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Russland

Geheimdienst-Bericht enthüllt neue Infos zu Wagner-Gruppe

A mural depicting mercenaries of Russia's Wagner Group that reads: "Wagner Group - Russian knights" on a wall in Belgrade, Serbia, Tuesday, Sept. 20, 2022. The Kremlin said Tuesday that ther ...
Ein Wandgemälde mit der Darstellung von Söldnern der russischen Wagner-Gruppe und der Aufschrift: «Wagner-Gruppe – Russische Ritter».Bild: keystone

Unmenschlich und skrupellos – Geheimdienst-Bericht enthüllt neue Infos zu Wagner-Gruppe

24.01.2023, 20:3025.01.2023, 15:06

Es ist ein brutales Wort, das CNN verwendet, um die russische Wagner-Gruppe zu bezeichnen. Aus dem Englischen lässt es sich mit «Wegwerf-Infanterie» übersetzen. CNN veröffentlichte heute Informationen aus einem Bericht des ukrainischen Geheimdienstes, der auf Dezember 2022 datiert ist.

Dieser zeigt neue, nur schwer vorstellbare Details im Zusammenhang mit der Wagner-Gruppe, die in den vergangenen Wochen oft in Erscheinung getreten ist und stark involviert war in die Eroberung der Stadt Soledar.

Trotz hoher Verluste, welche die Wagner-Söldner immer wieder zu erleiden haben, scheint sich das Mitgefühl in der russischen Bevölkerung in Grenzen zu halten, wie aus dem Bericht hervorgeht.

FILE - businessman Yevgeny Prigozhin gestures on the sidelines of a summit meeting between Russian President Vladimir Putin and Turkish President Recep Tayyip Erdogan at the Konstantin palace outside  ...
Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin.Bild: keystone

Brutal lesen sich Beschreibungen bezüglich Wagners Kriegstaktik. Ziehen sich Soldaten von Angriffsgruppen ohne Befehl oder ohne verwundet zu sein zurück, werden sie an Ort und Stelle hingerichtet. In einem abgehörten Telefongespräch, das CNN anhören (aber nicht unabhängig überprüfen) konnte, wird über einen Wagner-Soldaten gesprochen, der sich den Ukrainern ergeben wollte. «Die Wagnerianer haben ihn erwischt und ihm die Hoden abgeschnitten.»

«Himmel auf Erden»

Auch würden verwundete Wagner-Kämpfer oft stundenlang auf dem Schlachtfeld liegen gelassen. Eigene Truppen seien nicht autorisiert, die Verletzten abzutransportieren, ihr Fokus sei es, Angriffe fortzusetzen. Scheitern solche Angriffe, sei ein Rückzug auch nur nachts erlaubt.

Die Gleichgültigkeit eigener Verluste zeigt auch Wagner-Chef Prigoschin, nichtsdestotrotz scheinen russische Männer einem Einsatz als Wagner-Söldner nicht per se abgeneigt zu sein. In einem vom ukrainischen Geheimdienst abgehörten Telefongespräch bezeichnet ein Soldat die Wagner-Gruppe im Vergleich mit seiner Einheit als «Himmel auf Erden».

Trotz der grossen Verluste scheint das derzeitige Vorgehen der Wagner-Gruppe das einzige zu sein, welches für die schlecht ausgebildeten Soldaten – die den Grossteil der russischen Bodentruppen ausmachen – sinnvoll ist. Häufig handelt es sich um Häftlinge; Zehntausende seien von der Wagner-Gruppe rekrutiert worden. Sie werden als erste Angriffswelle eingesetzt, bevor erfahrenere Kämpfer nachrücken. Gemäss ukrainischen Angaben kommen bis zu 80 Prozent der Soldaten aus den ersten Wellen ums Leben.

Mangelnde Absprache

Dass zwischen der russischen Armee und den Wagner-Söldern nur wenig Koordination besteht, zeigt ein weiteres abgehörtes Telefongespräch. Dort erzählt ein Soldat seinem Vater, dass seine Einheit irrtümlich ein Fahrzeug der Wagner-Gruppe abgeschossen habe.

Die vielen Toten in den eigenen Reihen hindern Wagner-Chef Prigoschin nicht daran, viele der militärischen Erfolge Russlands seinen Soldaten zuzuschreiben. Die russische Armee bezeichnet er als unfähig und korrupt. Als der russische Generalstabschef bemerkte, die Wagner-Söldner sollten besser ausgebildet werden, entgegnete Prigoschin: «Der Krieg ist die Zeit der Aktiven und Mutigen und nicht die der Glattrasierten.» (rst)

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53 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Kruk
24.01.2023 20:58registriert April 2019
«Der Krieg ist die Zeit der Aktiven und Mutigen und nicht die der Glattrasierten.»

Geh an die Front Prigo, und wenn sie dir, also deine Kameraden, die Hoden abschneiden, gehörst du dafür nicht mehr zu den Glattrasierten.
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Splotsch
24.01.2023 21:41registriert Juni 2022
Unvorstellbar, diese Grausamkeiten. Ich war schon immer dankbar, Schweizer zu sein dürfen. Aber noch nie war ich so unendlich froh, kein Russe zu sein.
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du_bist_du
24.01.2023 20:43registriert Mai 2020
Was zu wenig heraussticht oder bekannt ist, ist wie Wagner mit seinen "richtigen" Kämpfern umgeht. Es gibt Zahlen, dass Wagner vor dem Krieg aus einigen tausend Mann bestanden hat. Leute aus den VDV, Geheimdienst, OMON. Wenn die übrig gebliebenen Elitekämpfer, für russische Verhältnisse, nicht einfach durch den Fleischwolf gedreht werden, ergibt das eine absolut brutale Logik, die Wagner in vielen Belangen stützt und die Verluste relativiert. Die 50'000 eingesetzten Strafgefangene usw. sind nicht relevant in der russischen Denkweise.
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