International
USA

US-Republikaner verdrängen Demokratin aus wichtigem Kongressausschuss

US-Republikaner verdrängen Demokratin aus wichtigem Kongressausschuss

02.02.2023, 20:3502.02.2023, 20:35

Mit ihrer neuen Mehrheit im US-Repräsentantenhaus haben die Republikaner eine Demokratin aus dem wichtigen Auswärtigen Ausschuss verdrängt. Die Parlamentskammer votierte am Donnerstag mit den Stimmen der Republikaner dafür, die Abgeordnete Ilhan Omar abzulösen. Begründet wurde dies mit früheren Aussagen, die als antisemitisch kritisiert wurden.

FILE - Rep. Ilhan Omar, D-Minn., speaks to reporters during a news conference at the Capitol in Washington, Nov. 30, 2021. Progressive and centrist Democrats in the House have clinched agreement on a  ...
Ilhan OmarBild: keystone

Die in Somalia geborene Abgeordnete zog 2019 als eine der beiden ersten Musliminnen ins Repräsentantenhaus ein. Mehrfach löste sie Kontroversen aus, auch durch kritische Bemerkungen zu Israel. 2019 legte sie in einem Tweet nahe, die pro-israelische Haltung gewisser US-Abgeordneter sei von finanziellen Überlegungen getrieben. Nach viel Kritik entschuldigte sie sich.

Omar und andere Demokraten kritisierten die Entscheidung. Der Schritt wurde als Rache dafür gewertet, dass die Demokraten - als sie selbst noch die Kontrolle übers Repräsentantenhaus hatten - zwei republikanische Abgeordnete wegen kontroverser Äusserungen aus Gremien verbannt hatten. Dazu gehörte die Abgeordnete Marjorie Taylor Greene, die damals alle Ausschussposten verlor, auch wegen Verschwörungstheorien. Die Sprecherin des Weissen Hauses, Karine Jean-Pierre, kritisierte Omars Ablösung ebenfalls als parteipolitisch motiviert.

Der neue republikanische Vorsitzende der Kongresskammer, Kevin McCarthy, wies die Vorwürfe zurück. «Das ist kein Quid pro Quo», sagte er. Omar habe nicht alle Ausschusssitze verloren, sondern lediglich den Sitz im Auswärtigen Ausschuss, der besondere Verantwortung mit Blick auf internationale Beziehungen mit sich bringe. Die Republikaner hatten bei den den jüngsten Parlamentswahlen die Kontrolle im Repräsentantenhaus gewonnen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
«Vormachtstreben» und «einseitiges Diktat»
Putin sieht in den USA Gefahr für den Weltfrieden
Der russische Präsident Wladimir Putin hat ein «Vormachtstreben» der USA als Gefahr für den Weltfrieden kritisiert. Das «einseitige Diktat» Washingtons führe zu einer Verschärfung von Konflikten und zur Entwicklung radikaler Regime, sagte Putin in Sotschi.
Zur Story