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Grösster UN-Hilfskonvoi des Syrien-Konflikt – wie 40'000 Menschen in der Wüste ausharren 

epa07142941 A handout photo made available by Syrian Arabic Red Crescent (SARC) showing displaced Syrians gather as SARC personnel conduct a vaccination campaign to immunize children against measles, polio and hepatitis at al-Rukban Camp near the Jordanian border, south-east Syria, 05 November 2018. According to the UN, an operation to deliver humanitarian assistance to 50,000 people in need at Rukban camp in south-east Syria started on 04 November and is expected to take up to four days, the first of kind since the last UN delivery in January 2018, delivered through Jordan.  EPA/SARC HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Impaktion im Rukban-Camp: Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Notlage im Süden Syriens. Bild: EPA/SARC



Die Lage von mehr als 40 000 Menschen im Flüchtlingslager Rukban im Süden des Bürgerkriegslands Syrien ist nach Angaben von Helfern dramatisch. Es handele sich um einen der schlimmsten humanitären Notfälle, den sie bisher erlebt habe, sagte die Sprecherin des UN-Welternährungsprogramms (WFP) in Syrien, Marwa Awad, der Deutschen Presse-Agentur: «Die Menschen sehen erschöpft und müde aus. Man kann in ihren Augen sehr viel Ermattung erkennen.»

Awad gehörte zu den Helfern, die am Mittwoch mit einem Hilfskonvoi in der Region angekommen waren. Mehr als 130 Lastwagen versorgen die Notleidenden dort unter anderem mit Nahrung, Medikamenten und warmer Kleidung. Es ist der erste Hilfskonvoi seit drei Monaten und Awad zufolge der grösste in Syrien in der Geschichte der UN.

«Das ist eine reine Wüste, kaum etwas wächst hier.»

Die meisten Flüchtlinge in Rukban sind Frauen und Kinder. Sie leben abgeschnitten in einem Wüstengebiet nahe der Grenze zu Jordanien. Wegen mangelnder Versorgung und niedriger Wintertemperaturen waren in den vergangenen Wochen mehrere Kinder gestorben, darunter Säuglinge.

Die Menschen seien in einer trockenen Gegend gestrandet, erklärte die WFP-Sprecherin: «Das ist eine reine Wüste, kaum etwas wächst hier.» Untergekommen seien sie in verstreuten Hütten aus Lehm, die jedoch nur unzureichend Schutz vor dem Winterwetter böten. Wenn es regnet, verwandele sich der Boden in Matsch. Zwar gebe es einige Märkte, aber die Preise seien extrem hoch. «Die Menschen haben die Zahl ihrer Mahlzeiten reduziert», sagte Awad. «Sie essen jeden Tag Kartoffeln und trockenen Reis.» Es gebe nur eine schlecht ausgestattete Klinik.

Rukban liegt in einer von Rebellen kontrollierten Zone. Hilfstransporte kommen wegen Streitigkeiten mit der syrischen Regierung nur selten in das Flüchtlingslager. Jordanien hat nach einem Anschlag seine Grenze geschlossen.

Awad sagte, es sei noch unklar, wann der nächste Hilfskonvoi nach Rukban fahren könne. «Die Hilfe soll so lange wie möglich halten.» Zuvor hatte Anfang November ein Konvoi das Lager erreicht. Es war der erste Transport nach fast einem Jahr. (wst/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Dragona 09.02.2019 12:39
    Highlight Highlight Erstaunlich dass im ganzen Artikel kein Wort darüber verlren wird, dass das Flüchtlichslager unter dem "Schutz" der US - Basis in Al-Tanf liegt und dass somit die US Regierung direkt verantwortlich für die Flüchtlinge sind. Der Hilfskonvoi erreichte das Lager aufgrund des Geleit der russischen Militärpolizei und der syrischen Regierung.
    Nein es waren die USA die in diesem Drama ein sehr unrühmliches Drecksspiel spielten.
    • Hierundjetzt 09.02.2019 14:30
      Highlight Highlight Immerhin bombardieren die Russen diesesmal keinen Rote Kreuz Konvois und werfen Chlorbomben auf Kinder-Spitäler. Weil aus Gründen

      DAS ist Fortschritt.

      Und pardon: welche „MP“ der Russen soll dort sein? Es gibt keine. Russland hat nur 4‘000 Mann dort. 3500 sind am risdischen Flottenstützpunkt Tartus am Mittelmeer stationiert. 500 zum Schutz des Diktators Assads in Damaskus.

      Wieder mal zuviel RT und Sputnik geguckt, was? 😂😂😂
    • Dong 09.02.2019 16:58
      Highlight Highlight @Hierundjetzt: Wenn ich das richtig verstanden, ist das eine der „Sicherheitszonen“, wo die USA die Rebellen vor der Assad-Regierung schützen. Die Rebellen sind allerdings sicherlich Al Qaida-kompatibel, also die, die man normalerweise selber bekämpft.
      Was soll das langfristig bringen? Glaubst du nicht auch, die Bewohner der Zone wünschen sich diese Kämpfer und ihren Gottesstaat vom Hals?
    • Hierundjetzt 09.02.2019 20:33
      Highlight Highlight Dong: ohne die USA, GB und Frankreich sowie in kleinerem Masse Deutschland (nur Aufklärung + Waffenlieferungen ua. Milan) hätten wir dort ein regelrechtes Massaker gehabt. Nur dank den USA gibts kein IS mehr. Das ist Fakt

      Den Russen ist absolut schnurz was mit der Zivilbevölkerung passiert. Ebenso unseren extremen Linken, die sich für Assad einsetzen, weil USA. 🙄

      Zum Glück hat wenigstens Sommaruga Augenmass bewiesen und Kontingentsflüchtlinge ins Land geholt.

      Das meinte ich mit meinem Kommentar.
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