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3500 Corona-Tote, Tendenz: stark steigend – Schwedens Sonderweg im Kreuzfeuer



epa08410703 People enjoy a fairly warm spring day in Ralambshovsparken park in central Stockholm, Sweden, 08 May 2020.  EPA/Henrik Montgomery SWEDEN OUT

Schweden schliesst nicht - das öffentliche Leben geht weiter. Bild: EPA

Schweden und Dänemark geben beide um Punkt 14.00 Uhr ihre täglichen Corona-Zahlen bekannt. Damit hören die Gemeinsamkeiten der skandinavischen Nachbarn in der Corona-Krise aber auch schon auf.

Während die Dänen das neuartige Coronavirus mit strikten Massnahmen in den Griff bekommen haben wie kaum ein zweites Land in Europa, stehen die Schweden mit ihrer freizügigeren Strategie bislang weitaus schlechter da. Und auf der dänischen Seite der Öresundbrücke fragt man sich bereits: Sind die Schweden verrückt geworden - oder stellt sich ihr Sonderweg am Ende als genial heraus?

Ein Blick auf die Zahlen der vergangenen Tage macht die Unterschiede zwischen den beiden ansonsten eng verbundenen Ländern deutlich: Am Donnerstag vermeldeten die Schweden 69 neue Covid-19-Tote und 673 Neuinfektionen, während es bei den Dänen nur vier weitere Todesfälle und 46 bestätigte neue Fälle waren. Am Mittwoch waren in Schweden gar 147 Tote hinzugekommen, in Dänemark waren es da lediglich sechs.

epa08391751 Medical staff in protective gear administer a Covid-19 test at a test facility in a tent outside Skane University Hospital in Lund, Sweden, 29 April 2020. The Skane region this week started Covid-19 tests for health care employees in tents at several hospitals in the region.  EPA/Johan Nilsson/TT SWEDEN OUT

Bild: EPA

Insgesamt steht Schweden bei mehr als 28 600 Infektions- und 3500 Todesfällen, verglichen mit etwa 10 700 Erkrankungen und knapp 540 Toten in Dänemark, wo etwa halb so viele Menschen wohnen.

Auch im Vergleich zum restlichen Skandinavien sticht Schweden mit den höchsten Zahlen heraus. Trotzdem hält das Land von Ministerpräsident Stefan Löfven und Staatsepidemiologe Anders Tegnell an seiner Strategie fest. Die Lage im Land sei stabil, versicherte Tegnell zuletzt. Auch wenn er einräumte: «Es ist furchtbar traurig, dass weiter so viele Menschen in Schweden an dieser Krankheit sterben.»

epa08419852 Swedish Prime Minister Stefan Lofven reacts during a press briefing on the current situation of the ongoing pandemic of the COVID-19 disease caused by the SARS-CoV-2 coronavirus in the Scandinavian country, in Stockholm, Sweden, 13 May 2020.  EPA/PONTUS LUNDAHL  SWEDEN OUT

Stefan Löfven Bild: EPA

Anders als der Rest Europas hat sich Schweden im Kampf gegen das Coronavirus dagegen entschieden, grosse Teile des öffentlichen Lebens zu beschränken. Schulen, Geschäfte und Restaurants - die jetzt etwa in Dänemark nach und nach wieder geöffnet wurden oder werden - blieben durchgehend offen. Trotzdem geht es auch den Schweden darum, die Corona-Ausbreitung abzubremsen, um Todesfälle zu vermeiden und das Gesundheitswesen nicht zu überlasten. «Schweden verfolgt dieselben Ziele wie alle anderen Länder - Leben zu retten und die öffentliche Gesundheit zu schützen», machte Aussenministerin Ann Linde am Mittwoch nochmals auf Twitter klar.

Die ergriffenen Massnahmen sind in Schweden jedoch deutlich gemässigter gewesen als anderswo: Versammlungen mit mehr als 50 Teilnehmern sind verboten, nur Gymnasien und Unis geschlossen. Die Regierung und die Behörden appellieren ansonsten hauptsächlich an die Vernunft und den gesunden Menschenverstand ihrer Bürger. Sie bitten sie, Abstand zu halten und bei Symptomen zu Hause zu bleiben - besonders Letzteres wird von manchen Wissenschaftlern skeptisch gesehen.

«Die gesamte Strategie der schwedischen Gesundheitsbehörde baut auf einem lebensgefährlichen Konzept auf: Bleib' zu Hause, wenn du dich krank fühlst», kritisierte die Stockholmer Virologin Lena Einhorn bereits Mitte April im Sender SVT. Wenn man Kranke bitte, zu Hause zu bleiben, dann habe man einen grossen Anteil der Infizierten nicht im Blick, was nicht zuletzt für Ältere Lebensgefahr bedeute, so Einhorn.

Mit ihrer Kritik am Sonderweg steht sie nicht allein da, wie mehrere Meinungsbeiträge schwedischer Wissenschaftler zeigen. 22 Forscher erklärten das Vorgehen der Gesundheitsbehörde in der Zeitung «Dagens Nyheter» bereits im April für gescheitert. Andere glauben dagegen weiter fest an den antiautoritären und freiheitlicheren Ansatz. Das führt so weit, dass manche Schweden T-Shirts mit Tegnell-Porträts tragen oder sich Tattoos mit seinem Konterfei stechen lassen. Sogar von «Corona-Patrioten» und «Gesundheitsnationalismus» ist in den führenden Zeitungen des Landes die Rede.

Besonders die Lage unter den älteren Schweden, auf die auch Einhorn hinwies, stellt jedoch ein erhebliches Problem dar: Fast 90 Prozent aller schwedischen Corona-Toten sind über 70 Jahre alt gewesen. Dabei hat die Regierung diese Hauptrisikogruppe eindringlich gebeten, soziale Kontakte zu meiden, auch Besuche in Altersheimen sind seit dem 1. April verboten. Trotzdem sind diese Heime von der Pandemie besonders hart getroffen worden, sei es in der Hauptstadt Stockholm oder in anderen Landesteilen: Etwa jeder zweite bisherige Covid-19-Tote im Land ist ein Heimbewohner gewesen.

FILE - In this file photo dated Thursday May 7, 2020, Sweden's state epidemiologist Anders Tegnell of the Public Health Agency of Sweden during a news conference on the coronavirus Covid-19 situation, in Stockholm, Sweden.  Tegnell has steered the Swedish public health response to the COVID-19 pandemic that has been markedly different to other European countries. Some governments worldwide are using their top scientists with newfound celebrity to combat disinformation and build cross-party support for restrictive measures.(Claudio Bresciani/TT FILE via AP)

Tegnell. Bild: AP

Es gibt aber auch positive Entwicklungen: Die Reproduktionszahl lag in der zweiten April-Hälfte fast kontinuierlich unter 1.0. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Die Zahl neuer Intensivpatienten geht mehr oder minder regelmässig zurück. Und in Stockholm diskutiert man zudem über eine möglicherweise nahende Herdenimmunität, die als Konsequenz des Sonderwegs bald in der Stadt eintreten könnte.

Dazu schrieben besagte 22 Forscher am Donnerstag jedoch in einem neuen Meinungsbeitrag, es sei «unrealistisch und gefährlich», sich auf diese Strategie zu verlassen. «Anstatt Menschen sterben zu lassen, sollten wir Menschen am Leben erhalten, bis wirksame Behandlungen und Impfstoffe eingesetzt werden können.»

Ob die eigenwillige Corona-Strategie der Schweden am Ende aufgeht, lässt sich auch mehrere Monate nach Pandemie-Beginn noch nicht abschätzen. «Wir können keine Schlüsse ziehen, bevor es vorbei ist», sagte auch Tegnell in einer am Dienstag veröffentlichten Reportage des dänischen Rundfunksenders DR. Bis dahin, so Tegnell, dürfte wohl noch mindestens ein Jahr vergehen. (aeg/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • thinkfree 16.05.2020 16:10
    Highlight Highlight «Anstatt Menschen sterben zu lassen, sollten wir Menschen am Leben erhalten, bis wirksame Behandlungen und Impfstoffe eingesetzt werden können.»

    An oder wegen irgendwas muss/wird jeder früher oder später sterben. Heute wird das Leben vieler Menschen künstlich und mit viel Medikamenten verlängert. Viele leben dann über Jahre hinweg pflegebedürftig/bettlägerig/mit stark eingeschränkter Lebensqualität weiter und sehnen sich ein Ende herbei oder wollen Sterbehilfe in Anspruch nehmen.

    Wir sollten wieder lernen, statt ihn auszublenden und zu bekämpfen,den Tod als Bestandteil des Lebens anzunehmen.
  • Dragona 16.05.2020 15:31
    Highlight Highlight Schweden sollte nicht kritisiert werden, denn es ist doch wichtig im Nachhinein beide Vorgehen wirklich vergleichen zu können. Das ist erst nach längerer Zeit möglich und nicht jetzt schon.
  • Töfflifahrer 16.05.2020 08:56
    Highlight Highlight Ich denke das mit der Herden-Immunität ist so eine Sache. viele Virologen sehen, dass das Virus mutiert und es ist unklar wie lange eine allfällige Immunität überhaupt gegeben ist.
    Zudem steht es mit der Wirtschaft der Schweden auch nicht viel besser. Sicher kann man erst später, retrospektiv sagen welcher Weg der Bessere war. Aber so wie es zumindest zur Zeit aussieht, hat Schweden ihre Alten geopfert.
    • Topfuel 16.05.2020 15:33
      Highlight Highlight Das ist so. Es wird bei verschiedenen Leuten einen fahlen Geschmackm hinterlassen wenn man an Schweden denkt. Heya Volvo
  • banda69 16.05.2020 05:47
    Highlight Highlight Wie steht es eigentlich mit der Überlastung der Spitäler bzw. des Gesundheitswesens in Schweden aus?
  • teXI 15.05.2020 23:39
    Highlight Highlight Schweden... auch so eine Nation de Geld über Leben stellt... Wie eine andere Nation, die bald ihre zweite Welle erwarten darf, weil sie die Kosten gescheut haben... Wie sollen z.B. Bars und auch Restaurants mit diesen Massnahmen öffnen? Volle Kosten für ein drittel Ladenfläche? Aber Hauptsache man kann danach sagen, "du hättest ja öffnen können" Und alle klatschen, Bersi und die grosszügige Simoneta die gleich mal ihre Kritiker öffentlich schmiert (SRG olé und die Bilag wollen wir auch), sind die Stars und der Koch tanzt mit den Enkeln im Kreis.
  • paule 15.05.2020 21:26
    Highlight Highlight Die Zukunft wird es zeigen, aber ich denke für die Zweite Welle insofern die kommt, sind sie viel besser aufgestellt.
    Wie stark die Wirtschaft hier und dort belastet wurde, wird sich etwa in 1 bis 2 Jahren herausstellen. Unsere ist aber mit Sicherheit stark geschädigt und viele Kleinbetrieben werden einen Abgang machen müssen.
    • Quo Vadis 15.05.2020 22:11
      Highlight Highlight Und wie! Wieviele ältere Menschen plötzlich auf Online-Shopping ausweichen mussten und herausfanden, dass sie bislang z.B. für Elektronikartikel a) ein älteres Modell für b) einen zu hohen Preis c) persönlich abholen und transportieren mussten - wobei man im Online Shopping mit etwas Research um einiges günstiger ein neueres Modell bekommt... Selbiges gilt für Hausratsartikel, Grill etc. etc. you name it..

      Ich will nicht schwarz malen... aber ich habe das dumpfe Gefühl dass einige kleinere Läden zu machen müssen.
    • Posersalami 15.05.2020 22:46
      Highlight Highlight Auch unsere KMU sind halt oft im Export beschäftig. Auch mit 0 Corona Fällen in der Schweiz würde der Export ebenfalls genau gleich einbrechen.

      Möglicherweise war es halt eine dumme Entscheidung, den Binnenmarkt derart zu vernachlässigen (Lohnentwicklung der letzten 20 Jahre) und eine auf Export getrimmte Wirtschaft zu fördern.

      Fazit: Jetzt muss das Verfügbare Einkommen steigern. Egal wie! Den Binnenmarkt können wir relativ einfach stimulieren, im Export ist das nicht möglich.
  • Dominik Treier 15.05.2020 20:41
    Highlight Highlight Und nun zeigt sich wie nutzbringend der Tod von 1000en für die heilige Kuh Wirtschaft war.
    Gar nicht!
    Die Menschen sind Tod und der Wirtschaft gehts nicht besser und warum nicht?
    Weil die höhe dieser Einbussen NICHTS mit fehlender Arbeitskraft, in Berufen die ja erstmal keinen Mehrwert an physischen Gütern produzieren haben, sondern mit den Verkettungseffekten und der fehlenden finanziellen Sicherheit. Mit Zwangsdarlehen wird keiner sein Leben so weiterführen und Geld ausgeben, auch wenn die Produktion an Gütern nicht gesunken ist. Mit einer bedingungslosen Existenz gäbs dieses Problem nicht.
  • Summerweid 15.05.2020 19:56
    Highlight Highlight Zahlen zur Übersterblichkeit wären interessant, vorallem im Vergleich zu den letzten 10, 20 Jahre in Proportion zur Bevölkerung.
    Ich finde den Schwedenweg mutig, das ganze könnte langfristig aufgehen. Je nachdem wie schnell eine Impfung gefunden wird
    • Posersalami 15.05.2020 23:08
      Highlight Highlight Zahlen gibts hier:

      https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps

      Eindeutig eine massive Übersterblichkeit in Schweden.

      Das mit den Informationen finden ist nicht einfach, ich weiss. Wenn es doch nur eine Möglichkeit gäbe, von Zuhause aus..
    • Rabbi Jussuf 16.05.2020 07:04
      Highlight Highlight Summerwald
      Von Schweden kenne ich die Zahlen nicht, aber für die Schweiz ist es kein einmaliges Ereignis. Seit 2013 gab es das schon zwei Mal, 2015, 2017.
  • Don Alejandro 15.05.2020 19:12
    Highlight Highlight Es wird auch wieder bei uns ansteigen, wohl leider nicht zu verhindern. Denke aber, dass die Hygiene- und Abstandsregelung vielleicht ein Tracing (auch ohne App) erlauben werden oder zumindest die Ausbreitung dämmen wird. Nun sieht man gut, dass "unser" Weg vielleicht doch nicht so schlecht war, hoffentlich. Die Ausgangslage ist zumindest besser verglichen mit SWE.
    • Rabbi Jussuf 16.05.2020 07:10
      Highlight Highlight Das kann angezweifelt werden.
      Hier wurde das Virus unterdrückt, eine 2. Welle also etwas wahrscheinlicher als in Schweden.
      In Schweden hat es besonders viele Alte erwischt. Dagegen wurden jetzt Vorkehrungen getroffen: Distanz, Besuchsverbote...
      Die Zahlen werden also mit Sicherheit sinken und eine 2. Welle ist weniger wahrscheinlich - falls es sowas überhaupt gibt.
  • Garp 15.05.2020 18:49
    Highlight Highlight Schweden lässt seine ältere und risikobehaftete Bevölkerung über die Klinge springen. Die Regierung hat versagt, die vulnerable Bevölkerung zu schützen.

    Der Wirtschaft geht es auch nicht besser als bei uns. Wie es mit der Immunität ausssieht wissen wir noch nicht. Sollte die Immunität länger anhalten, haben sie vielleicht später einen kurzen Vorteil, bis eine Impfung wirksam ist oder ein Medikament, aber klar auf Kosten vulneraben Menschen, die sie z.T. opfern. Wie die Azteken und Inka früher. Es fehlen nur die Rituale und so passier das mehr stillschweigend.
    • Juliet Bravo 15.05.2020 21:15
      Highlight Highlight Die Herdenimmunitätsstrategie wurde im März auch noch von Boris Johnson in Grossbritannien und Mark Rutte in den Niederlanden vertreten. Survival of the fittest, ganz neoliberal.

      https://economicsociology.org/2020/04/24/herd-immunity-is-epidemiological-neoliberalism/
    • Quo Vadis 15.05.2020 22:16
      Highlight Highlight Juliet Bravo: Survival of the fittest wird leider falsch interpretiert. Es geht hierbei nicht um den Stärksten sondern um den Anpassungsfähigsten. Wir haben den Weg gewählt wo sich 80% den 20% vulnerablen anpassen.

      Überspitzt und mit den Worten von Markus Somm:

      "Wir fahren gerade die Wirtschaft an die Wand um einem 85-Jährigen 6 weitere Monate Lebenszeit zu erkaufen"

      Die Betrachtung der egoistischen Denkweise ist hierbei äusserst interessant. Sind die 80% Egoistisch die sich nicht an die 20% anpassen wollen? Oder sind die 20% egoistisch, die von den 80% verlangen dass sie sich anpassen?
    • Garp 16.05.2020 14:12
      Highlight Highlight @Quo Vadis Und die Wirtschaft fährt den ganzen Planeten an die Wand. Soviel zur Anpassungsfähigkeit und survival of the fittest, das du offenbar selber nicht verstanden hast und Herr Somm schon gar nicht. Egoistisch ist keine Distanz zu wahren, konsumieren bist zum Umfallen, keine Empathie zu haben und gewisse Bevölkerungsgruppen diskriminieren zu wollen.
  • John Galt 15.05.2020 17:45
    Highlight Highlight Auch wenn ich den schwedischen Weg etwas gewagt finde, der Titel ist etwas reisserisch.
    Die Fallzahlen in Schweden sind konstant zwischen 500 und 750, die Opferzahlen pendeln zwischen 50 und 150; das Gesundheitssystem scheint die Zahlen handeln zu können. Interessant wäre noch die Übersterblichkeit.

    Es sieht in Schweden nicht so gut aus, vor allem im Vergleich, aber auch nicht wirklich schlecht.
  • champedissle 15.05.2020 17:34
    Highlight Highlight Da kann man nur Eines sagen "Sturheit ist tödlich".
    • thinkfree 16.05.2020 16:29
      Highlight Highlight Das Leben ist an sich tödlich. Und es liegt nunmal in der Natur des Lebens, dass jeder eines Tages wegen oder an irgendetwas sterben muss. Die einen unerwartet und tragisch früh, andere mit 85 nach einem langen, erfüllten Leben, andere wiederum erst nach jahrelangem Leidensweg. Jeder Verlust ist schmerzhaft und die wenigsten wollen gerne frühzeitig gehen. Aber der Tod gehört nunmal auch zum Leben. Es ist Zeit, wieder Frieden zu schliessen mit unserer Vergänglichkeit und dem Tod.

      Zusammenhänge sehen zwischen Überalterung/Überbevölkerung/Übersterblichkeit haben m.M.n nichts mit Egoismus zu tun.
  • Guido Zeh 15.05.2020 17:21
    Highlight Highlight Was ja wohl auch geschehen wird: Die angrenzenden Länder werden die Grenzen (zu Schweden) nicht öffnen und hoffentlich werden die Schweden auch in den Sommerferien dort bleiben (müssen), wo es ihnen gefällt, und wo sie die Gräber ihrer verstorbenen Grosseltern besuchen können...
    • soulpower 15.05.2020 21:07
      Highlight Highlight Pietätsloser Kommentar voll schlechter Wünsche für die Schweden. Die links/grüne Regierung hat einfach einen andern Weg gewählt, da ja bei Ausbruch noch kaum ein Weg mit irgendeinem "Konsens" erkennbar war und man sich kaum an Erkenntnisse richten konnte. Die haben sicher nicht diesen Weg gewählt um mehr Menschen sterben zu lassen. Im Nachhinein haben wirs vielleicht besser gemacht, aber so über andere zu reden ist geschmacklos.
  • weissauchnicht 15.05.2020 17:02
    Highlight Highlight Es stimmt, am Mittwoch wurden mit 147 Personen relativ viele Todesfälle vermeldet.
    Trotzdem wurden in den ersten vier Tagen dieser Woche zusammen so wenige Todesopfer gemeldet, wie seit Ende März nie mehr im Zeitraum von Mo-Do.

    Man kann den Schwedischen Sonderweg mit guten Gründen kritisieren. Trotzdem ist die Tendenz bei den Todesfällen auch in Schweden nicht stark steigend, sondern leicht sinkend. Hört bitte auf mit irreführenden Schlagzeilen aufgrund einzelner Tageszahlen. Das ist nicht seriös.

    Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Schweden
    • Varanasi 15.05.2020 19:31
      Highlight Highlight Heute sind es jetzt aber auch schon wieder 117.
      Sie sind jetzt bei 3.646 Toten.


    • weissauchnicht 15.05.2020 21:02
      Highlight Highlight Ja, und in den nächsten beiden Tagen werden es wieder deutlich weniger Meldungen sein, weil Wochenende.
      Es macht einfach keinen Sinn aufgrund einzelner Tagen irgendwelche Tendenzen zu interpretieren. Es braucht immer den Blick auf das grössere Bild.
      Genauso wie man aufgrund einer einzelnen Wettersituation keine Rückschlüsse auf die Klimaentwicklung machen kann.
  • rudolf_k 15.05.2020 16:43
    Highlight Highlight "Fast 90 Prozent aller schwedischen Corona-Toten sind über 70 Jahre alt gewesen." - ehm, und wo genau ist das nicht der Fall?
    • Octavius 15.05.2020 19:13
      Highlight Highlight Was ist das für ein Argument ?
      Über 70 jährige,haben kein recht zu leben,weil egoistische Idioten sich nicht an regeln halten wollen und der Virus verleugnen. Es kann alle treffen,auch Idioten und verleugner.
    • paule 15.05.2020 21:34
      Highlight Highlight Hallo Octavius, es sind Weltweit vor allem Leute gestorben die auf den Tot gewartet haben, auch hier, schau mal das durschnittliche Sterbealter der Coronatoten an, da ist durchschnittlich kein Lebensjahr verloren gegangen. Das ist Fakt.
      Dafür aber den Jungen über viele Jahre das abzahlen zu lassen ist auch nicht korrekt.
      Ich selber bin auch alt aber ich betrachte es als Verantwortungslos, das Ewige Leben zu verlangen auch wenn man es nicht mehr selber Leben kann, das heisst von der Gesellschaft getragen werden muss.
    • Kruk 15.05.2020 22:13
      Highlight Highlight Das es vor allem Leute trifft die auf den Tod warten ist eine Behauptung.
      Errechnet wurde das im schnitt 13 Jahre verloren gehen.

      https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/coronavirus-covid-19-lebenserwartung-1.4893657

      Verlässlich ist dies vielleicht nicht aber sicher näher an der Realität als ein abschätziges "die haben eh auf den Tod gewartet"
    Weitere Antworten anzeigen
  • nadasagenwirjetzteinfachmal 15.05.2020 16:21
    Highlight Highlight Ich denke all diese Vergleiche können wir ab 1.1.2021 machen und nicht vorher.
    Aktuell sieht es echt nicht gut aus in Schweden und ich bin auch besorgt desswegen, allerdings kann sich das Ganze wirklich wenden wenn alle anderen Länder eine 2. Welle haben und es in Schweden einfach weitere läuft wie bisher.
    • FrancoL 15.05.2020 17:05
      Highlight Highlight Diese Vergleiche bei so unterschiedlichen Ausgangslagen wird man NIE machen können.
      Wer den Rahmen bei einem Vergleich nicht achtet, wird nie einen ehrlichen Vergleich ziehen können.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 15.05.2020 20:28
      Highlight Highlight Natürlich kann man Vergleiche ziehen zwischen absolut verschiedenen Dingen wenn man sich bewusst ist, was die Unterschiede sind.
      Ich kann einen Apfel mit einer Birne vergleichen so lange ich nicht der irrigen Annahme bin, der Apfel sei eine Birne.
      So lange ich die unterschiedlichen Grössen/Bevölkerungsdichte und Verteilung, Unterschiede in der Wirtschaft etc berücksichtige, kann ich nach Ende der Krise sehr wohl vergleichen welche Reaktion in verschiedenen Belangen was gebracht hat.
    • FrancoL 15.05.2020 22:23
      Highlight Highlight Und wie wirst du den Einfluss der geografischen Lage und den Bezug zu den Hotspots in die Wertung einfliessen lassen. Wie wirst Du die Tatsache dass Schweden zwar offene Grenzen hatte, jedoch die Nachbarn sie geschlossen hatten werten?
      Das schwedische Modell ist nicht eine Einzelübung sondern auch Frucht der Situationen der Nachbarn.
      Schau Dir mein Beispiel mit dem Vergleich zu Sizilien an. Das zeigt wie man Modelle einfach aushebeln kann.
      Es geht nicht ums berücksichtigen, sondern um das Fehlen von den Parametern in vergleichbarem Rahmen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • geoid 15.05.2020 16:07
    Highlight Highlight Da kommen sie wieder, die unser-weg-war-der-bessere-wir-habens-ja-immer-gewusst-rausposauner. Vergleichen lassen sich die beiden Länder überhaupt nicht, wenn man die Situation ganzheitlich betrachtet. Was viele Kommentatoren gerne verdrängen: Der schwedische Staat hat seine Wirtschaft im Gegensatz zur CH kaum unterstützt, was sich kurzfristig in der stärker steigenden Arbeitslosigkeit und im stärker sinkenden BIP niederschlägt. Die Schweizer Bevölkerung wird aber über Jahre den Schuldenberg von über 100 Mia. abtragen müssen. Abgerechnet wird wie immer ganz am Schluss, d.h. in ca. 5 Jahren.
    • Heidi Weston 15.05.2020 17:25
      Highlight Highlight 2019 betrugen die Staatsschulden 188,8 Milliarden Franken. Das ist eine Schuldenquote von Ca. 27% zum BIP. Der Bund rechnet mit einer Neuverschuldung durch das Coronavirus bis 250 Milliarden was einer Schuldenquote von ca. 35% zum BIP entspricht. Klar dauert der Schulden-Abbau mehrere Jahre. Aber so traumatische wie Sie es hier Skizzieren sind diese Schulden nicht. Zum Vergleich. Die USA hat eine Schuldenquote von ca. 102% zum BIP , Deutschland von ca. 71% und Schweden 43%
    • dan2016 15.05.2020 17:27
      Highlight Highlight völliger Chabis, der schwedische Staat unterstützt eher mehr als die Schweiz. Naturgegeben ist das soziale Netz an sich stärker. Aber es werden teilweisie die Mieten übernommen, Umsatzausfälle entschädigt, die Lohnkosten werden halt schon in normalen Zeiten viel grosszügiger entschädigt etc...
      Ich finds grundsätzlich auch Schade, dass die Diskussion so verläuft. Aber Quatschbehauptungen - in der Hoffnung - dass sich auch die anderen nicht informieren/nicht informiert sind, tragen definitiv nicht zu einem weniger emotionalen Umgang bei.
    • geoid 15.05.2020 20:19
      Highlight Highlight @Heidi Weston Die anderen haben immer noch mehr Schulden als wir, also ist's ok Schulden zu machen. Was ist das denn für eine Logik? Wo arbeiten Sie, wenn ich fragen darf?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Juliet Bravo 15.05.2020 15:55
    Highlight Highlight Was ich etwas vermisse in der Diskussion ist das grundsätzlich ziemlich unterschiedliche Verhältnis der Bevölkerung zum Staat, sowie der Leute zu einander. Hier zeichnet sich Schweden aus durch sehr hohes Vertrauen in Institutionen und sogenanntes „generalisiertes Vertrauen“ der Leute zu einander. Wenn es eine Bevölkerung auf der Welt gibt, die mE so eine Strategie versuchen kann, dann wäre es mE Schweden. Das ändert - wie wir jetzt im Nachhinein sehen - nichts daran, dass der Weg riskant ist und die Zahlen mE ernüchternd aussehen.
    • Ferd Blu 15.05.2020 16:15
      Highlight Highlight Vielleicht am Anfang, aber wenn die Pandemie zu Ende ist, könnte ich mir durchaus vorstellen das die Lockdown Staaten gleiche oder sogar höhere Todesraten wie Schweden aufweisen werden. Möglich das mit der Lockdown Strategie die Toten nur aufgeschoben werden.
    • Mutzli 15.05.2020 18:45
      Highlight Highlight @Ferd Blu
      "Möglich das mit der Lockdown Strategie die Toten nur aufgeschoben werden."

      Das ist ja auch der Sinn der Sache?

      Priorität 1 ist Überlastung des Gesundheitswesens verhindern, das ansonsten riesige Übersterblichkeit nach sich ziehen könnte. Nicht nur bei Covid-19 Patienten deren Chancen sinken, sondern alle die medizinische Dienste benötigen würden.

      Priorität 2: Kurve möglichst drücken(weniger krank, weniger Langzeitschäden etc.) und, idealerweise, mit besserer Behandlung oder gar Impfstoff im Verlauf der Zeit viele retten zu können, die vorher nicht zu retten gewesen wären.
    • Ferd Blu 15.05.2020 19:05
      Highlight Highlight @Mutzli, Schweden hat keine Überlastung des Gesundheitssystems, trotz lascher Politik. Mein Punkt war das man eine gleich grosse Todesrate haben könnte, mit autoritären Massnahmen, als die die ohne auskamen. Man kauft sich Zeit sagst du, aber man verlängert die Krise. Das wird grössere Rebounds geben in der Gesellschaft, was heisst potenziell mehr Tote. Corona ist kein Killervirus wo man alles einschränken muss bis die Impfung kommt. Die allermeisten so um die 95% werden keine groben Probleme haben. Daher sind strikte Einschränkungen nicht nötig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • De-Saint-Ex 15.05.2020 13:57
    Highlight Highlight Wieso es nicht probieren? Schweden ist kein Transitland (verglichen mit der Schweiz schon mal gar nicht) und grenzt an gar keinen Hotspot. Fragt sich bloss ab wann schon nur die europäischen Staaten ihre Grenzen für Schweden/innen wieder öffnen wollen. Schweden‘s Wirtschaft ist nun mal alles andere denn selbstversorgend. Und wenn man bedenkt, dass es mit der Immunität auch nicht besonders gut aussieht, könnte der Schuss (mal abgesehen vom Mehr an Todesfällen) nach hinten los gehen. Viel Glück Schweden!
  • Bert der Geologe 15.05.2020 13:54
    Highlight Highlight Angenommen, es gibt in einem halben Jahr wirklich einen Impfstoff, so hätten die Schweden eine saudumme "Strategie" gefahren. Ausser sie wollen so zynisch ihre AHV sanieren. Man beachte, die Kurve in Schweden ist noch keineswegs abgeflacht, R-wert <1 hin oder her.
    • Lioness 16.05.2020 02:44
      Highlight Highlight Wenn es wirklich stimmt, das Schweden nur die Hospitalisierten testet, kann ich mir diesen tiefen R Wert vorstellen. Die Dunkelziffer ist dann wohl noch höher als bei uns.
  • murrayB 15.05.2020 13:46
    Highlight Highlight Ich hätte für die Schweiz lieber 2000 Tote mehr als 100 Milliarden neue Schulden!

    Wieso hat man einfach nicht nur die Hygienemassnahmen, Massenveranstaltungn verboten, Grenzschliessung gegen Italien sowie eine Ausgangssperre für Pensioniäre gemacht?

    Das hätte völlig gereicht!
    • P. Meier 15.05.2020 15:00
      Highlight Highlight Irgendwie habe ich das Gefühl, es fehlen ein paar Infos. Neben Italien gab es im Elsass und weiter südlich in Frankreich starke Ausbreitungen der Erkrankung. Da hätte wohl die Grebzschliessung zu ITA nicht gereicht. 2000 Tote wäre für die Anghörigen sicher tragisch. Mit diesen Zahlen wäre auch die Belegung der IPS-Betten markant gestiegen und das Gesundheitssystem wesentlich stärker belastet worden. Genau dies wollte und konnte man offensichtlich verhindern. Nun bin ich gespannt auf nachvollziehbare Gegenargumente.
    • pura vida 15.05.2020 15:07
      Highlight Highlight Wenn unter den 2000 Toten deine Frau, dein Mann, deine Eltern oder gar deine Kinder wären, fändest es wohl nicht mehr ganz so toll... Oder liege ich da falsch? Stell dir vor, es gibt auch junge kranke, alte gesunde...
      Aber es gibt nur eine Sorte Mensch, die so denkt wie du...
    • Mijasma 15.05.2020 15:17
      Highlight Highlight Diese Ausganssperren in Altersheimen sind doch ein Witz wenn die Pflegenden sich nicht daran halten. Das Virus kommt ja nicht von selber durch die Türe gelaufen es braucht einen Wirt.

      Ich gehe mal davon aus das sie zu einer hochrisikogruppe gehören und sich dann zu den 2000 gesellen. Anstonsten kann ich ihre Aussage nicht ernst nehmen. Mal abgesehen davon, dass die Zahlen die sie nennen nicht im Verhältniss stehen. Da müssten sie Min. noch eine Null oder zwei bei den Toten anhängen.
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  • AfterEightZuHauseUmViertelVorAchtEsser____________ 15.05.2020 13:30
    Highlight Highlight Schweden hat mittlerweile mehr Todesfälle pro 100'000 als die USA. Denkt mal nach, ihr Schweden-Anbeter.
  • Neruda 15.05.2020 13:30
    Highlight Highlight Auf der schwedischen Seite der Öresundbrücke sieht es übrigens nicht viel schlechter als auf der dänischen aus. Ende letzter Woche waren nur 5 Covid19 Patienten auf der Intensivstation des Unispitals Malmö. Skåne hat bei 1,3 Mio Einwohnern, Stand heute, auch nur 124 Tote. Die Region Stockholm mit 2,3 Mio Einwohnern 1779 Tote. Was ich gelesen habe ist, dass es bei den Altersheimen einen Mangel oder gar keine Schutzausrüstung gab. Das schlägt auch auf die Anzahl Toten aus und hat nichts mit dem schwedischen Weg zu tun.
    Die Anzahl Tote und Intensivpatienten nimmt derweil auch in Schweden ab.
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    • Mutzli 15.05.2020 14:19
      Highlight Highlight @Neruda

      Ich versteh nicht ganz, wieso mangelnde Schutzmassnahmen in Altersheimen nichts mit der schwedischen Strategie zu tun haben sollen?

      Zu einer Gesundheits- bzw. Epidemiestrategie gehört doch auch das Einbeziehen der örtlichen Umstände und Ressourcen?
      Wenn in Schweden durch Mangel an Schutzausrüstung & Massnahmen es zahlreiche verhinderbare Tote in Altersheimen gab, ist das schlicht ein Versagen in diesem Bereich.

      Ansonsten könnte man ja z.B. auch die Anzahl Intensivbetten für irrelevant erklären etc.

      Bzgl. der Todesfälle scheints mir leider noch keine deutliche Trendwende zu geben->
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    • Neruda 15.05.2020 18:28
      Highlight Highlight Wenn ich vom schwedischen Weg spreche, beziehe ich mich nur auf das Vermeiden des Lockdowns. Die Strategie oder Vorbereitung wie du sie nennst könnte nämlich auch ohne Lockdown gut sein. Das eine hat mit dem anderen nicht direkt etwas zu tun. Dass ihre Strategie bezüglich Epidemievorsorge schlecht war gehe ich mit dir einig. Und darin sehe ich das schwerere Versagen als das Auslassens des Lockdowns.
    • _Qwertzuiop_ 15.05.2020 18:43
      Highlight Highlight Cool:) eine Region mit 4x weniger Einwohnern hat gleich viele Tote wie wir. Finde den Fehler.
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  • Mrum 15.05.2020 13:19
    Highlight Highlight Wir werden nie sehen, "welches der bessere Weg war". Schweden wird mehr Tote / frühzeitig Verstorbene haben als andere Länder, dafür weniger gesellschaftliche und wohl auch wirtschaftliche Einschränkungen.
    Da muss jede Gesellschaft für sich entscheiden, was wie viel Wert ist.
    Letztlich ist es immer eine subjektive Gewichtung.
    • petrolleis 15.05.2020 15:16
      Highlight Highlight @Mrum
      Und was, ausser mehr Tote, haben sie denn bekommen? Nichts, ihre Wirtschaft suckt genau gleich wie unsere ab...
    • Ferd Blu 15.05.2020 16:17
      Highlight Highlight Liegt daran das alle anderen ihre Wirtschaft herunterfahren. Dafür kann Schweden nichts.
    • Jacques #23 15.05.2020 17:20
      Highlight Highlight Herunterfahren. Etwas abschwächen. Wir sind minus einstellig.

      Und das war es. Vorsichtsmassnahmen. Kein Risiko nehmen. Weil unbekannt.

      Gut gemacht, Regierung.
  • kaderschaufel 15.05.2020 13:04
    Highlight Highlight Ich bin den Schweden eigentlich dankbar, dass sie sich auf dieses Experiment eingelassen haben, dann wissen wir bei der nächsten Pandemie, ob es funktioniert oder nicht.
    • Leckerbissen 15.05.2020 13:25
      Highlight Highlight Nein. Die nächste Pandemie könnte ein weitaus gravierenderes Virus als Covid-19 sein. Jede Pandemie verlangt seine eigene Herangehensweise.
    • rudolf_k 15.05.2020 16:48
      Highlight Highlight @kauderschaufel: Dummes Zeugs, für jedes Virus braucht es eine andere Strategie. Abgesehen davon 'macht' Schweden überhaupt kein Experiment, die machen nur sehr beschränkt etwas anderes als wir, insbesondere mit all den Lockerungen die es mittlerweile gibt. Wenn schon machen Länder der 3. Welt, in welchen sich Social Distancing eh nicht durchsetzen lässt, dieses Experiment.
  • Wasimota 15.05.2020 13:00
    Highlight Highlight Warum muss der schwedische Weg um jeden Preis schlecht gemacht werden?
    • Barracuda 15.05.2020 13:48
      Highlight Highlight Den muss man nicht schlecht "machen".
    • Alienus 15.05.2020 14:07
      Highlight Highlight Er braucht nicht, denn er ist es!
    • loquito 15.05.2020 14:14
      Highlight Highlight Wril er objektiv betrachtet nicht besser zu sein scheint, bis jetzt....
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  • Gubbe 15.05.2020 12:35
    Highlight Highlight Herr Tegnell und sein 'Gläubiger' können keine 180° Wende machen, ohne ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren. Da ist auch Ansehen und Geld mit dabei. Beides mir unsympathische Personen.
    • Rabbi Jussuf 15.05.2020 14:26
      Highlight Highlight Gubbe
      Auch die Verantwortlichen anderer Länder können nicht einfach eine Kehrtwende machen ohne ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren.
      Ist also ausgeglichen und damit als Argument vom Tisch.

      Ob du jemanden unsympathisch findest, ist so ziemlich egal.
    • Juliet Bravo 15.05.2020 16:05
      Highlight Highlight Die Schweiz hat aber z.B. auch recht flexibel Anpassungen vorgenommen, sowohl bei Verschärfungen als auch bei den Lockerungen. Ich finde dies richtig, allerdings stiftet das bei vielen auch Unsicherheit.
    • Gubbe 15.05.2020 16:44
      Highlight Highlight Rabbi Jussuf

      Du scheinst mir auch kein Sympathieträger zu sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lowend 15.05.2020 12:26
    Highlight Highlight Während in Schweden (Grafik links) die Zahl der täglich gemeldeten Fälle etwa gleich bleibt und auch die Zahl der Infizierten stetig steigt, hat es die Schweiz (Grafik rechts) geschafft, durch nur geringfügig strengere Massnahmen und unter Mithilfe der Bevölkerung, sowohl die Zahl der Infizierten, wie auch die Zahl der gemeldeten Fälle massiv zu drücken.

    Wer hier als Vorbild gelten müsste, sollte selbst den Dümmsten klar sein!

    https://www.worldometers.info/coronavirus/country/sweden/
    https://www.worldometers.info/coronavirus/country/switzerland/
    Benutzer Bild
    • Dr. Unwichtig 15.05.2020 13:00
      Highlight Highlight Na, ja - Schulen auf allen Stufen geschlossen, Restaurationsbetriebe geschlossen, Versammlungen ab 5 Personen verboten (statt ab 50...) - "geringfügig strenger" sieht wohl etwas anders aus...

      Aber grundsätzlich sind die Massnahmen in der Schweiz tatsächlich näher an Schweden, als an Ländern mit einem kompletten und rigorosen Lockdown.
    • Selbstverantwortin 15.05.2020 13:32
      Highlight Highlight Kurzfristig versus langfristiger Sicht... - hier zur Wiederholung:
      „Ob die eigenwillige Corona-Strategie der Schweden am Ende aufgeht, lässt sich auch mehrere Monate nach Pandemie-Beginn noch nicht abschätzen.“ unter anderem weil es nicht klar ist, wie lange die Einschränkungen aufrecht erhalten bleiben müssten, um nicht den gleichen Effekt zu haben, und ob dies überhaupt möglich sein wird.
      PS: bei Armut und Langzeitarbeitslosigkeit erhöht sich die Mortalität auch um Faktor 1.5 bis 2.
      Benutzer Bild
    • Mutzli 15.05.2020 14:30
      Highlight Highlight @Wirklich?

      Das wäre vielleicht ein Argument, wenn es der schwedischen Wirtschaft viel besser gehen würde, aber das ist keineswegs der Fall.

      Die schwedische Riksbank geht bis jetzt von einem Rückgang des BIP 2020 von min. -6.9% bis -9.7% aus, mit bis zu 10.4% Arbeitslosen selbst 2021. Q: https://bit.ly/362bOJB

      Das Seco geht hingegen für die Schweiz von einem Rückgang des BIP um -6.7% und ca. 3.9% Arbeitslosen aus.

      Man wirds sehen, aber bis jetzt wäre der "schwedische Weg" sowohl teurer als auch tödlicher. Eine grassierende Epidemie ist schliesslich auch nicht billig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hayek1902 15.05.2020 12:22
    Highlight Highlight Wenn man etwa 3 mal mehr Tote hat pro Kopf als das sehr ähnliche Nachbarland, kann man wohl sagen, dass die Strategie gescheitert ist oder sie sehr schlecht umgesetzt wurde (wodurch sie am Ende dann auch wieder gescheitert ist).
    • murrayB 15.05.2020 13:52
      Highlight Highlight Nur die Anzahl Toten als Kennzahl zu nehmen ist vermessen - auf der anderen Seite ist die Schuldenlast, bei welcher Schweden eindeutig besser dasteht!
    • Hayek1902 15.05.2020 16:16
      Highlight Highlight nun ja, es ist nicht zu leugnen, dass Schweden soeben das demographische Problem erheblich reduziert hat, aber ich dachte, solche Lösungsvarianten sind seit spätestens 80 Jahren geächtet...
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 15.05.2020 16:31
      Highlight Highlight @murrayB...stimmt eben nicht, dass die Schuldenlast am Schluss in Schweden tiefer sein wird.
  • Samba 15.05.2020 12:21
    Highlight Highlight Interessant wäre zu erfahren, welche positiven ökonomischen Auswirkungen der schwedische Weg im Vergleich zur CH hat: Kosten für den Staat für Unterstützungsmassnahmen, Entwicklung Kurzarbeits- und Arbeitslosenquote usw.
    • Lowend 15.05.2020 13:13
      Highlight Highlight Hier eine Studie des nordischen Finanzinstituts SEB. Die Projektionen sind durchaus mit der Schweiz vergleichbar, ausser dass die Arbeitslosigkeit von derzeit ca. 7% auf rekordverdächtige 14% steigen soll und dadurch die unteren Einkommen sinken werden.

      https://sebgroup.com/press/press-releases/2020/sebnordic-outlook-unprecedented-halt-despite-record-stimulus--
    • Mutzli 15.05.2020 14:33
      Highlight Highlight @Samba
      Da ich es gerade herausgesucht habe und als Ergänzung zu Lowend:
      Die schwedische Riksbank selbst geht bis jetzt von einem Rückgang des BIP 2020 von min. -6.9% bis -9.7% aus, mit 10.4% Arbeitslosen selbst 2021. Q: https://bit.ly/362bOJB

      Das Seco geht hingegen von einem Rückgang des BIP um -6.7% und ca. 3.9% Arbeitslosen aus.

      Nichts machen während einer Epidemie ist nicht per se billiger, selbst nebst den ganzen Kosten fürs Gesundheitswesen. "Gesundheit oder Wirtschaft" ist eine zu belegende These, nicht ein Naturgesetz. Weder Gesundheit noch Wirtschaft ist auch ne Option.
    • Samba 15.05.2020 17:30
      Highlight Highlight Danke, Mutzli und Lowend!
  • Samba 15.05.2020 12:18
    Highlight Highlight Weiss auch nicht, ob ich das sinnvoll oder leichtsinnig finden soll. Mutig ist es auf jeden Fall ...
    • Arthur Sunil 15.05.2020 14:58
      Highlight Highlight Es ist nicht mutig, es ist fahrlässig. Mutig wäre es möglicherweise wenn die Verantwortlichen tatsächlich auch rechtliche Konsequenzen zu fürchten hätten.
  • Sven O 15.05.2020 12:18
    Highlight Highlight Da können wir doch froh sein, ist D. Koch nicht Tegnell! Lecker Bier in der Kneipe während andere für diese 'Freihheit' sterben müssen! Tolles Modell!
    • dan2016 15.05.2020 17:32
      Highlight Highlight Bier in der Kneipe funktioniert in Schweden auch zu normalen Zeiten kaum....
  • Frankygoes 15.05.2020 12:15
    Highlight Highlight Das Problem vom schwedischen Weg ist, dass sie das hohe Risiko aufgrund unbewiesener Annahmen nehmen. Denn es ist weiterhin völlig unklar, ob man sicher immun wird, wenn man das Virus hatte und wie lange man immun bleibt.
    Aber der wirklich gefährliche Schluss, den man hier ziehen könnte, ist, dass es schlussendlich egal ist, ob man viel oder wenig eingreift..
    • Rabbi Jussuf 15.05.2020 14:31
      Highlight Highlight Du bist gut!
      "unbewiesene Annahmen"!
      Alle entschieden nur "aufgrund unbewiesener Annahmen" nicht nur Schweden!
    • petrolleis 15.05.2020 15:22
      Highlight Highlight Ja Rabbi, aber im Zweifel sollte doch gelten: "Sicherheit zuerst"
      und nicht "Mal schauen, wie viele sterben"
    • Mijasma 15.05.2020 15:30
      Highlight Highlight @jussuf

      Es ist aber ein enormer Unterschied, wenn man Tausende Menschen sterben lässt die man hätte retten können. Nur um dann zu merken dass es für nichts war. Tote kann man nicht zurückholen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Och 15.05.2020 12:00
    Highlight Highlight Mir fällt nur ein Grund ein, weshalb Schwedens Sonderweg trotzdem erfolgreicher sein könnte: Wichtiger als die verordneten Massnahmen ist das tatsächliche Verhalten der Menschen im Alltag. Die Schweizer wiegen sich nach den Lockerungen in trügerischer Sicherheit, das Schlimmste überstanden zu haben. Entsprechend vernachlässigen sie Hygiene- und Abstandsregeln. Die Schweden haben nie eine solche Art vermeintlicher Entspannung erlebt und bleiben auch ohne verordnete Massnahmen wachsam. Dies ist kein Plädoyer für Schweden, sondern viel mehr Kritik an meinen fahrlässig agierenden Landsleuten.
  • Tom Garret 15.05.2020 11:53
    Highlight Highlight Wir werden sehen was geschieht. Im Nachhinein kann sich der Weg von Schweden doch als besser herausstellen. Wenn ich da von gewissen Experten lese der Coronavirus könnte wie der AIDS Virus nicht mehr verschiwinden und man wird keine wirksame Impfung haben in absehbarer Zeit, dann wird der Weg Schwedens unausweichbar... Es wird dann ganz Evolutionistisch eine Bereinigung der Schwächsten geben... Hoffentlich wird es nie soweit kommen... :-/
    • FrancoL 15.05.2020 12:05
      Highlight Highlight Man stelle sich vor Italien oder Spanien hätte den schwedischen Weg gewählt!

      Man kann eben nicht sagen, man wird es sehen, denn alle haben unterschiedliche Voraussetzungen und sind unterschiedlich nahe an den Hotspots.

      Darum man wird auch in 10 Jahren nicht DEN Richtigen WEG feiern können.
    • Unkel Wullewu 15.05.2020 12:17
      Highlight Highlight Genau. Und Schweden hat die Herdenimunität auf Mitte Mai vorhergesagt. Wenn das stimmen sollte, dann hat Schweden als erstes Land das Covid 19 hinter sich gelassen.
      Dagegen war ich heute in einer MMM Migros und habe gesehen, dass wir die 2. Welle geradezu herausfordern.
    • Lioness 15.05.2020 12:41
      Highlight Highlight Das HI Virus ist wie Corona ein Virus, aber sonst haben die nicht viel gemeinsam. Das HI Virus versteckt sich in den Abwehrzellen selbst und zerstört diese. Ausserdem wechselt es immer wieder sein Erscheinungsbild. Das Coronavirus macht keins dieser Beiden. Wäre es tatsächlich nicht möglich mit einer Impfung eine 1-10 Jahre (oder sogar lebenslängliche) Immunisierung zu erreichen, passiert dies auch nicht durch das Durchmachen der Krankheit. Also wäre Schwedens Weg für die Katz. Ich glaube eine Impfung ist möglich, man muss nur die Immunitätsdauer noch herausfinden und wie oft man impfen muss.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kieran Murphy 15.05.2020 11:47
    Highlight Highlight Ich finde das richtig. Der Staat muss dafür sorgen, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet ist. Der Rest ist Selbstverantwortung. Wer über 65 ist und Angst hat, darf sich zuhause isolieren, darauf hats keinen Einfluss, ob der Rest harte oder lockere Einschränkungen hat.
    • loquito 15.05.2020 14:22
      Highlight Highlight Wow, du weisst schon, dass in CH sehr viele ü65 sind... Und du siehst schon, dass deine Einstellung extrem egoistisch ist...
    • Mutzli 15.05.2020 14:43
      Highlight Highlight @Kieran Murphy

      Selbstverantwortung funktioniert bei einem Virus, ganz zu schweigen bei einer Pandemie, schlicht und einfach nicht.

      Schliesslich kann man dem Virus nicht einfach sagen "Nee, ich hab keinen Bock, merci". Zahlreiche Leute, inkl. solche in Risikogruppen, können es sich auch nicht leisten sich zu isolieren, selbst wenn sie möchten. Sei es weil sie Arbeiten müssen und WFH nicht geht oder erlaubt ist, Artz aufsuchen müssen etc.

      Zudem steht Ihr Anspruch, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern, mit dieser Idee direkt im Widerspruch
    • Dominik Treier 15.05.2020 21:29
      Highlight Highlight Eigenverantwortung aus dem Mund des Nichtbetroffenen, ist einfach schönschwätzerisch für Egoismus...

      Und auch wenn du es nicht glaubst, ohne Vertrauen und Sicherheit lässt sich keine erfolgreiche Wirtschaft aufbauen.

      Du opferst also Menschen deines Glaubens an die Notwendigkeit von Opfern wegen und nicht weil sie wirklich notwenig wären.
      Wenn der Mensch eines nicht einschätzen kann, dann was er wirklich zum Überleben braucht, denn ansonsten würden solange einige Milliarden horten keine solchen Diskussionen geführt.
  • Jurinho8788 15.05.2020 11:43
    Highlight Highlight 2000 Tote und die komplette Wirtschaft stoppen, oder 4000 Tote und eine weiterhin gesunde Wirtschaft?
    • CalibriLight 15.05.2020 13:12
      Highlight Highlight Oder 4000 Tote und eine gecrashte Wirtschaft. Wie Schweden.
    • Mutzli 15.05.2020 14:47
      Highlight Highlight @Jurinho8788

      Ich bin mal so frei, hier mal einfach den Post von @Lowend zu kopieren:"Lowend
      15.05.2020 13:13
      Hier eine Studie des nordischen Finanzinstituts SEB. Die Projektionen sind durchaus mit der Schweiz vergleichbar, ausser dass die Arbeitslosigkeit von derzeit ca. 7% auf rekordverdächtige 14% steigen soll und dadurch die unteren Einkommen sinken werden.

      https://sebgroup.com/press/press-releases/2020/sebnordic-outlook-unprecedented-halt-despite-record-stimulus--"

      Die Prognosen der Riksbank sehen nicht besser aus. Bisher wäre es also: Mehr als 2x so viele Tote UND kaputte Wirtschaft
    • Lioness 15.05.2020 16:36
      Highlight Highlight Überraschend, dass es immer noch Schwedengroupies giebt, die das Märchen mit der florierenden Wirtschaft glauben. ....
    Weitere Antworten anzeigen
  • what's on? 15.05.2020 11:36
    Highlight Highlight Corona ist die neue Weltreligion. Ich glaube, dass in Schweden bei einer allfälligen zweiten Welle viel weniger Leute betroffen sein werden als in allen anderen Staaten und ausserdem glaube ich, dass sich auf 2-3 Jahre gesehen keine Übersterblichkeit feststellen lässt.
    • Amras 15.05.2020 11:54
      Highlight Highlight Weltreligion trifft es gut. Sie glauben... Das ist sehr beruhigend. 😅
    • Räuber Ratte 15.05.2020 12:46
      Highlight Highlight Corona ist sicher keine Religion, an welche man glauben kann oder nicht. Das Virus ist real! Wie man mit dem Problem umgeht, das kann man diskutieren, aber nicht, ob es das Virus gibt oder nicht.
    • WatDaughter (aka häxxebäse) 15.05.2020 12:56
      Highlight Highlight Als AIDS aufkam nannte man diese anfangs schwulenseuche.

      Zum einen weil man einfach (wissensfrei) mitreden wollte und zum teil weil man einfach einen sündenbock wollte für eine ungeheuerliche neue krankheit.
      Obwohl ziemlich schnell bewiesen wurde, dass dem nicht so ist, gibt es heute noch mentale tiefflieger, die das glauben.

      Weisst Du wieviele menschen durch diese unreflektierte falschaussage ausgegrenzt, geschlagen oder getötet wurden oder sich deswegen das leben nahmen?

      Ich wäre vorsichtig mit solchen aussagen...
  • Varanasi 15.05.2020 11:33
    Highlight Highlight Ein Tattoo von Tegnell? Ok.

    Frage mich gerade, ob sich in der Schweiz auch schon jemand den Kopf von Daniel Koch hat tätowieren lassen.


    • Somnambulator 16.05.2020 02:32
      Highlight Highlight Ich. Aus der Vogelperspektive. War günstig ;)
  • Blaumeisli 15.05.2020 11:33
    Highlight Highlight Ob restriktiv oder freizügig der bessere Weg war wird sich herausstellen.

    Was ich jedoch bedenklich finde ist, dass in Kauf genommen wird, dass so viele Menschen an einem Virus erkranken, dessen Langzeitfolgen noch so unbekannt sind. Ich hoffe wirklich, dass wir diesbezüglich keine böse Überraschungen erleben werden... sollte es aber der Fall sein, würde Schweden schon ein bisschen blöd da stehen...
    • Dr. Unwichtig 15.05.2020 11:44
      Highlight Highlight Letztlich ist alles eine Risikoabwägung. Humane Coronaviren sind seit langem bekannt und es ist durchaus vernünftig, einige der Erkenntnisse bzgl. Schmierinfektionen, Immunität und Langzeitfolgen auf Covid-19 zu übertragen, auch wenn es dafür noch keine gesicherten, 100% belastbaren Erkenntnisse gibt. Influenza-Viren, das Epstein-Barr-Virus und viele andere können ebenfalls zu Langzeitschäden führen, ohne dass zu ihrer Eindämmung massive Massnahmen angeordnet werden.

      Unverzeihlich bleibt allen, dass die Regierung in Stockholm offenbar beim Schutz von älteren Menschen versagt hat...
    • Nick nolte 15.05.2020 13:30
      Highlight Highlight ...oder liegen.
    • murrayB 15.05.2020 13:48
      Highlight Highlight Bis dahin stehen wir sicherlich blöd da! Mit 100 Milliarden neuen Schulden und das nur, weil zu 80% über 80 Jährige mit Vorerkrankungen von uns gegangen sind - im Einzelfall tragisch, wie jeder Todesfall - aber auf dessen Grundlage darf man keine Entscheidung treffen!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dr. Unwichtig 15.05.2020 11:33
    Highlight Highlight Nein, wirklich - 22 Fachleute sind anderer Meinung, als die Regierung? Bin geschockt. Und wie viele Fachleute in DE oder anderen Ländern fanden einen weitreichenden Lockdown ein unverhältnismässiges Mittel?

    Die überwiegende Anzahl an Todesfällen in Schweden gab es in Einrichtungen für Senioren. Die Regierung hat bereits eingeräumt, dass es dort schwere Versäumnisse gab. Ohne Zweifel wird das Thema Stockholm weit über die Krise hinaus beschäftigen. Ein Bericht hierzu:
    https://www.tagesspiegel.de/wissen/corona-tote-in-schweden-jeder-zweite-hat-zuvor-in-einem-seniorenheim-gelebt/25811204.html
  • Lowend 15.05.2020 11:28
    Highlight Highlight Was komplett ausgeblendet wird, ist der Umstand, dass Schwedens Wirtschaft trotz der milderen Massnahmen in extreme Schieflage geraten ist und der Staat den Betroffenen auch kaum zu Hilfe kommt, weil er ja nicht so stark eingegriffen hat.

    BIP: 2020: -7%; 2021: -5%
    Arbeitslosigkeit steigt auf 14%!
    Die unteren Einkommen sinken.

    Meiner Meinung nach sind diese schlechten Kennzahlen, erkauft durch den Tod der älteren Bevölkerung, ein ganz mieses Geschäft.

    https://sebgroup.com/sv/press/pressmeddelanden/2020/seb-nordic-outlook-historisk-tvarnit-trots-rekordstora-stimulanser--
    • Varanasi 15.05.2020 11:52
      Highlight Highlight Oder wie eine andere bekannte Stimme es mal ausdrückte:

      "Grob gesprochen, werden dort sehr viele ältere Menschen geopfert, damit man da im Café sitzen kann."
    • fools garden 15.05.2020 13:13
      Highlight Highlight Ganz interessant was Du da sagst!
    • Lowend 15.05.2020 13:16
      Highlight Highlight PS: Hier die Studie der SEB noch in Englisch, da ja nicht jeder des Schwedischen mächtig ist. 😉

      https://sebgroup.com/press/press-releases/2020/sebnordic-outlook-unprecedented-halt-despite-record-stimulus--
    Weitere Antworten anzeigen
  • GianniR 15.05.2020 11:23
    Highlight Highlight Die Zahlen sprechen - speziell verglichen mit den anderen skandinavischen Ländern - eine klare Sprache: Misserfolg! Tegnell: "Wir können keine Schlüsse ziehen, bevor es vorbei ist". Meine Meinung: Man muss die Situation vorher einschätzen und die richtigen Entscheide fällen. Wenn alle gestorben sind, ist es zu spät ...
  • PostFinance-Arena 15.05.2020 11:19
    Highlight Highlight An diejenigen, die den Schweden-Weg feiern: Ihr habt aber schon auch bemerkt; dass die Wirtschaft nicht wirklich besser als in der Schweiz dasteht?
    • murrayB 15.05.2020 13:50
      Highlight Highlight Das mag vielleicht zutreffen - jedoch wenn alle Länder in Europa das gemacht hätten würden wir alle nicht so schlecht dastehen und hätte nicht gleich 100 Milliarden neue Schulden (das nur auf die Schweiz bezogen!)...
    • Rabbi Jussuf 15.05.2020 14:22
      Highlight Highlight Ist doch logisch. Wenn alle anderen Länder geschlossen haben...
    • Varanasi 15.05.2020 14:51
      Highlight Highlight Rabbi
      Nun zumindest die USA hat ja bald wieder alles offen....
      Und muss eine weitblickende Regierung das in ihr Vorgehen nicht auch mit einbeziehen, dass andere Länder härtere Massnahmen haben und deswegen die Wirtschaft nicht voll weiterlaufen kann?
      Ich finde schon.
    Weitere Antworten anzeigen
  • smoking gun 15.05.2020 11:10
    Highlight Highlight Hier eine interessante Arte-Doku über den Sonderweg Schwedens:

    https://www.arte.tv/de/videos/092187-004-A/re-corona-in-schweden/

    • biitli 15.05.2020 13:19
      Highlight Highlight Unaufgeregt, wie oft bei ARTE. Würde einigen Kommentatoren gut tun, sich das anzuschauen.
    • Rabbi Jussuf 15.05.2020 16:58
      Highlight Highlight Ganz meine Meinung!
      Das ist noch Journalismus wie es sich gehört!
      Wird leider immer seltener.
  • Robin Le Chapeau 15.05.2020 10:59
    Highlight Highlight Der von Schweden gewählte Weg wird sich bald als die bessere und vor allem vernünftigere Option zeigen, mit diesem Thema umzugehen. Bravo Schweden.
    • Coffeetime ☕ 15.05.2020 11:15
      Highlight Highlight Das ist, wie Tegnell auch sagt, ein Wunschglaube. Es wird sich erst in einem Jahr zeigen, was besser war. Bis dahin: Tee trinken.
    • wel_hued_morn_scho_wieder_gester_isch 15.05.2020 11:17
      Highlight Highlight das werden wir noch sehen! aber die Zukunft kann niemand voraussagen ausser Mike Shiva ;)
    • Amadeus 15.05.2020 11:32
      Highlight Highlight @Robin
      Woher wissen Sie das? Bauchgefühl?
    Weitere Antworten anzeigen

Auch die Schweiz hat einen Fall «George Floyd» – und er ist nicht minder dramatisch

Der Fall erinnert an die Tötung von George Floyd. 2018 starb der Nigerianer Mike Ben Peter bei einer Polizeikontrolle in Lausanne. Sechs Polizisten hatten sich während der brutalen Verhaftung auf den Mann gestürzt. Mit fatalen Folgen. Nun warten die Polizeibeamten auf ihren Prozess.

Eine Welle der Empörung brandete im März 2018 durch Lausanne. «Black lives matter» skandierten 500 meist dunkelhäutige Demonstrierende in den Gassen der Westschweizer Metropole. Nicht nur die Proteste weisen Parallelen zum Fall von George Floyd auf. Wie beim Gewaltexzess eines Polizisten in den USA starb auch in Lausanne ein dunkelhäutiger Mann bei einer brutalen Verhaftung.

In der Nähe des Lausanner Bahnhofs führen Polizeibeamte am Abend des 28. Februar 2018 eine Aktion gegen Drogenhandel …

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