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Erdogan: «Unsere Soldaten sind jetzt dabei, schrittweise nach Libyen zu gehen»



Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan sagte dem Fernsehsender CNN Turk, Ankara habe mit der Truppenentsendung nach Libyen begonnen. (Archivbild)

Bild: AP

Nach der Ankündigung der Türkei eines militärischen Eingreifens in Libyen hat Ankara mit der Truppenentsendung in das nordafrikanische Land begonnen.

«Unsere Soldaten sind jetzt dabei, schrittweise dorthin zu gehen», sagte der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan am Sonntag dem Fernsehsender CNN Turk.

Aufgabe der türkischen Soldaten in Libyen sei «Koordination» und die Einrichtung eines «Einsatzzentrums». Ein Kampfeinsatz sei nicht das Ziel der türkischen Soldaten, sagte Erdogan. Vielmehr sollten die türkischen Truppen «die legitime Regierung unterstützen und eine humanitäre Tragödie vermeiden».

Die international anerkannte Regierung in Libyens Hauptstadt Tripolis hatte formell um militärische Unterstützung gebeten. Die Türkei kündigte daraufhin ein militärisches Eingreifen Ankaras an, um die international anerkannte Regierung in ihrem Kampf gegen die Truppen des abtrünnigen libyschen Generals Chalifa Haftar zu unterstützen. Am Donnerstag gab das türkische Parlament grünes Licht für den Einsatz.

In Libyen herrscht seit dem Sturz und gewaltsamen Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 Chaos. Die international anerkannte Einheitsregierung in Tripolis ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Haftar und seine selbst ernannte «Libysche Nationalarmee» kontrollieren den Osten des Landes, wo auch das Parlament seinen Sitz hat.

Haftar startete im April eine Offensive auf Tripolis. Seither wurden nach Uno-Angaben mehr als 280 Zivilisten getötet und mehr als 140.000 Menschen vertrieben. Der UN-Sicherheitsrat rief zuletzt im Dezember zu einer Waffenruhe in Libyen auf. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Leider Geil 06.01.2020 05:15
    Highlight Highlight "Unsere Soldaten sind jetzt dabei, schrittweise nach Libyen zu gehen". Heisst das jetzt die gehen zu Fuss dahin? Das ist die eigentliche Frage, die mich jetzt beschäftigt. 🤔😂
    Und ja sorry, ist kein Spassthema aber ich konnts mir nicht verkneifen bei dem Titel.
  • MartinZH 06.01.2020 01:45
    Highlight Highlight Jetzt warten wir doch erst einmal ab, wie Erdoğans Soldatinnen und Soldaten ihre Arbeit machen werden. Die europäischen Staaten blieben ja über Jahre hinweg absolut untätig und beliessen es immer nur bei mahnenden Worten..! Die legitime Regierung in Libyen konkret zu unterstützen sowie eine humanitäre Tragödie vermeiden zu wollen, finde ich ganz hehre Ziele! Ein Kampfeinsatz soll ja nicht das Ziel sein. Und wenn es doch zu Kampfhandlungen kommen sollte, dann sollten sich das die Aggressoren gut überlegen, denn die Türkei hat immerhin eine der grössten und stärksten Armeen der Welt (Platz 15).
    • Hinkypunk #wirsindimmernochmehr 06.01.2020 03:58
      Highlight Highlight "... denn die Türkei hat immerhin eine der grössten und stärksten Armeen der Welt"

      Aber hat die Türkei auch die beste Armee der Welt?

      (Frage für meinen Freund Ueli)
    • MartinZH 06.01.2020 16:28
      Highlight Highlight Hinkypunk, Deine Frage ist nicht einmal so abwegig, auch wenn das jetzt eher Viola Amherd interessiert...

      Ich denke, dass die türkische Armee sicher nicht mehr "zu den besten" zählt... Zwar nach wie vor sehr kampfstark, aber – bedingt durch Erdoğans "Säuberungswelle" – ist sicher viel Erfahrung und Know-how verloren gegangen...

      Es wird sich zeigen, ob die zahlreich neubeförderten Offiziere und Strategen ihrer Aufgabe gewachsen sind. Ich gehe jedoch davon aus, denn die türkische Armee operiert wirklich auf einem hohen Niveau. Und zur Not gäbe es ja noch immer die Nato, die aushelfen könnte.
  • Tobias W. 05.01.2020 22:48
    Highlight Highlight Einer international anerkannten und demokratisch gewählten Regierung auf ihren eigenen Wunsch Unterstützung zu geben, finde ich an sich nicht verwerflich. Hoffentlich wird es Lybien zu etwas Stabilität verhelfen. Könnte mir aber vorstellen, dass einige hier das anders sehen.

    Das darf die Türkei nicht. Das dürfen ja schliesslich nur „wir“ vom Westen. Dafür aber auch ohne gefragt zu werden.
    • Neruda 05.01.2020 23:55
      Highlight Highlight Naja, wie du selber leise antönst, international anerkannt ist noch lange nicht gleich legitim 😉
      In Lybien herrscht Chaos, danke Frankreich, Nato etc., und ob eine türkische Intervention jetzt wirklich das Beste ist, bin ich mir jetzt nicht so sicher.
      Übrigens kenne ich einige Afrikaner, die der Meinung sind, Gaddafi wurde beseitig, weil er die Afrikanische Union ganz à la EU zu einem Global Player machen wollte.
    • Eidg. dipl. Tütenbauer 06.01.2020 00:08
      Highlight Highlight Sie meinen wohl die Stabilität die ihnen fehlt?
    • MartinZH 06.01.2020 15:33
      Highlight Highlight @Neruda

      Du schreibst "... international anerkannt ist noch lange nicht gleich legitim". Wer ist denn legitimierter? Etwa die rivalisierenden Milizen, Warlords und Schergen, welche in erster Linie (nicht Frankreich und Nato...) für das "herrschende Chaos" in Libyen [!] verantwortlich sind?

      Und, Du meinst "...ob eine türkische Intervention jetzt wirklich das Beste ist, bin ich mir jetzt nicht so sicher." Hast Du eine bessere Idee? Vorschläge?

      Übrigens: Auch in Afrika kursieren Verschwörungstheorien... Und dass sich "Afrikaner" und Araber nicht besonders gut mögen, ist ja hinlänglich bekannt.
  • Alphonse Graf Zwickmühle 05.01.2020 21:11
    Highlight Highlight Meine Güte wie im totalen Ausverkauf jeder dahergelaufene Pingel greift irgendwo wahllos rein und lässt dann alles schludrig durchwühlt zurück.
    • AdiB 06.01.2020 01:06
      Highlight Highlight Nur wurde hier erdogan auf wunsch der libyschen regierung gerufen. Er greift nicht wahllos ein.

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