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Protesters throwing rocks are seen amid tear gas fired by police in Kasserine, Tunisia January 20, 2016. Police fired tear gas and clashed with protesters demanding jobs in the impoverished Tunisian city of Kasserine on Wednesday, as smaller demonstrations broke out in the capital and at least eight other towns, residents said.  REUTERS/Amine Ben Aziza    FOR EDITORIAL USE ONLY. NO RESALES. NO ARCHIVE.

Angespannte Lage in Tunesien: Die Menschen demonstrieren gegen die hohe Arbeitslosigkeit.
Bild: STRINGER/REUTERS

Proteste und Gewalt in Tunesien: 600 Festnahmen nach sozialen Unruhen



Bei den schwersten sozialen Unruhen in Tunesien seit dem Ausbruch des arabischen Aufstands vor fünf Jahren haben Sicherheitskräfte knapp 600 Menschen festgenommen. Sie sollen in den vergangenen Tagen in Akte von Vandalismus und Gewalt verwickelt gewesen sein, erklärte das tunesische Innenministerium am Sonntag.

Nach der Verhängung einer nächtlichen Ausgangssperre habe es am Freitagabend in einigen Regionen noch Zusammenstösse gegeben, das Wochenende über sei aber Ruhe eingekehrt.

Die teilweise gewaltsamen Proteste gegen die schlechte wirtschaftliche Lage und hohe Arbeitslosigkeit hatten vor einer Woche in Kassérine im Westen des Landes begonnen. Sie dehnten sich in der Nacht zum Freitag auf mehrere Regionen des nordafrikanischen Landes aus. Demonstranten griffen nach Behördenangaben in mehreren Städten Posten der Polizei an und setzten deren Wagen in Brand.

Präsident macht fremde Kräfte verantwortlich

Tunisia's Prime Minister Habib Essid poses prior to preside over an extraordinary Cabinet meeting in Carthage, outside Tunis, Saturday Jan. 23, 2016. Tunisia's prime minister, Habib Essid, cut short a visit to France as Tunisia's president vowed Friday to end the cycle of unrest that has pummeled towns across the country as authorities imposed a nationwide curfew, five years after the nation, convulsed by protests, overthrew its longtime ruler and moved onto the road to democracy. (AP Photo/Riadh Dridi)

Habib Essid beim Krisentreffen.
Bild: Riadh Dridi/AP/KEYSTONE

Ministerpräsident Habib Essid sagte am Samstag nach einem Krisentreffen des Kabinetts, die Sicherheitslage habe sich verbessert. Die Sicherheitskräfte hätten die Lage mit wenigen Ausnahmen unter Kontrolle.

Das Land stehe vor grossen Herausforderungen. Seine Regierung arbeite daran, ihnen zu begegnen. Ein Komitee der Regierungsparteien kündigte die Einberufung einer nationalen Konferenz über Beschäftigung an.

Präsident Béji Caïd Essebsi hatte zuvor fremde Kräfte für das Chaos verantwortlich gemacht. Einflüsse von aussen und böswillige Kräfte würden die Sicherheit und Stabilität des nordafrikanischen Landes gefährden, erklärte der Staatschef. Nähere Erläuterungen dazu machte er nicht. Tunesien leidet jedoch unter Extremismus. Vor allem aus dem Bürgerkriegsland Libyen kommen radikale Kräfte ins Land.

Protesters throw items to police forces in the city of Ennour, near Kasserine, Tunisia, Wednesday, Jan. 20, 2016. Tunisia has declared a curfew in the western city after clashes between police and more than 1,000 young protesters demonstrating for jobs. Tensions have risen in Kasserine since Sunday when an unemployed youth killed himself by scaling an electricity transmission tower to protest his rejection for a government job. (AP Photo/Moncef Tajouri)

Schlechte Wirtschaftslage und Zuwanderung von extremistischen Kräften aus Libyen: Versinkt Tunesien im Chaos?
Bild: Moncef Tajouri/AP/KEYSTONE

Schlechte Wirtschaftslage

In Tunesien hatten vor fünf Jahren die arabischen Aufstände begonnen. Als einziger arabischer Staat schaffte das Land danach den Übergang in die Demokratie.

Allerdings leidet Tunesien unter der schlechten Wirtschaftslage. Die Arbeitslosigkeit ist vor allem unter Jüngeren hoch. Im vergangenen Jahr erschütterten Terroranschläge das Land, zu denen sich die Terrormiliz «Islamischer Staat » bekannte. (lhr/sda/dpa)

Anschlag in Sousse, Tunesien:

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