosti am Freitag in Moskau. Zuvor hatte FSB-Chef Alexander Bortnikow die Suspendierung aller Ägypten-Flüge empfohlen, bis die Ursache für den Absturz der Passagiermaschine auf dem Sinai mit 224 Toten am vergangenen Samstag geklärt sei.

Er halte es für «notwendig, die Flüge russischer Gesellschaften nach Ägypten auszusetzen, bis wir die wahren Gründe für die Geschehnisse herausgefunden haben», sagte Bortnikow am Freitag laut Fernsehberichten.

Die Geheimdienste der USA und Grossbritanniens gehen laut Medienberichten davon aus, dass eine an Bord geschmuggelte Bombe den Airbus-Absturz auf dem Sinai verursacht hat. Ein Passagier oder ein Flughafenmitarbeiter habe den Sprengsatz in der Maschine deponiert, berichtete die britische Zeitung «The Times» unter Berufung auf abgefangene Gespräche zwischen Dschihadisten des Islamischen Staats (IS).

Der ägyptische IS-Ableger hatte am Mittwoch erneut erklärt, er habe die Maschine zum Absturz gebracht. Bislang hatten ägyptische und russische Behörden dies bezweifelt.

Zwei Flüge zwischen der Schweiz und Scharm el-Scheich

Im Gegensatz zu Grossbritannien und Russland fliegen Schweizer Fluggesellschaften weiterhin nach Scharm el-Scheich. Am Freitag standen je ein Flug von Edelweiss und von Helvetic Airways auf dem Programm. Bei beiden Rückflügen konnten die Passagiere nur ihr Handgepäck mitnehmen.

Nach Angaben von Tobias Pogorevc von Helvetic Airways befanden sich auf dem Flug ans Rote Meer 127 Passagiere an Bord. Die 121 Rückflugpassagiere konnten die Maschine nur mit Handgepäck besteigen. Aufgrund einer Risikoanalyse habe man dies entschieden, sagte der Sprecher.

Nach Angaben von Hotelplan, die ihre Kunden mit der Helvetic Airways nach Scharm el-Scheich transportieren, sind aktuell 134 Hotelplan-Gäste im Badeort am Roten Meer.

Auch die Edelweiss-Maschine konnte ordnungsgemäss die Rückreise nach Zürich antreten. Entgegen ersten Ankündigungen konnten die rund 100 Passagiere ebenfalls nur mit Handgepäck reisen. Des restliche Gepäck soll später in die Schweiz gebracht werden, erklärte Edelweiss-Sprecher Andreas Meier auf Anfrage.

Die beiden Ferienflieger richten sich nach der Einschätzung des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Das hatte am Donnerstagabend geschrieben, dass es «in Kenntnis der Tatsache, dass Schweizer Fluggesellschaften die Sicherheitsmassnahmen bei Flügen vom und auf den Sinai verschärft haben», die Reisehinweise für Ägypten nicht verschärfe.

Für das ganze Land bestehe ein Risiko von Terroranschlägen. Von Reisen nach Scharm el-Scheich werde nicht abgeraten. Die Entwicklung der Lage wird rund um die Uhr beobachtet. (sda/reu/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Unicef: Keine höhere Bildung für afghanische Mädchen seit 1000 Tagen
In Afghanistan dürfen nach Machtübernahme der Taliban Mädchen seit nunmehr 1000 Tagen keine höhere Schule mehr besuchen.

Darauf wies das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Donnerstag hin. «Für 1,5 Millionen Mädchen ist dieser systematische Ausschluss nicht nur eine eklatante Verletzung ihres Rechts auf Bildung, sondern führt auch zu schwindenden Chancen und einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit», erklärte Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell.

Zur Story