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Pariser Lehrer hat Messer-Attacke erfunden

Der Lehrer in einer Schule bei Paris, der angeblich von einem maskierten Mann mit einem Teppichmesser angegriffen wurde, hat zugegeben, dass er den Vorfall erfunden hat. Er hatte zuerst behauptet, der Täter habe sich auf die Terrororganisation «Islamischer Staat» berufen.
14.12.2015, 09:5214.12.2015, 17:27

Der Lehrer, der im Kindergarten Jean-Perrin im Vorort Aubervilliers unterrichtet, hat laut einem Bericht der Zeitung «Libération» zugegeben, dass er gar nicht Opfer einer Messer-Attacke wurde, sondern diese erfunden hat. 

Zuvor hatte er behauptet, er habe gerade den Unterricht vorbereitet, als ein maskierter Mann den Klassenraum betreten habe. Dieser soll Malerkleidung, Handschuhe und Militärstiefel getragen haben. Mit einem Teppichmesser sei er auf ihn zugegangen und habe ihn am Hals verletzt. Anschliessend sei der Angreifer geflüchtet. 

Der 45-jährige Pädagoge hatte ferner behauptet, der Täter habe bei seiner Attacke gerufen: «Das ist Daesch, das ist eine Warnung. Das ist nur der Anfang.» Daesch ist das arabische Akronym für die Terrororganisation «Islamischer Staat». Allerdings lehnt die Gruppe selbst diese Abkürzung ab und stellt die Verwendung des Worts «Daesch» in ihrem Herrschaftsbereich unter Strafe.

Die Angaben des Lehrers hatten dazu geführt, dass die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Mordversuchs im Zusammenhang mit einem Terror-Vorhaben einleitete. In Frankreich herrscht einen Monat nach den islamistischen Anschlägen vom 13. November mit 130 Toten in Paris Angst vor weiteren Attacken.

Die Polizei hatte allerdings von Anfang an vor voreiligen Schlussfolgerungen gewarnt. Die Hintergründe der Tat seien unklar, hiess es. 

Zwar hatte der «IS» erst im November in einem Online-Propagandamagazin zu Angriffen auf Lehrer in Frankreich aufgerufen. Die Dschihadisten begründeten dies mit dem «fanatischen Laizismus», der den Kindern in französischen Schulen aufgezwungen werde. Die Lehrer seien «Feind Gottes», die sich in einem «offenen Krieg gegen die muslimische Familie» befänden. (dhr/syd/AFP/Reuters/AP/spon)

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