Am 12. Juni 2025 stürzte Flug 171 der Air India kurz nach dem Start in ein Wohngebiet. 260 Menschen verloren dabei ihr Leben, weitere wurden verletzt.
Nun zeigt eine erste Datenanalyse des Flugdatenschreibers (Blackbox), dass beide Triebwerke der Boeing 787 von einer Person im Cockpit ausgeschaltet worden seien, wie «20minuten» unter Berufung auf den «Corriere della Sera» berichtet. Die Informationen sollen aus Quellen stammen, die mit den ersten Erkenntnissen vertraut seien.
Konkret sollen die beiden Schalter für die Treibstoffzufuhr von «Betrieb» auf «Ausgeschaltet» gestellt worden seien. Durch das Ausbleiben des Kerosins stoppten so die Triebwerke.
Die beiden Schalter befinden sich bei der Boeing 787 unterhalb der Schubhebel; eine Verriegelung schützt vor unbeabsichtigten Betätigungen. Während des Fluges sollten die Schalter nur in Notfällen ausgeschaltet werden, beispielsweise bei einem Brand oder Triebwerksausfall. Werden sie einmal ausgeschaltet, dauere es mehrere Sekunden, bis die Triebwerke wieder anspringen und volle Schubkraft erreichen.
Die Blackbox liefert bislang keine Hinweise für eine Anomalie an den Triebwerken, die ein Ausschalten rechtfertigen würden. Somit stellt sich für die Ermittlungen die Frage: War die Schalterbewegung fahrlässig oder absichtlich? Für ein Versehen spricht, dass laut den Quellen die Flugparameter darauf hindeuten, dass kurz vor dem Absturz versuch wurde, die Triebwerke neu zu starten.
Momentan gehen die Ermittler davon aus, dass der Absturz vorsätzlich geschah; entweder durch einen der Piloten oder eine dritte Person, die sich während des Fluges auf dem sogenannten «Jump Seat» befunden haben könnte. Die Audioaufnahmen aus dem Cockpit sollen derzeit von indischen und US-Behörden ausgewertet werden.
(cpf)