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US-Einwanderungs-Chef ändert Freiheitsstatue-Gedicht – jetzt mag Trump es besser



Ken Cuccinelli, kommissarischer Leiter der US-Einwanderungbehörde, hat die Inschrift der New Yorker Freiheitsstatue umgedichtet und wird dafür kritisiert. (Archivbild)

Ken Cuccinelli Bild: AP

Der kommissarische Leiter der US-Einwanderungsbehörde, Ken Cuccinelli, ist in die Kritik geraten. Grund ist, dass er die Inschrift der New Yorker Freiheitsstatue umgedichtet hat.

Ken Cuccinelli rezitierte am Dienstag im öffentlich-rechtlichen Sender NPR das auf dem Sockel der Freiheitsstatue eingravierte Gedicht - und gab ihm eine einwanderungskritische Wendung. Das Gedicht «The New Colossus» (Der neue Koloss) der US-Dichterin Emma Lazarus beschreibt die USA als Einwanderernation.

«Die nicht zu einer Belastung werden»

Cuccinelli verteidigte bei NPR die am Montag von US-Präsident Donald Trump vorgestellte Verschärfung bei der Vergabe dauerhafter Aufenthaltsgenehmigungen. Einwanderern, die Sozialleistungen beziehen, sollen die begehrten Green Cards und die US-Staatsbürgerschaft künftig verwehrt werden.

epa01782958 A visitor waves from the crown of the Statue of Liberty in New York, New York, USA,  on 4 July 2009. The statue's crown was reopened to a limited number of visitors today, the American Independence Day, after being closed for security reasons after September 11, 2001.  EPA/JEFF ZELEVANSKY

Bild: EPA

Auf die Frage, ob Lazarus' Gedicht aus dem Jahr 1883 «Teil des amerikanischen Ethos» sei, reagierte Cuccinelli mit einem abgewandelten Vers: «Gebt mir eure Müden und eure Armen, die auf ihren eigenen Beinen stehen und die nicht zu einer Belastung für die Allgemeinheit werden.»

Das Originalgedicht nimmt keinen Bezug auf die wirtschaftliche Selbstständigkeit von Einwanderern. Dort heisst es: «Gebt mir eure Müden, eure Armen, eure geknechteten Massen, die frei zu atmen begehren.»

Politiker der oppositionellen Demokraten kritisierten Cuccinellis Gedichts-Abwandlung scharf. «Unsere Werte sind auf der Freiheitsstatue in Stein gemeisselt. Sie werden nicht ersetzt», schrieb die Senatorin und demokratische Präsidentschaftsanwärterin Elizabeth Warren im Kurzbotschaftendienst Twitter.

«Führe Politik ein»

Die Senatorin Kamala Harris, die sich ebenfalls um die demokratische Präsidentschaftskandidatur bewirbt, erklärte: «Die Vereinigten Staaten werden immer ein Ort bleiben, der Einwanderer und Flüchtlinge willkommen heisst - egal, wie viel Geld sie haben.»

Einige Twitter-Nutzer verwiesen auch auf die Herkunft von Cuccinellis Familie. Ein Nutzer schrieb, er habe eine «leise Ahnung», dass jemand «mit dem Nachnamen 'Cuccinelli' ein oder zwei arme Einwanderer in seinem Stammbaum» haben könnte.

Cuccinelli wehrte sich im Sender CNN gegen die Kritik: «Ich schreibe keine Poesie um, ich führe Politik ein.» Auch Trump verteidigte Cuccinelli: Es gehe um das Prinzip «America Zuerst». «Ich finde es nicht gerecht, wenn der amerikanische Steuerzahler dafür bezahlen muss, dass Menschen in die USA kommen», erklärte der Präsident. (aeg/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mattse73 14.08.2019 18:21
    Highlight Highlight Ein Cuccinelli ändert ein Gedicht Einwandererkritisch...wtf....hätte man die Politik schon bei seinen Vorfahren verschärft könnte er so einen Scheiss heute nicht bringen....
  • Genesis23 14.08.2019 14:15
    Highlight Highlight stellt euch mal vor, wie schön die Welt sein könnte, wenn die Reichen einfach mal die Steuern zahlen würden, die sie auch tatsächlich schuldig sind, anstatt noch mit diversen Tricks die Steuerbelastung zu reduzieren. Dann wäre zum Beispiel auch die USA finanziell weit besser aufgestellt und die ganze Diskussion wäre deutlich weniger hitzig.
  • Marcoluca22 14.08.2019 10:44
    Highlight Highlight Damit es dem Donald gefällt.. woow was man nicht alles macht.

    .....

  • Tjuck 14.08.2019 10:37
    Highlight Highlight «... nicht zu einer Belastung für die Allgemeinheit werden.»

    Das neo-liberale Credo gilt nicht nur für Einwanderer.

    Steuern sparen, Steuern sparen, Reichtum anhäufen, Reichtum anhäufen, Privatisieren, Steuern sparen, Verantwortung ablehnen, …

    Aber Schuld sind natürlich immer die Immigranten, obwohl es auch Bürger gibt, die eine Belastung für die Allgemeinheit sind, aus vielerlei Gründen.

    Ohne Solidarität aber fällt eine Nation früher oder später auseinander.

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