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«Dear Mr. Trump …» – Dieser Brief an Donald Trump ist der meistgeteilte Facebook-Post ever



Innerhalb weniger Stunden hat ein Facebook-Post die Millionenmarke geknackt – Rekord in der 12-jährigen Geschichte der Social-Media-Plattform. Mittlerweile haben knapp über zwei Millionen Menschen den Beitrag mit einem Like versehen, eine Million hat ihn geteilt und über 60'000 User haben den Post kommentiert.

Es ist ein offener Brief an Krawall-Präsidentschaftskandidat Donald Trump. Geschrieben hat ihn der Fotograf Brandon Stanton. Stanton ist bekannt für sein Fotoprojekt «Humans of New York». Auf der Facebook-Seite postet er seine Fotos mit Statement der Abgelichteten. 17 Millionen Menschen gefällt die Seite.

Das ist die Übersetzung:

Mr. Trump

Ich versuche, nicht politisch zu sein. Ich habe mich geweigert, ein paar ihrer Mitbewerber zu interviewen. Ich wollte keinen Goodwill riskieren, indem ich bei einer umstrittenen Wahl Partei ergreife. Ich dachte: ‹Vielleicht ist die Zeit nicht die richtige›. Aber ich merke jetzt, dass es keine richtige Zeit gibt, um Gewalt und Vorurteilen entgegenzutreten. Es ist immer Zeit.

Denn mit Millionen von Amerikanern musste ich merken, dass Ihnen entgegenzutreten keine politische Entscheidung mehr ist. Es ist eine moralische. Ich habe gesehen, wie Sie rassistische Bilder retweeten. Ich habe gesehen, wie Sie rassistische Lügen retweeten. Ich habe gesehen, wie Sie sich 48 Stunden Zeit lassen, um die ‹Vormachtstellung der Weissen› zu verleugnen. Ich habe gesehen, wie Sie zu Gewalt aufrufen und versprechen, die Bussen zu zahlen für diejenigen, die Gewalt in deinem Namen anwenden. Ich habe gesehen, wie Sie es befürworten, dass Familien von Terroristen gefoltert und ermordet werden. Ich habe gesehen, wie Sie fröhlich Geschichten von Muslimen erzählen, die mit in Schweineblut getünchte Kugeln exekutiert werden. Ich habe gesehen, wie Sie Flüchtlinge mit Schlangen vergleichen und behaupten, der Islam würde uns hassen. 

Ich bin Journalist, Mr. Trump. Während der letzten Jahre habe ich lange Interviews geführt – mit hunderten Muslimen, per Zufall ausgewählt, auf den Strassen Irans, Iraks und Pakistans. Ich habe auch hunderte syrische und irakische Flüchtlinge interviewt, in sieben verschiedenen Ländern. Und ich kann versichern – der Hasserfüllte sind Sie. 

Jene von uns, die aufgepasst haben, werden es ihnen nicht erlauben, sich in einem anderen Licht darzustellen. Sie sind kein ‹Einiger›. Sie sind nicht ‹präsidial›. Sie sind kein Opfer der Wut, die Sie freudig selbst entfacht haben.

Sie sind ein Mann, der im Streben nach persönlicher Macht Vorurteile und Gewalt fördert. Und obwohl sich Ihre Worte in den nächsten Monaten ohne Zweifel ändern werden, werden Sie immer bleiben, wer Sie sind.

Brandon Stanton

Ausschreitungen bei Trumps Auftritten landauf landab

(dwi)

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33
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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Domino 16.03.2016 23:49
    Highlight Highlight Man kann das ganze auch in einem anderen Licht sehen...
    Play Icon
    • qumquatsch 17.03.2016 02:07
      Highlight Highlight hast Du Dir das wirklich angeschaut und verstehst, was dieser Herr wirklich verzapft? falls ja, dann muss ich Dir sagen, die Mondlandung gab es wirklich und bis heute konnten Chemtrails nicht nachgewiesen werden...
      falls nein, dann schau es dir nochmals an, das ist ne Verschwörungstheorie gegen die ach so bösen Medien (naja lassen wir mal Fox aussen vor, die sind tatsächlich becknackt)
    • Orwell 17.03.2016 03:23
      Highlight Highlight Ist das dein ernst? Der liebe Trump als Opfer der phösen Medien und der linksradikalen? schau dir doch mal seine Reden an! Er befürwortet Folter und abknallen von Zivilisten. An seinen Reden inszeniert er kämpfe gegen Typen im Poncho. The Drumpf ist ein Choleriker wie aus dem Lehrbuch. Und so einer soll die Kontrolle über Atomwaffen haben? Ähh glaube weniger. Und komm mir ja nicht mit "ja aber Hillary Clinton" ( ich weiß die ist auch nicht das Gelbe vom Ei).
  • Aristoteles 16.03.2016 18:55
    Highlight Highlight Herr Stanton hat Recht, jedoch sollten die Gegner aufhören, dem Drumpf Rassismus vorzuwerfen. Es ist zwar ein (teilweise) berechtigter Vorwurf, hat aber auf den überzeugten Drumpf-Wähler keinen Einfluss. Vielmehr muss diesem Wählervolk einmal klar gemacht werden, dass Drumpf u.a. gesellschaftlich, wirtschaftlich und sozialpolitisch alles andere als ein Segen ist. Wenn sie mit persönlichen Nachteilen konfrontiert würden, wäre Neuengland evtl. noch zu retten. Vielleicht ist es aber auch zu schwierig. Politische Korrektheit existiert nicht mehr, Fakten sind gefordert. Soll sie einer liefern.
    • Orwell 16.03.2016 20:27
      Highlight Highlight Das Problem ist ja eben, dass solche Leute faktenresistent sind. Da nützt alles nichts!
    • Aristoteles 16.03.2016 21:23
      Highlight Highlight Niemand ist faktenresistent. Man muss es den Dummen einfach richtig verkaufen. Das hat Drumpf gemacht. Und so laufen die Dummen halt den Dummen nach. Er ist intelligent aber nicht klug, und Intelligenz ist nur die Aristokratie der Dummheit. Jedenfalls sollten die Gegner einmal anfangen, sich von ihren "heile Welt" Argumenten loszulösen, und endlich selbst America great again machen. Da reicht es halt nicht, die Rassismuskeule zu schwingen und ein bisschen Feminismus zu predigen. Dieses Land braucht Wirtschaft und Wohlstand, da ist ein Ökonom einfach überzeugender.
    • Amadeus 16.03.2016 22:59
      Highlight Highlight @Aristoteles: Meiner Meinung nach ist es sehr wohl berechtigt, darauf hinzuweisen, dass Trump rassistische und frauenverachtende Sprüche macht. Auch wenn das dazu führt, dass die faktenresistenten WählerInnen sich umso mehr hinter ihn stellen. Und ja, ich glaube sehr wohl dass es Faktenresistenz gibt. Wer jemanden wählt, der weder ein politisches Programm, noch Erfahrung hat, und nur mit Hasstiraden auffällt, der ist meiner Meinung nach sehr wohl faktenresistent.

      Ausserdem: Trump meldete 4mal Insolvenz an. Das zum Thema überzeugender Ökonom.
    Weitere Antworten anzeigen
  • maxi #sovielfürdieregiongetan 16.03.2016 18:32
    Highlight Highlight händ die zämme söi ghertet?

    wieso duzt er ihn?
    • Hofiprofi 16.03.2016 18:49
      Highlight Highlight da das aus dem englischen übersetzt ist, wo "you" duzend und siezend gebraucht wird, denke ich, dass er ihn nicht wirklich duzt
    • maxi #sovielfürdieregiongetan 16.03.2016 18:53
      Highlight Highlight wieso hat watson es als du übersetz?
    • _kokolorix 16.03.2016 19:07
      Highlight Highlight spielt das echt eine rolle?
    Weitere Antworten anzeigen
  • ToPer26007 16.03.2016 18:26
    Highlight Highlight Wieder ein Journalist mehr, der meint sich " wichtig zu machen", indem er andere Menschen schlecht macht, unabhängig davon, ob Trump mit seinen Ansichten falsch oder richtig liegt, hat keiner das Recht ihn für seine Meinung zu verurteilen, wo wir doch schon wieder bei der Diskriminierung angelangt sind, der Journalist beeinflusst mit seinem Brief übrigens auch den Wahlerfolg von Donald Trump und fördert weitere Ausschreitungen auf seinen Wahlveranstaltungen, indem er gegen ihn hetzt, ich finde keiner sollte gegen Niemanden hetzten 😔
    Benutzer Bild
    • who cares? 16.03.2016 18:41
      Highlight Highlight Er zählt ja nur Fakten auf und zieht daraus Schlussfolgerungen. Soll das jetzt verboten sein? Machst du mit deinem Kommentar nicht das gleiche gegenüber dem Journalist, wie er gegen Trump, nur undifferenzierter?
    • Sol_Invictus 16.03.2016 18:42
      Highlight Highlight Wieder ein Kommentarschreiber mehr, der meint sich "wichtig zu machen", indem er einen Menschen dafür verurteilt, dass er einen Rassisten, der offen zu Kriegsverbrechen aufruft, für seine "Meinung" verurteilt.
    • bobi 16.03.2016 19:23
      Highlight Highlight Keiner sollte gegen niemanden hetzen? Seriously? 😄
    Weitere Antworten anzeigen
  • E-Lisa 16.03.2016 18:06
    Highlight Highlight Damit hat der Herr Stanton alles gesagt, was es zu dem Herr Trump zu sagen gibt.
  • lümel3000 16.03.2016 17:50
    Highlight Highlight Humans of NY ist einer der Gründe warum ich noch auf FB dabei bin. Brandon ist ein aussergewöhnlich guter Journalist, ich kann die Seite jedem empfehlen!

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