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Bis zu elf Millionen Tonnen Plastikmüll auf dem Meeresgrund

[UNVERIFIED CONTENT] Plastic trash pollution on beach of Labuan Bajo (Flores Island).

It is sad to see that in that small fishing town which is the gateway to the Komodo Islands, a nearby protected n ...
Labuan Bajo, Flores Island, IndonesienBild: comments://396026304/4271836

Bis zu elf Millionen Tonnen Plastikmüll auf dem Meeresgrund

05.04.2024, 12:4405.04.2024, 12:44

Pro Minute gelangt im Durchschnitt eine volle Müllwagen-Ladung Plastik in die Weltmeere und treibt im Wasser. Ein Teil davon sinkt auch in die Tiefe: Insgesamt befinden sich auf dem Grund der Ozeane schätzungsweise bereits drei bis elf Millionen Tonnen Plastikmüll.

Dies ergab eine Studie der australischen Wissenschaftsbehörde Csiro und der kanadischen University of Toronto. Mithilfe von ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen (ROVs) sei es zum ersten Mal gelungen, ungefähr zu quantifizieren, wie viele Plastikabfälle auf den Meeresboden gelangen und wo sie sich genau ansammeln, bevor sie in kleinere Stücke zerlegt und mit dem Meeressediment vermischt werden, sagte Csiro-Forscherin Denise Hardesty.

«Wir wissen, dass jedes Jahr Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Ozeanen landen, aber was wir bisher nicht wussten war, wie viel dieser Verschmutzung auf den Meeresboden gelangt», erklärte sie. Während es in der Vergangenheit bereits Schätzungen zu Mikroplastik gab, befasst sich die neue Untersuchung mit grösseren Gegenständen wie Netzen, Bechern oder Plastiktüten.

Da sich der Kunststoffverbrauch bis 2040 voraussichtlich verdoppeln werde, sei es für den Schutz der Meeresökosysteme und der Tierwelt von entscheidender Bedeutung zu verstehen, wie und wohin Plastikmüll im Meer transportiert werde, hiess es in der Studie, die jetzt im Fachmagazin «Deep Sea Research Part I: Oceanographic Research Papers» veröffentlicht wurde.

Die Plastikverschmutzung auf dem Meeresboden könnte den Schätzungen zufolge bis zu 100-mal grösser sein, als die Menge Plastik, die an der Meeresoberfläche schwimme, sagte Alice Zhu, eine Doktorandin der Universität Toronto, die die Studie geleitet hat. Der Grund der Ozeane sei somit zu einem langfristigen Ruheort beziehungsweise zu einem Reservoir für einen Grossteil der Plastikverschmutzung geworden.

«Dies wird durch den extrem langsamen Abbau von Kunststoff in kalten Umgebungen noch verschärft, in denen es sowohl an Sauerstoff als auch an UV-Strahlung mangelt», heisst es in der Studie. Etwa die Hälfte (46 Prozent) der geschätzten Plastikmasse befindet sich den Ergebnissen zufolge oberhalb von 200 Metern Wassertiefe, der Rest (54 Prozent) in den folgenden Meerestiefen von bis zu 11'000 Metern. (sda/dpa)

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19 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Bikemate
05.04.2024 15:02registriert Mai 2021
In Indien und anderen Asiatischen Ländern ist es üblich den Abfall einfach in den Fluss zu werfen. Da Kann die EU noch 1000x die Plastickröhrli verbieten, das hilft leider gar nichts. Da die Bevölkerung in Indien weiterhin wächst wird sich das Problem massiv verschärfen. Eine weitere Zeitbombe, die wir Menschen den nächsten Generationen aufbürden.
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Küderli
05.04.2024 13:47registriert April 2021
Warum dürfen Firmen uneingeschränkt Verpackungen in Umlauf bringen ohne für dessen korrekte Beseitigung verpflichtet zu werden
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