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«Great Assistance» – Trump dankt der Schweiz nach Freilassung von US-Veteran im Iran

Ein Ex-US-Militäroffizier ist nach fast zwei Jahren in Haft im Iran freigelassen worden. Michael White befand sich laut US-Präsident Donald Trump auf dem Rückweg in die USA an Bord eines Schweizer Regierungsflugzeugs. Trump dankte der Schweiz für ihre Bemühungen.



«Ich danke der Schweiz für ihre grossartige Unterstützung», schrieb Trump am Donnerstag im Kurznachrichtendienst Twitter. Laut Angaben der Nachrichtenagentur AP flog White über Zürich, wo er vom US-Sondergesandten Brian Hook und einem Arzt in Empfang genommen wurde. Von dort flog er weiter in die USA.

White werde «sehr bald» wieder bei seiner Familie in den USA sein, schrieb Trump weiter. Whites Mutter Joanne erklärte über ihren Anwalt, für die Familie gehe nun endlich ein 683 Tage langer Alptraum zu Ende. Michael White sei eine «Geisel» der Iranischen Revolutionsgarden gewesen, erklärte sie.

Das Schweizer Aussendepartement nahm zur Aktion keine Stellung. «Wir können uns dazu nicht äussern», sagte ein Sprecher des Eidgenössischen Departements für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Schweiz vertritt seit Jahrzehnten die Interessen der USA in der Islamischen Republik Iran.

War es ein Austausch?

Die Freilassung erfolgte einen Tag nach der Rückkehr des iranischen Wissenschaftlers Cyrus Asgari in den Iran. Er war von den Vereinigten Staaten nach fast dreijähriger Haft wegen Spionage freigelassen worden.

Die amerikanischen Behörden gaben zunächst keinen Kommentar ab. Es war unklar, ob es sich bei den Freilassungen von White und Asgari um einen Gefangenen-Austausch handelte, wie es Ende 2019 zwischen den verfeindeten Staaten geschehen war.

Aufnahme vom US-Marineveteranen Michael White im Iran. (Archivbild)

Michael White. Bild: sda

Der damals 46-jährige Kalifornier White war im Juli 2018 festgenommen worden. Damaligen Medienberichten zufolge war White in den Iran gereist, um dort die Familie seiner Freundin zu besuchen. Im März 2019 wurde er zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, weil er nach Angaben seines Anwalts den Obersten Führer Ali Khamenei beleidigt und persönliche Fotos in sozialen Netzwerken veröffentlicht hatte.

Mitte März wurde er aus «medizinischen» und «humanitären» Gründen beurlaubt, jedoch unter der Bedingung, dass er das Land nicht verlässt, und der Schweizer Botschaft in Teheran übergeben, die die US-Interessen im Iran vertritt. Washington forderte weiterhin seine sofortige Freilassung. (sda/afp/dpa/rst)

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dodo, dodo? 05.06.2020 21:41
    Highlight Highlight trump lobt schweiz.
    und schweiz auf admin so:
    Benutzer Bild
    • dodo, dodo? 05.06.2020 22:56
      Highlight Highlight und was sagt schweiz zu den problemen in usa, wegen trump?
      admin so:
      Benutzer Bild
  • Tischbein 05.06.2020 10:21
    Highlight Highlight Diplomatie ist auch ein Markt. Ein grosser "mitbewerber" ist beispielsweise Schweden, welches hin und wieder Mandate wegschnappt, welche die Schweiz auch gerne hätte.
    • swisskiss 05.06.2020 13:09
      Highlight Highlight Tischbein: "Gute Dienste" Mandate sind kein Geschäft.

      Diplomatie ist dann ein Geschäft, wenn Private davon profitieren, dass der Staat Infrastruktur- und Logistikkosten trägt.

      Seien es die internationalen Organisationen in Genf das WEF in Davos oder die FIFA in Zürich.
      Alles Andere kostet Geld. OPEC Wahlbeobachter, UNO Missionen oder eben "Gute Dienste" Mandate kosten nur.
  • Coffeetime ☕ 05.06.2020 00:44
    Highlight Highlight Wollte heute auf Fox mal schauen, was bei denen so läuft... da kam der Reporter direkt aus ZH zugeschaltet, samt Zürisound weil er in der Nähe eines Cafés an der Limmat stand. Ich war ganz baff. 😂

    Nur weil der Präsident eines Landes einem nicht gefällt, sollten wir die Diplomatie nicht aufgeben. Es geht bei den Verhandlungen auch um Menschen und deren Familien. Die USA bestehen zum Glück nicht nur aus Trumps...
  • Ueli der Knecht 04.06.2020 20:11
    Highlight Highlight Die Schweiz sollte dieses Schutzmachtsmandat zugunsten der USA im Hinblick auf das notorisch vertragsbrüchige und völkerrechtswidrige Iran-feindliche Verhalten der USA aufgeben.

    Es entspricht längst nicht mehr den Neutralitätspflichten der Schweiz, wenn sie sich zum US-Handlanger macht.

    Dazu kommt auch, dass auch der Iran die Schweiz schon lange nicht mehr als neutrale Macht betrachtet. Für den Iran ist die Schweiz nur noch ein US-Vasallenstaat. Deswegen entzog der Iran der Schweiz auch das reziproke Schutzmachtmandat in den USA. Das schadet der Reputation der Schweiz in der ganzen Region.
    • P. Meier 04.06.2020 23:27
      Highlight Highlight Und wieso kann die Schweiz weiter und offensichtluch erfolgreich vermitteln?
    • Ueli der Knecht 04.06.2020 23:55
      Highlight Highlight Die Schweiz ist nur Postbote, P.Meier. Nur Amerikas Sprachrohr, und nicht Vermittlerin. Sie hat hier nichts vermittelt.

      Die Schweiz übermittelt in dieser Rolle zB. auch wissentlich völkerrechtswidrige Drohungen und Erpressungen der Amerikaner gegen den Iran und iranische Bevölkerung. Dadurch macht sich die Schweiz als Gehilfe dieser kriminellen und völkerrechtswidrigen Machenschaften mitschuldig.

      Die Iraner bekamen ihren in den USA inhaftierten Nuklearforscher zurück. Das haben Russen und Pakistanis vermittelt; nicht Schweizer. Die Iraner gaben daher den festgehaltenen Ami-Veteran zurück.
    • So en Ueli 05.06.2020 06:25
      Highlight Highlight Ueli wenn es um Diplomatie geht, dann haben wir, so viel bereits gelesen habe, viel zu offerieren. Wenn wir uns neutral geben und die Diplomatie beherrschen, warum sollten wir nicht anderen Staaten helfen? Ja der Trump ist dumm und unweise, aber wenn wir selber einen auf Trump machen, sind wir nicht besser als er.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Victor Paulsen 04.06.2020 19:17
    Highlight Highlight Ich glaube, hier freuen sich nur die wenigsten über seinen dank😔
    • Ueli der Knecht 05.06.2020 00:10
      Highlight Highlight Das eVoting bei watson ist ziemlich manipuliert, @Dragona (ich hab das Verhältnis von 1:1 auf 2:1 gedreht).

      Ich würde mich daher hüten mit Interpretationen dieser "Demokratie". Denn der Schein trügt.

      Die Frage ist, wofür sich Trump wirklich bedankte. "Great assistance" zB. bei der Ermordung von Soleimani? Oder bei der Geiselnahme iranischer Bürger in den USA?

      Meinst du wirklich, es sei längerfristig der Schweiz zuträglich, wenn sie sich feige in aller Öffentlichkeit zur Vasallin eines Kriminellen und Kriegsverbrechers macht?

      Vielleicht solltest du weiter als bis zur Nasenspitze denken.
    • Ueli der Knecht 05.06.2020 00:13
      Highlight Highlight Keine Bange, @Dragona: Die meisten deiner Blitze stammen von einer einzigen Person. Nicht aus Böswilligkeit, sondern nur um dir zu zeigen, dass das nichts zu bedeuten hat.
    • Victor Paulsen 05.06.2020 01:01
      Highlight Highlight Fändest du es toll, wenn erdogan dir für einen Verdienst dankt, der mit seinem militärischem propagandakreislauf zusammenhängt. Dir würde das vieleicht noch gefallen, mir und wohl noch einigen anderen hier wäre das nicht recht, verständlicherweise
    Weitere Antworten anzeigen
  • giandalf the grey 04.06.2020 18:55
    Highlight Highlight Komplimente von Faschisten sind nichts wert. Im Gegenteil...
    • Basti Spiesser 05.06.2020 13:15
      Highlight Highlight Kompliment für diesen Kommentar
  • Hierundjetzt 04.06.2020 18:50
    Highlight Highlight Warum reist man als US-Amerikaner in den Iran? Muss man so dumm sein?

    Jajaja Familie.

    Klar verrechnen wir jeden (!) Rappen den Amis. Aber dennoch, einfach: Nein
    • Ueli der Knecht 06.06.2020 01:01
      Highlight Highlight "Warum reist man als US-Amerikaner in den Iran? Muss man so dumm sein?"

      Es gibt viele amerikanische Touristen im Iran. Sie werden wie alle westlichen Touristen gerne gesehen und äusserst gastfreundlich behandelt.

      Es gibt allerdings iranische Gepflogenheiten, die man auch als Tourist beachten sollte. Wie in jedem anderen Land kann es vorkommen, dass Touristen verhaftet und inhaftiert werden, die sich gesetzeswidrig verhalten. Da sind die Iraner ähnlich spiessig und konsequent wie zB. auch die Schweizer. Auch die Schweiz hat schon oft Touristen verhaftet, die unsere Gesetze nicht achteten.
  • So oder so 04.06.2020 18:24
    Highlight Highlight Das macht die Schweiz ja nicht Gratis - ich will wissen was Rausspringt, sonst kann das nicht mehr weitergeführt werden, zumindest nicht so lange der Präsident ist.
    • The Destiny // Team Telegram 05.06.2020 01:01
      Highlight Highlight So funktioniert Diplomatie nicht.
    • So oder so 05.06.2020 19:46
      Highlight Highlight Trump und Diplomatie ?
  • Amarillo 04.06.2020 17:32
    Highlight Highlight Der US-Veteran hat also das religiöse Oberhaupt im Iran beleidigt. Zumindest lautet so die Anklage. Wäre natürlich eine Dummheit gewesen.
    Ich nehme an, dass der iranischen Materialwissenschaftler eher nicht inhaftiert worden ist, weil er Trump beleidigt hat, sondern weil er seiner Wissenschaft etwas zu intensiv nachgegangen ist. Die interessante Frage wäre nun, wer von den beiden zuerst verhaftet worden ist. Gäbe es wie angedeutet einen "Gefangenenaustausch", so hat der iranische Wissenschaftler seiner Regierung vermutlich die wertvolleren "News" zu berichten als umgekehrt der US-Veteran...
    • Ueli der Knecht 06.06.2020 01:35
      Highlight Highlight Es wurde noch eine andere Geisel ausgetauscht. Keine Ahnung, warum das nicht berichtet wird. Aber Irans Aussenminister freut sich jedenfalls über die Rückkehr von Dr. Majid Taheri.
      https://twitter.com/JZarif/status/1268607674750586881

      Politische Geiselnahmen sind im Iran nichts neues. Neu ist aber, dass die USA ebenfalls zahlreiche politische Geiseln gefangen hält. Nicht nur Iraner. Die prominenteste US-Geisel ist vermutlich Huaweis Finanzchefin Meng Wanzhou, die auf Geheiss der USA in Kanada festgehalten wird. Auch da haben sich die Chinesen umgehend revanchiert und US-Bürger festgenommen.

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