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Niemand exportiert so viele Waffen wie die USA – Schweiz auf Rang 13

Mehr als jedes dritte Rüstungsgut weltweit stammt laut Friedensforschungsinstitut Sipri aus US-Fabriken. Damit bleiben die USA der dominierende Akteur unter den Waffenexporteuren.
09.03.2020, 00:0109.03.2020, 13:02

An den USA führt auf dem weltweiten Rüstungsmarkt kaum ein Weg vorbei: Mit einem Anteil von 36 Prozent an den Gesamtausfuhren von Grosswaffen bleiben die Vereinigten Staaten der mit Abstand grösste Rüstungsexporteur der Erde.

Dabei habe Washington seine Waffenexporte in den Jahren 2015 bis 2019 im Vergleich zur vorherigen Fünfjahresperiode um 23 Prozent gesteigert, teilte das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einem am Montag veröffentlichten Bericht mit. Weltweit nahm das Gesamtvolumen der Im- und Exporte auf die fünf Jahre gerechnet um 5,5 Prozent zu.

Die USA werden damit immer dominanter im Waffengeschäft – und das nicht erst seit Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump: Teile der grössten Waffenlieferungen der vergangenen Fünfjahresperiode seien noch unter Trump-Vorgänger Barack Obama genehmigt worden, sagte der Sipri-Rüstungsexperte Pieter Wezeman der Nachrichtenagentur DPA in Stockholm.

Über ein Drittel aller Waffenexporte weltweit stammen aus den USA.
Über ein Drittel aller Waffenexporte weltweit stammen aus den USA.Bild: EPA

Ein Viertel der US-Waffenexporte für Riad

Die USA profitierten dabei unter anderem von einer grossen Nachfrage im Nahen Osten – dort stiegen die Waffenimporte im Fünfjahreszeitraum begünstigt durch mehrere Konflikte – wie beispielsweise mit dem Iran – um 61 Prozent.

«Die Hälfte der US-Waffenexporte der vergangenen fünf Jahre ist in den Nahen Osten gegangen, und die Hälfte davon nach Saudi-Arabien», sagte Wezeman. Gleichzeitig sei die Nachfrage nach fortschrittlichen amerikanischen Militärflugzeugen in anderen Weltregionen wie Europa, Australien, Japan und Taiwan gestiegen.

Insgesamt belieferten die Vereinigten Staaten 96 Länder mit Waffen. Den Abstand zum zweitgrössten Waffenexporteur der Welt haben sie dabei weiter vergrössert: Während der US-Anteil an den Rüstungsexporten von 31 auf 36 Prozent wuchs, verminderte sich derjenige von Russland von 27 auf 21 Prozent.

Die russischen Ausfuhren sanken vor allem wegen einer deutlich geringeren Nachfrage vom wichtigsten Waffenabnehmer Indien im Fünfjahresvergleich um 18 Prozent. Bemerkenswert zudem: Die russischen Waffenlieferungen an Syrien gingen um 87 Prozent zurück – während Russland die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad seit Jahren militärisch im syrischen Bürgerkrieg unterstützt.

Schweiz auf Rang 13

Aus der Schweiz stammten in den letzte 5 Jahren 0,9 Prozent aller Waffenexporte. Laut Sipri entspricht dies zwar einem Plus von 2,6 Prozent, die Schweiz bleibt aber auf Rang 13 der Waffenexporteure.

Die Exportschlager der Schweizer Rüstungsindustrie

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Die Exportschlager der Schweizer Rüstungsindustrie
quelle: keystone / christian beutler
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Die grössten Abnehmer von Schweizer Rüstungsgütern sind Australien (18 Prozent) vor China und Saudi-Arabien (beide je 14 Prozent). Im letzten Fünfjahresbericht hatte Saudi-Arabien noch vor China und Indonesien gelegen. Umgekehrt bleibt die Schweiz drittgrösster Abnehmer von Waffen aus Kuwait (hinter den USA und Frankreich). Laut Sipri sind in den letzten fünf Jahren 7,1 Prozent aller Waffenexporte aus dem Staat im Mittleren Osten in die Schweiz geliefert worden.

Frankreich grösster EU-Waffenexporteur

Frankreich als grösster Waffenexporteur innerhalb der EU exportierte in den vergangenen fünf Jahren so viele Rüstungsgüter wie seit 1990 nicht mehr: Die französischen Ausfuhren stiegen in dem Zeitraum um satte 72 Prozent im Vergleich zu 2010 bis 2014, was laut Sipri unter anderem an grösseren Waffen-Deals mit Ägypten, Katar und Indien lag.

Deutschland bleibt mit einer Zunahme von 17 Prozent und einem Anteil von 5,8 Prozent an den Gesamtexporten vor China auf Platz vier der Rangliste – und damit trotz einer im Vergleich relativ restriktiven Waffenexport-Politik weiter einer der weltgrössten Rüstungsexporteure, wie Wezeman sagte.

Trotz des Exportstopps an Saudi-Arabien sei Deutschland in den vergangenen fünf Jahren «einige umstrittene Deals» eingegangen, etwa mit Lieferungen nach Algerien und Ägypten. Hauptabnehmer deutscher Rüstungsgüter sind demnach Südkorea, das seit 2015 mit vier deutschen U-Booten beliefert wurde, sowie Griechenland und Algerien.

130 Prozent mehr Waffenimporte in fünf Jahren

Apropos Saudi-Arabien: Auf der anderen Seite des Waffenhandels wird das Königreich immer stärker zum Primus. Saudi-Arabien importierte zwischen 2015 und 2019 130 Prozent mehr Waffen als zuvor, womit es nunmehr auf einen Anteil an den weltweiten Gesamtimporten in Höhe von zwölf Prozent kommt.

Sipri geht es in seinen Berichten um langfristige internationale Trends, weshalb das Institut Fünfjahreszeiträume statt einzelne Jahre miteinander vergleicht. Die Werte der Friedensforscher bemessen sich nach dem Volumen, nicht dem finanziellen Wert von Waffen-Deals. Kleinwaffen werden dabei nicht mit eingerechnet. (sda/dpa)

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Renato zum lustigen Thema: Waffenexporte! Jeeee!

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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Zingoo
09.03.2020 09:03registriert März 2018
Die Schweizer Kriegsmaterialverordnung verbietet Exporte in Länder, die in einen internen oder internationalen Konflikt verwickelt sind . Im Jahr 2017 gingen gut 30 Prozent der Schweizer Kriegsmaterialexporte an Länder, die in interne oder internationale Konflikte involviert sind ( Israel, Saudi arabia)

Waffenexport in Konfliktgebiete= Doppelmoral
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Christian Mueller (1)
09.03.2020 09:53registriert Januar 2016
Schon der Ex-Präsident der USA Eisenhower warnte kurz vor seinem Amtsabtritt die Welt vor dem militärisch-industriellen Komplex. Wir haben nicht hingehört. Wir haben mitverdient.
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Nummer 29
09.03.2020 08:49registriert April 2016
Die USA rüstet Länder auf und bekriegt diese Länder dann in der Zukunft.
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