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epa07755712 Mexican people pray on the US-Mexico border, after a shooting took place at a shopping center in El Paso, Texas, in Ciudad Juarez, Mexico, 03 August 2019. According to reports, at least 20 people have been killed and more than 25 other have been injured. Police say that one male suspect is in custody.  EPA/REY JAUREGUI

Mexikanische Bürger halten an der US-amerikanischen Grenze zum Gedenken an die Opfer von El Paso ihre leuchtenden Handys in die Luft. Bild: EPA

Viele Fragen, keine Lösung: Die neusten Attentate stürzen die USA in die nächste Krise

Zwei Angreifer töteten am Wochenende in den USA mindestens 29 Menschen. Viel Hoffnung auf Besserung der Lage gibt es nicht.

Samuel Schumacher / ch media



Mindestens 29 Tote und mindestens 53 teils Schwerverletzte: Das ist die brutale Bilanz des bislang blutigsten Wochenendes in Amerika in diesem Jahr. Bei einem Angriff auf einen Supermarkt in der texanischen Stadt El Paso nahe der mexikanischen Grenze hat ein Einzeltäter mit einer Schnellschusswaffe am Samstag 20 Menschen getötet und 26 verletzt. Wenige Stunden später hat ein anderer Einzeltäter in der Stadt Dayton im Bundesstaat Ohio neun Menschen erschossen und 27 verletzt.

So wahnsinnig solche Taten sind: Die USA haben sich über die vergangenen Jahrzehnte allmählich an sie gewöhnt. Alleine in diesem Jahr gab es laut der Organisation «Gun Violence Archive» in den USA bereits 252 Schusswaffen-Attentate, bei denen mindestens vier Personen verletzt oder getötet worden sind.

Zwei Amokläufe erschüttern die USA

In El Paso in Texas starben mindestens 20 Menschen in einem Einkaufszentrum. In Ohio tötete ein Amokläufer 9 Menschen vor einer Bar und kam dabei ebenfalls ums Leben. Beide Attacken fanden innerhalb weniger Stunden statt. Video: kaltura

Pamphlet taucht 19 Minuten vor Attentat auf

Die Reaktionen auf die Attentate vom Wochenende waren dieselben wie jene auf alle Attentate in den vergangenen Jahren: Politische Exponenten beschuldigten die Gegenseite, nichts gegen den Waffenwahn im Land zu unternehmen. Kommentatoren schickten ihre «thoughts and prayers» («Gedanken und Gebete») an die Familien der Verstorbenen. Und die sozialen Medien flimmerten vor Fragezeichen: Wann hört das endlich auf? Was muss denn noch geschehen? Wieso tut keiner was?

US-Präsident Donald Trump gesellte sich via Twitter zu den Kondolierenden und nannte die Taten einen «Akt der Feigheit». Mehrere von Trumps potenziellen Herausforderern bei den 2020 anstehenden Wahlen machten den Präsidenten mitverantwortlich für die Tat in El Paso.

Beto O’Rourke, zum Beispiel. Der Demokrat, der selber in El Paso lebt, sagte dem Fernsehsender CNN sichtlich bewegt: «Trump hat versucht, uns vor den Mexikanern Angst zu machen – mit ernsten Konsequenzen. Er ist ein Rassist und er schürt Rassismus in diesem Land. Das führt zu Gewalt.» O’Rourke verwies auf ein vierseitiges Pamphlet, das 19 Minuten vor dem Attentat in El Paso im Internet auftauchte, mutmasslich verfasst vom später verhafteten Attentäter.

Darin drückte der Verfasser seine Bewunderung für jenen Terroristen aus, der im März dieses Jahres im neuseeländischen Christchurch in zwei Moscheen 51 Menschen ermordet hatte und erklärte seine Tat mit seiner Wut auf die «hispanische Invasion in Texas». Ob der 21-jährige El Paso-Attentäter tatsächlich der Verfasser des Pamphlets ist, blieb am Sonntag noch offen.

Amoklauf in El Paso, Texas

Australien könnte ein Vorbild sein

O’Rourkes demokratische Mitbewerber um das höchste politische Amt im Land blieben bei ihren Analysen zurückhaltender und forderten primär strengere Kontrollen und Hintergrund-Checks für Waffenkäufer.

Die Forderung kursiert seit längerem, wird von den republikanischen Kräften im amerikanischen Parlament aber blockiert. Jegliche Verschärfungen des Waffenrechts sehen viele Republikaner (und einige Demokraten) als Angriff auf die verfassungsrechtlichen Freiheiten der Amerikaner.

«Finger weg von unseren Schusseisen» lautet das Motto. Daran konnten bislang auch die blutigen Attentate nichts ändern, die das Land in regelmässigen Abständen erschüttern.

Während sich der Rest der Welt an den Kopf greift und sich fragt, wieso Amerika sich das antut, wird die Debatte über die Einschränkung stärkerer Waffenkontrollen in den USA selber weiter vor sich hindümpeln. Dabei zeigt das Beispiel Australien, wie wirkungsvoll eine solche Gesetzesverschärfung sein könnte. Das Land hatte bis 1996 ein ähnliches Waffengesetz wie die USA. Nach einem Attentat mit 35 Toten verschärfte die Regierung das Gesetz und begann, Gewehre von den Bürgern zurückzukaufen. Die Zahl der Gewaltverbrechen mit Schusswaffen ist seither massiv gesunken, die australischen «Finger weg von unseren Schusseisen»-Rufe sind verhallt. (aargauerzeitung.ch)

Die Tricks der Terroristen

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46Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mutschii 05.08.2019 09:43
    Highlight Highlight So ist es bei jeder Veränderung. Vorher: "Das kannst du nicht tun" - "Das klappt doch nie!" und dann nachher: "huch, es ging ja doch" ...just f***ing do it USA.
  • rodolofo 05.08.2019 08:20
    Highlight Highlight Am feigsten vorn Allen ist der rechtsextreme Hassprediger an der Spitze, der sich öffentlich von dem distanziert, was er mit seiner Hetze gegen Ausländer und Andersdenkende im Inland bezweckte: Krieg und Bürgerkrieg!
    Die Psychopathen, die ihren Präsidenten beim Wort nehmen, sind vielleicht weniger feige, als dieser, denn in dem "Heiligen Krieg", den sie sich zu führen einbilden, der aber in Wahrheit eine teuflische Tötungsmaschinerie ist, verlieren SIE ebenso ihr Leben, wie ihre vielen unschuldigen und zufällig anwesenden Opfer!
    Trump dagegen ist weiterhin putzmunter und hetzt weiter...
  • Butzdi 05.08.2019 07:28
    Highlight Highlight Republikanische Politiker wie Trump, Mitch McConnel, Ted ‚Rafael‘ Cruz oder Marco Rubio haben 2018 insgesamt 6 Millionen von der NRA erhalten. Zudem vergibt die NRA ein Rating, welches zeigt wie Pro-Gun Politiker sind. Interessanterweise ist der NRA am Pleite gehen und hat massive Probleme am Hals, weil sie ausländische Gelder akzeptierten und diese dann an obgenannte Politiker weitergaben, was illegal ist.
  • Nr 756 05.08.2019 06:53
    Highlight Highlight Nach der Tat in Sandy Hook sollte klar sein dass Amerika zwar ein Problem hat, sich aber weigert, sich darum zu kümern. Nachdem man beschlossen hatte dass es irgendwie okay ist, Kindergärtner erschiessen zu lassen anstatt Waffen stärker zu kontrollieren kann man gar nichts anderes erwarten als noch mehr Waffengewalt.
    Benutzer Bild
  • Spooky 05.08.2019 06:44
    Highlight Highlight "Die neusten Attentate stürzen die USA in die nächste Krise"

    Wieviele neuen Krisen
    gibt es eigentlich pro Tag
    auf der Welt? Weiss das jemand?
  • Bartli, grad am moscht holä.. 05.08.2019 02:21
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • Sotschi 04.08.2019 23:44
    Highlight Highlight Was geht es uns an? Die Amerikanische Mehrheit will das so und Punkt.
  • AndrinaV 04.08.2019 23:33
    Highlight Highlight Die Schweiz ist doch kein Deut besser was Waffenregelungen für Privatpersonen angeht. Die gelobte „Schiesskultur“. Da kommt einem die Ko€&& hoch

    https://www.ejpd.admin.ch/waffenrichtlinie

    Halbautomatische Waffen können in kurzer Zeit viele Leben auslöschen und es ist kein Eignungstest für den Besitz einer solchen Waffe hierzulande notwendig. An Rassismus fehlt es genauso wenig, von daher wer im Glashaus sitzt..
    Dass sich hier solche Szenen nicht abspielen ist vermutlich nur Statistik: viel weniger Einwohner heisst viel weniger Spinner.
  • Gooner1886 04.08.2019 23:26
    Highlight Highlight Bis zum nächsten Amoklauf in einem halben Jahr. Da ändert sich erst was wenn... keine Ahnung was da noch passieren muss. Die einzige Frage welche ich mir stelle ist wieso man dem Thema noch so viel Aufmerksamkeit widmet. Fünf Sätze wie bei einer Autobombe im Nahenosten würden reichen.
    • Nr 756 05.08.2019 12:12
      Highlight Highlight In einem halben Jahr, das wär ja richtig entspannt. Die hatten schon über 250 allein dieses Jahr ...
  • Pastaboy 04.08.2019 23:23
    Highlight Highlight Ich nehme die Orange nicht in Schutz , aber kein Präsi ob Rep oder Dem hat es geschafft gegen die NRA was auszurichten. Das zwei Parteien System mit Senat und und ,ist veraltet und wird von Reichen alten Männer gelenkt, seien es Rep oder Dem. Alle 4-8 Jahre Wechsel es meisten,dann sind die anderen dran sich die Säcke zu füllen. Es war so, es ist so und so wird es bleiben. Das wohl der Bevölkerung ist ihnen Wurst, Geld,Macht und Einfluss und noch mehr Geld das interessiert sie nur.
  • Mutbürgerin 04.08.2019 23:10
    Highlight Highlight Wieso echauffieren sich hier so viele Leute über die US Waffengesetze? In der Schweiz sterben jedes Jahr ca. 230 Menschen im Verkehr und ca. 3800 werden schwer verletzt? Ist das jemals einen Bericht wert? Verbietet jemand Autos, Motorräder, Fahrräder? Nope, Tote werden akzeptiert, weil die Mehrheit einen Nutzen hat. Dasselbe gilt bei den Waffen in den USA.
    • Nr 756 05.08.2019 11:03
      Highlight Highlight Welchen Nutzen hat eine Waffe abgesehen davon, ein Lebewesen zu erschiessen?
  • FITO 04.08.2019 22:52
    Highlight Highlight Unglaublich diese Ignoranz der Amis.
    Noch nicht so lange her wurde dieses Foto in einer Filiale des Walmart gemacht.
    Man beachte das Schild über dem Gestell.
    Und nun die Ironie, dass genau einer der grössten Waffenverkäufer der USA Ziel eines Massakers wird.
    Benutzer Bild
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 04.08.2019 23:29
      Highlight Highlight Ich mag ja Waffen und gehe gerne schießen, aber von diesem Schild vergeht mir alle Freude an diesem einen mir noch verbliebenen Hobby.
      Nein, das ist noch nicht einmal das schlimmste. Ich schäme mich richtig dafür, dass die Urheber dieses widerlichen Schildes auch zur Spezies Homo Sapiens Sapiens gehören.
    • Timiböög 04.08.2019 23:29
      Highlight Highlight Ich könnte fast lachen vor Absurdität... Hat da niemand nicht Mal eine Sekunde nachgedacht?!
    • Saraina 04.08.2019 23:37
      Highlight Highlight Opfer wurde nicht Walmart, die räumen einfach auf. Opfer wurden mehrheitlich Menschen mit hispanischem Hintergrund, und die waren auch das Ziel. Der Attentäter wurde übrigens festgenommen, ohne dass ihm ein Haar gekrümmt wurde. Davon kann ja ein schwarzer Verdächtiger nur träumen. Der riskiert, auf Verdacht hin erschossen zu werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Input 04.08.2019 22:28
    Highlight Highlight Zum Glück wählt Beto O’Rourke klare und die richtigen Worte.
    Dass Trumps Politik des Hasses und der Spaltung genau darauf hinauslaufen wird war/ist jedem klar mit ein bisschen gesundem Menschenverstand.
    Jetzt über ja oder nein, vielleicht oder doch nicht und Nuancen zu diskutieren ist unerträgliches, politisches Blabla!
  • Count Suduku 04.08.2019 22:25
    Highlight Highlight Nach einem Attentat mit 35 Toten verschärfte die Regierung das Gesetz und begann, Gewehre von den Bürgern zurückzukaufen

    Zurückzukaufen? Dies würde bedeuten, dass die Waffen einmal Eigentum des Staates waren, und diese freiwillig zum Rückkauf angeboten wurden. Dies trifft jedoch nicht zu. Ich würde von einer Konfiskation mit Teilentschädigung sprechen. Ob man dies nun als gerechtfertigtes und effektives Mittel (für die USA) sieht ist eine ander Frage.

    • Heinzbond 05.08.2019 04:25
      Highlight Highlight Wenn man all das Geld nimmt das für die Prävention und die Folgen für amokläufe nimmt, sollte genug Geld für den vekaufspreis sein, für jede einzelne Waffe, aber das bringt nix solange jeder Trottel neben Milch und Eier auch vollautomatische Waffen kaufen kann. Konfiskation ist ein ziemlich starkes Wort.
  • Chrisiboy 04.08.2019 22:17
    Highlight Highlight Da kann man alle Waffen verbieten und wenn solche vollgestörten A... wollen, werden sie trotzdem Attentate verüben.
    Das kann man nicht verhinder, bestenfalls erschweren.
    • Helios 04.08.2019 22:38
      Highlight Highlight In Australien scheint es ziemlich gut funktioniet zu haben, wie man im Artikel lesen kann.
    • Walter Sahli 04.08.2019 22:45
      Highlight Highlight Mit Geschwindigkeitslimiten auf der Autobahn kann man auch nicht jeden Raser aufhalten, aber sie verhindern die allermeisten Unfälle.

      Nur weil man mit schärferen Waffengesetzen nicht jede Bluttat verhindern kann, ist das noch lange kein Grund, gar nichts zu tun.
    • ingmarbergman 04.08.2019 22:45
      Highlight Highlight Kopf->Wand

      Mal ehrlich, glaubst du den Quatsch wirklich, den du da behauptest? Willst du echt behaupten, dass jemand mit einem Messer 20 Menschen in einem Einkaufszentrum töten würde?
      Für ein Messer braucht es eine Armlänge. Von einem Messer kann man davonrennen. Bei einem Maschinengewehr ist es viel einfacher.
    Weitere Antworten anzeigen
  • roger.schmid 04.08.2019 22:16
    Highlight Highlight Der wichtigste Punkt fehlt leider in diesem Artikel:
    Die Politiker werden von der Waffenlobby dafür bezahlt, nichts zu unternehmen.
    • Count Suduku 04.08.2019 22:45
      Highlight Highlight Wie von jeder andern Lobby auch...
    • roger.schmid 04.08.2019 23:10
      Highlight Highlight Richtig, Count Suduku. Das System der legalisierten Korruption ist das Hauptproblem.
    • Heinzbond 05.08.2019 04:33
      Highlight Highlight Mit dem Unterschied das die Waffenlobby Produkte herstellt die ganz klar zum töten geplant, gebaut und verkauft werden. Tatsächlich sollte man die Lobbyisten und ihre mietpolitiker nach jedem amoklauf zur rechenschaft und zur Kasse bitten, dann schafft sich die Industrie bald selber ab...

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