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Tag der Arbeit: 1. Mai-Demo in Zürich, Bern und Basel live

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1. Mai Demo in Zürich 2026

Die 1.-Mai-Demo in Zürich war laut und bunt.

quelle: keystone / claudio thoma
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Liveticker

1.-Mai-Demo in Zürich: 15'000 Demonstrierende +++ Umzug kommt am Sechseläutenplatz an

Am Tag der Arbeit gehen viele Menschen in der Schweiz auf die Strasse und demonstrieren. Alle Entwicklungen zum 1. Mai im Ticker.
01.05.2026, 09:1601.05.2026, 12:49
Team watson
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13:28
Bundesrat Beat Jans hat an der 1.-Mai-Feier in Biel vor den Folgen der SVP-Zuwanderungsinitiative gewarnt. Das Begehren gefährde Jobs, Löhne und die Beziehungen zu Europa.

Die Initiative schade der Schweiz unmittelbar und verschärfe den Fachkräftemangel, sagte Jans. Unternehmen, Spitäler und Pflegeheime wären besonders betroffen, da sie auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen seien. Bei einem Ja müsste die Schweiz schon «sehr bald» die Personenfreizügigkeit vertragswidrig einschränken und verletzen.

Die Initiative würde zu Verteilkämpfen führen und den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährden, sagte der SP-Bundesrat. «Wo holen die Unternehmen in Zürich, in Basel oder Genf die Leute, wenn nicht in der EU? Vielleicht in Biel?»

Auch für die Löhne sieht der Justizminister Risiken. Zwar sei die Bevölkerung gewachsen, gleichzeitig seien die Reallöhne seit 2002 um fast zwölf Prozent gestiegen. Die Zuwanderung habe wesentlich zum wirtschaftlichen Wachstum beigetragen.

Jans warnte auch vor politischen Konsequenzen. Die Initiative könnte seinen Angaben zufolge die Glaubwürdigkeit der Schweiz schwächen. In einer unsicheren globalen Lage brauche das Land mehr Zusammenarbeit mit seinen Nachbarn und nicht weniger.

Über die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» wird am 14. Juni abgestimmt. (sda)

13:11
«Die Stimmung war super!»
Mittlerweile sind auch die letzten Demonstrierenden beim Zürcher Sechseläutenplatz eingetroffen, wo sie durchschnaufen können. So auch Sarina und ihre Kollegin. «Die Stimmung war super!», freut sich erstere. Die beiden sind mitgelaufen, weil sie finden, dass Care-Arbeit unterbezahlt ist. Das müsse sich ändern.
13:03
Unbewilligte Route in Basel
Über 1000 Menschen haben sich am 1. Mai in Basel anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der Arbeit am Messeplatz versammelt. Die Demonstration blieb zunächst friedlich, wobei ein Teil der Demonstrierenden nach der Mittleren Brücke unbewilligt abbog.

Statt geradeaus zum Marktplatz zu ziehen, bog der Kopf der Demonstration bei der Ankunft im Grossbasel nach 11 Uhr nach rechts in die Schifflände ab – ein unbewilligter Umweg, wie es aus einem Lautsprecher hiess. Kurz darauf flogen aus der Menge mit Farbe gefüllte Gegenstände auf das Hotel Trois Rois und hinterliessen Flecken auf der Fassade.

Die Spitze zog weiter zum Universitätsspital Basel, wo eine Rede gehalten wurden. Die Demonstrierenden kritisierten die Arbeitsverhältnisse für Pflegende und es hiess, Spitäler würden wie Unternehmen geführt und es werde auf Kosten der Mitarbeitenden gespart. Auch kritisierten sie den Nationalrat, der die Pflegeinitiative «abgeschmettert» habe. (sda)
12:59
Polizei mit Gegenständen beworfen
Die Polizei sicherte die Route unter anderem mit einem Wasserwerfer. Aus dem «revolutionären Block» flogen Gegenstände in Richtung der Polizisten und die Menge skandierte Anti-Polizei-Parolen. (sda)

12:48
Gewerkschaftsbund: 15'000 Menschen nahmen an Demo teil
Wie der Zürcher Gewerkschaftsbund in einer Mitteilung schreibt, kamen 15'000 Personen an die Demonstration in Zürich. Damit habe man ein klares Zeichen gegen die 10-Millionen-Initiative gesetzt. «Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist nicht entscheidend, welchen Pass die Kollegin hat oder woher der Kollege kommt. Entscheidend ist, ob der Lohn zum Leben reicht», wird SP-Nationalrätin Michèle Dünki-Bättig zitiert.

12:28
Umzug erreicht Sechseläutenplatz
Wie die Stadtpolizei Zürich auf X mitteilt, hat die Spitze des Demonstrationszuges bereits den Sechseläutenplatz erreicht. Dennoch sei weiterhin mit Einschränkungen zu rechnen.

12:27
Freiheit – einfach für alles
Manche Demonstrierende haben nicht allzu konkrete Forderungen. Hauptsache Freiheit.
12:20
Ein Theater für die Demo-Teilnehmenden
Auf einem Haltestellenhäuschen bei der Rudolf-Brun-Brücke bieten einige Demonstranten ein kleines Schauspiel: Als Pflegefachfrau und Bauarbeiter verkleidet besiegen sie das Kapitalismusmonster. Mit Hammer und Sichel.
11:58
Polizei schaut bei Sprayereien zu
Die Polizei nimmt beim Umzug eine überwachende und beobachtende Rolle ein. Bei Sprayereien greift sie nicht ein, auch wenn Einsatzkräfte das Geschehen aus wenigen Metern Entfernung beobachten können.

11:56
Sprayereien am HB
Während die meisten Menschen friedlich vorbeiziehen, sprayt ein Aktivist am Hauptbahnhof eine Parole ans Tramhäuschen.
11:52
Grünen-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber im Interview
Die Zürcher Grünen-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber nimmt ebenfalls an der bewilligten Demonstration teil. Sie fühle sich unter Gleichgesinnten, sagt sie im Interview. Und betont, dass die Forderungen eigentlich seit jeher die gleichen sind: Bessere – oder einfach gute – Arbeitsbedingungen.
11:38
Sprayereien entlang der Umzugsroute
Entlang der Umzugsstrecke sind immer wieder frische Sprayereien zu sehen, an Wänden oder diesem Bushäuschen.






11:35
Aufruf zum Care Streik 2027
Auch in der Gesundheitsbranche herrscht viel Unmut über die Arbeitsbedingungen. An der Demo wird bereits jetzt zum Streik 2027 aufgerufen.

11:25
Vermummte unter den Demonstrierenden
Im mittleren Teil des Umzugs sind linksextreme Aktivistengruppen dabei, darunter die «Revolutionäre Jugend». Bei dieser sind viele vermummt. Immer wieder zünden sie einzelne rote Rauchpetarden.
11:18
Viele Teilnehmende und Forderungen
Dank des sonnigen Wetters sind viele Menschen zur Demo in Zürich gekommen.



10:57
St.Galler Ex-Ständerat
Der ehemalige St.Galler Ständerat Paul Rechsteiner ist ebenfalls in Zürich. Er sieht in den Demonstrationen eine Möglichkeit für Arbeitnehmende, sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren. Es sei zwar schon viel erreicht worden, sagt er im Interview mit watson. «Aber die Löhne der Boni-Reiter sind geradezu explodiert, die Vermögensverteilung ist geradezu obszön.»
10:48
Demo gegen 10-Millionen-Initiative
Klimawandel, bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne: Am 1. Mai-Umzug wird eine ganze Reihe an Anliegen hervorgebracht. Besonders auffällig ist dieses Mal, dass die Gewerkschaften den Umzug nutzen, um gegen die 10-Millionen-Initiative der SVP zu demonstrieren. Sie gefährde Jobs und Löhne, argumentierte ein Sprecher gegenüber watson.

10:24
Bald startet der Umzug in Zürich
Für den Umzug haben sich manche Demonstrierende einiges einfallen lassen. Hier soll es etwa gratis Kaffee geben.

10:22
Der Helvetiaplatz füllt sich immer mehr
Bei schönstem Wetter strömen viele Demonstrierende auf den Zürcher Helvetiaplatz.

10:19
Omas gegen Rechts für mehr Solidarität
Nicht nur die Jugend geht am 1. Mai in Zürich auf die Strasse. Auch ältere Generationen erheben ihre Stimme: Gegenüber watson fordern die «Omas gegen Rechts» mehr Solidarität im Alltag und dass man auch die Anliegen der älteren Leute berücksichtigt. Ausserdem gilt es aus ihrer Sicht zu verhindern, dass die Gesellschaft weiter nach rechts rückt.
9:55
Die Demonstranten in Zürich stehen bereit
Allmählich versammeln sich die Menschen auf dem Helvetiaplatz für den Umzug in Zürich. Sie haben Fahnen dabei und verteilen Flyer. Die vom 1.-Mai-Komitee Zürich organisierte Demonstration steht im Zeichen des Widerstands gegen den Kapitalismus, Neoliberalismus und Imperialismus. Auch Polizei und Dialogteams sind vor Ort. Der Start des Umzugs ist um 10.30 Uhr geplant.


9:37
Bundesräte an Kundgebungen in Solothurn, Biel und Liestal
Rund fünfzig Demonstrationen finden am heutigen Tag der Arbeit unter dem Motto «Jobs und Löhne verteidigen. Nein zur Abschottung» statt. Tiefe Reallöhne und hohe Lebenskosten würden Arbeitnehmende vielerorts auf die Strasse treiben, schreibt der Gewerkschaftsbund. Bundesrat Beat Jans wird in Solothurn und Biel BE erwartet. Seine Parteikollegin, Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, wird in Liestal BL auftreten. In Unterseen BE unter anderem SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer auftreten. (sda)
Willkommen zum Tag der Arbeit
Am heutigen Freitag gehen Menschen in vielen Städten weltweit auf die Strassen, um für fairere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Auch in der Schweiz sind Kundgebungen geplant. In Bern wird gegen den Ausbau der Rüstungsindustrie und den Abbau des Sozialstaates demonstriert. In Basel richtet sich der Protest gegen tiefe Löhne und hohe Krankenkassenprämien. In Zürich rufen der Gewerkschaftsbund zur Demonstration gegen die 10-Millionen-Initiative und das 1.-Mai-Komitee zum Protest gegen den Niedergang der «regelbasierten internationalen Ordnung» auf. Dabei soll es auch um die Situation in Gaza gehen. In Olten SO fordert die Gewerkschaft des Verkehrspersonals mehr Schutz für die Menschen, die im öffentlichen und touristischen Verkehr arbeiten. Auch in anderen Deutschschweizer Städten sind Kundgebungen geplant. (vro)

Das Wichtigste in Kürze:

  • Am 1. Mai ist Tag der Arbeit. In einigen Kantonen haben die Menschen an diesem Tag frei. Der Feiertag geht auf einen Generalstreik am 1. Mai 1886 zurück, als die nordamerikanische Arbeiterbewegung für bessere Arbeitsbedingungen auf die Strasse ging. Seither wird der 1. Mai in vielen Ländern der Welt gefeiert.
  • In der Schweiz nutzen viele den Tag, um auch hierzulande für die Rechte der Arbeitnehmenden zu demonstrieren. In zahlreichen Städten in der Deutsch- und Westschweiz sind deshalb jeweils Demonstrationen geplant. Die grösste findet jeweils in Zürich statt. Hier wird dieses Jahr gegen «den Niedergang der regelbasierten internationalen Ordnung» sowie gegen die 10-Millionen-Initiative protestiert. Der Anlass startet um 10 Uhr.
  • Auch in Bern und Basel sind Demonstrationen geplant. In Basel startet um 10 Uhr eine Grossdemonstration für höhere Löhne und tiefere Krankenkassenprämien. In Bern startet die Demo um 18 Uhr unter dem Motto Klassenkampf statt Vaterland und richtet sich gegen den Ausbau des «Schweizer Rüstungsapparates» und den Abbau des Sozialstaates.
  • Rund um die 1.-Mai-Feierlichkeiten kommt es regelmässig zu unbewilligten Demonstrationen und Ausschreitungen, weshalb auch die Polizei präsent ist. Im vergangenen Jahr setzte sie in Zürich Tränengas ein. Der Sachschaden belief sich auf mehrere tausend Franken.
  • Im Liveticker erfährst du alle Entwicklungen rund um die Demonstrationen vom 1. Mai 2026.
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Tausende Bauarbeiter streiken in Zürich: «Es muss sich endlich etwas ändern»
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Die beliebtesten Kommentare
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Amateurschreiber
01.05.2026 10:31registriert August 2018
1. Mai - Kundgebung ist, wenn gutverdienende Leute aus dem Dienstleistungssektor und staatlich unterstützte Studenten gegen Kapitalismus und für mehr Solidarität demonstrieren.
8726
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Luders Pee
01.05.2026 11:31registriert Dezember 2024
Wenn man sich die Protagonisten auf dem Film- und Bildmaterial so betrachtet,.dann ist man.wieder dankbar, nicht in Zürich oder Basel leben zu müssen.
5615
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Esther R.
01.05.2026 11:22registriert November 2018
Frage zum ersten Bild auf dem Bericht. Sind das arabische Schriftzeichen auf dem Banner? Und falls ja, was steht denn da? Und weshalb auf arabisch? 🤔
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Ölpreis auf neuem Hoch: Kein Ende in Sicht – im Gegenteil
Nein, im Journalismus sollte man sich nicht leichtfertig des Alarmismus bedienen – auch wenn schlechte Berichte (leider) meist mehr Aufmerksamkeit generieren. Geht es um die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs, verdichten sich aber die Anzeichen, wonach vielleicht noch immer zu wenig Alarmismus herrscht.
So hoch war der Ölpreis seit Ausbruch des russischen Angriffskriegs in der Ukraine nicht mehr: Am Donnerstag überstieg das Barrel der Referenzsorte Brent zeitweise 126 US-Dollar. Im Verlauf des Donnerstags hat er sich zwar bereits wieder etwas erholt. Dieser Höhepunkt dürfte trotzdem nicht der letzte gewesen sein.
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