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Osamas Brief an seine Tochter: «Was sind die neusten lustigen Nachrichten?»



epa04758841 An undated handout picture provided by the Office of United States Director of Central Intelligence (ODNI) on 20 May 2015 of a letter titled 'Ramadan' recovered during the 2011 raid on al-Qaeda leader Osama bin Laden's compound in Pakistan. The US government on 20 May 2015 released a list of now declassified documents recovered during the 2011 raid on al-Qaeda leader Osama bin Laden's compound in Pakistan that provide insight into the terrorist leader's thinking in the years before he was killed. The list of documents includes hundreds of letters to family members and associates as well as statements on anti-government demonstrations in Egypt, the wars in Afghanistan and Iraq, and other current events.  EPA/ODNI/HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

Bild: EPA/ODNI

Die amerikanischen Geheimdienste haben am Mittwoch Hunderte Dokumente von Osama Bin Laden veröffentlicht. Die Papiere stammen aus Bin Ladens Besitz und wurden beim Sturm seines Verstecks im nordpakistanischen Abbottabad sichergestellt. Darunter findet sich die Korrespondenz mit Mitgliedern des Terrornetzwerkes al-Kaida und zahlreiche Briefe an Familienmitglieder. 

Die Briefe geben nicht nur einen Einblick in die Gedankenwelt des Terroristenführers, sondern auch in die komplizierten Familienverhältnisse des Bin-Laden-Clans. Es wird deutlich, dass sich Osama erhoffte, seine weit verzweigte Familie wieder zusammenzuführen.

In einem der Briefe schreibt Osama an eine seiner Töchter, erkundigt sich nach seinen Enkelkindern und fragt nach den «neusten lustigen Nachrichten».

Bin Ladens Brief an eine seiner Töchter

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes, 

An meine teuerste Tochter, Umm-Mu'adh

Friede sei mit dir

Wie geht es dir und was gibt es Neues? Mein Gott, ich vermisse dich so sehr. Ja, ich vermisse dich, meine gottesfürchtige Tochter. Möge Gott dich behüten und dich für alles belohnen, was du für mich getan hast. Möge Gott auch deine Eltern belohnen für die wohlgeratene Erziehung, sodass der Himmel ihr endgültige Bestimmungsort sein wird. Ich sehne mich nach den wundervollen Tagen, die ich mit dir verbracht habe, vor allem während des Reisens. Du warst die beste Begleitung überhaupt. Möge Gott dich behüten. 

Wie geht es Sa'ad? Wie kommt er mit seinem Koran-Studium voran, und lernt er andere Dinge? Sorgt dafür, dass du und sein Vater euch gut um ihn kümmert, er hat grosses Potential. Bringt ihm mindestens die grundlegenden Kenntnisse des Lesens, Schreibens und der Mathematik bei, und erzählt ihm vom Leben des Propheten. 

Was sind die neusten lustigen Nachrichten? Und wie geht es seiner Schwester Khawlah? Ich wünschte, ich könnte sie reden hören. Wie ich im letzten Brief geschrieben habe, vermissen dich hier alle und hoffen, dich bald wieder zu sehen. Möge Gott uns bald zusammenbringen. Es ist besser, mit so wenig Gepäck wie möglich zu reisen und nur das Nötigste einzupacken. 

Uns geht es gut, Gott sei Dank. Das Einzige, was uns fehlt, ist deine Gesellschaft. Bitte vergib mir, falls ich dich wütend gemacht habe – und vergib mir, dass es so oft vorkam. Wenn es die Sicherheitslage erlaubt, richte bitte meine Grüsse auch an die Leute aus, mit denen du dich umgibst. Bitte entschuldige, dass dieser Brief so kurz ist, die Kraft [zum Schreiben] kommt und geht. Pass auf dich auf und richte meine Grüsse an Abu-Mu'adh, Sa'ad und Khawlah aus. Gib ihnen diese Botschaft, die mir meine Grossmutter einst gab: «Ich vermisse dich sehr. Möge Gott uns bald wieder vereinen. Hör auf deine Mutter und deinen Vater und gehorche ihnen und provoziere sie nicht.» Vergiss uns nicht in deinen Gebeten, vor allem beim Martyrium. Gratuliere zur Entledigung der Tyrannen, die diese Nation so lange unterdrückt haben und möge, so Gott will, auch der Rest von ihnen gehen. 

Möge Gott mit dir sein.

Der Brief wurde von amerikanischen Geheimdiensten aus dem arabischen übersetzt. Über den Zeitpunkt der Abfassung ist nichts bekannt. (wst)

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