International
Südamerika

Haitis Premierminister Ariel Henry zurückgetreten

FILE - Haiti's Prime Minister Ariel Henry gives a public lecture at the United States International University (USIU) in Nairobi, Kenya, on March 1, 2024. Caribbean leaders said late Monday, Marc ...
Der bisherige Premierminister von Haiti, Ariel Henry, ist am Donnerstag zurückgetreten. Bild: keystone

Haitis Premierminister zurückgetreten – Übergangsrat vereidigt

25.04.2024, 16:0525.04.2024, 16:05

Nach der Amtseinführung eines Übergangs-Präsidialrats im Krisenstaat Haiti ist der bisherige Interims-Premierminister Ariel Henry zurückgetreten.

Seine Nachfolge tritt übergangsweise der bisherige Finanzminister Michel Patrick Boisvert an, wie haitianische Medien am Donnerstag berichteten. Kurz zuvor waren am Morgen (Ortszeit) im Präsidentenpalast in der Hauptstadt Port-au-Prince die neun Mitglieder des Übergangsrats vereidigt worden. Dieser soll eine neue Interimsregierung ernennen, den Weg hin zu den ersten Wahlen in dem Karibikstaat seit 2016 ebnen und eine vom UN-Sicherheitsrat genehmigte multinationale Sicherheitsmission in Haiti unterstützen.

Der Rat setzt sich aus Vertretern verschiedener politischer, zivilgesellschaftlicher, Wirtschafts- und religiöser Gruppen zusammen – sieben der Mitglieder sind stimmberechtigt. Die Schaffung des Rats war am 11. März bei einem Treffen der Karibischen Gemeinschaft Caricom in Jamaika als Ausweg aus der schweren Staats- und Sicherheitskrise in Haiti vereinbart worden. Seitdem war über seine Zusammensetzung verhandelt und gestritten worden.

Henry hatte seinen Rücktritt angekündigt, sobald der Rat steht. Der Neurochirurg regierte seit kurz nach der Ermordung des Präsidenten Jovenel Moïse im Juli 2021. Wegen der heftigen Gewalt mächtiger Banden, die Henrys Rücktritt forderten, kehrte er von einer Auslandsreise Ende Februar nicht zurück.

Schon vor der jüngsten Eskalation kontrollierten nach UN-Angaben bewaffnete Gruppen etwa 80 Prozent von Port-au-Prince. Mehr als 1500 Menschen wurden in den ersten drei Monaten des Jahres getötet, rund 95 000 innerhalb eines Monats aus der Hauptstadtregion vertrieben. Eine bereits bestehende Hungerkrise verschärfte sich. Alle Linienflüge fielen aus, ausländische Diplomaten und Bürger wurden aus Haiti evakuiert. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Krawalle nach Wahlverschiebung: Ein Wochenende der Gewalt in Haiti
1 / 28
Krawalle nach Wahlverschiebung: Ein Wochenende der Gewalt in Haiti
Nach der Verschiebung der Stichwahl um das Präsidentenamt kam es am Wochenende in Haiti zu Demonstrationen gegen die Regierung. Offiziell wurde die Verschiebung mit der Befürchtung gewaltsamer Ausschreitungen begründet.
quelle: epa/efe / orlando barria
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Hohe Konzentration hochgiftiger Pestizide in Luzerner Fluss gefunden – die Sonntagsnews
Schweizer Parlamentarier haben eine Freundschaftsgruppe für Grönland gegründet und Nestlé hat nach einem Preisstreit die Lieferung von Thomy-Mayonnaise an die Migros eingestellt: Das findet sich in den Sonntagszeitungen.
Die Betreiber der Bar Le Constellation in Crans-Montana sind laut «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» vor dem tödlichen Brand Ziel zweier Untersuchungen im Wallis gewesen. Eine erste Untersuchung habe den Verdacht auf missbräuchliche Verwendung eines Covid-Kredits über 75’500 Franken für den Kauf eines Maserati betroffen. Das Verfahren sei jedoch mit einer Nichtanhandnahmeverfügung abgeschlossen worden, nachdem das Betreiberpaar nachgewiesen habe, dass das Fahrzeug nicht privat genutzt worden sei, sondern in der Buchhaltung des Betriebs figurierte. Eine zweite Untersuchung habe die kantonale Arbeitsinspektion geführt. Diese sei nach Anzeigen französischer Angestellter wegen nicht eingehaltener Arbeitszeiten, nicht bezahlter Nachtarbeit und missachteter Ruhezeiten aktiv geworden. Anfang 2022 seien mehrere Inspektoren vor Ort eingesetzt worden.Welche Konsequenzen die Walliser Behörden aus den Vorwürfen gezogen hätten, sei laut den Zeitungen unklar.
Zur Story