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Von US-Polizist erschossene schwarze Frau war bewaffnet – weil sie sich verteidigen wollte



Anastasia Gonzalez, of Burleson, Texas, leaves a flowers on the front sidewalk of Atatiana Jefferson's home on E. Allen Ave in Fort Worth, Texas, Tuesday, Oct. 15, 2019. Jefferson, a black woman, was shot by a white police officer early Saturday, Oct. 12. (Tom Fox/The Dallas Morning News via AP)

Trauer nach dem Tod von Atatiana Jefferson. Bild: AP

Die von einem weissen US-Polizisten bei einem Einsatz erschossene schwarze Frau war laut Zeugenaussagen während des Vorfalls bewaffnet. Die 28-jährige Atatiana Jefferson, die am Fenster ihres Hauses im texanischen Fort Worth erschossen wurde, hatte eine Handfeuerwaffe bei sich.

Dies heisst es in am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten ersten Ermittlungsergebnissen. Das gehe aus der Aussage des acht Jahre alten Neffen Jeffersons hervor, der während des tödlichen Schusses bei der 28-Jährigen war.

Der dramatische Vorfall hatte sich am vergangenen Freitagabend ereignet. Ein Nachbar rief die Polizei, weil die Tür zu Jeffersons Haus offen stand. Zwei eintreffende Polizisten gingen mit Taschenlampen um das Haus, wie veröffentlichte Körperkamera-Aufnahmen zeigten. Als am Fenster im Inneren des Hauses eine Silhouette erschien, eröffnete der Beamte Aaron Dean das Feuer und traf Jefferson tödlich.

Die Ermittler vernahmen nun den achtjährigen Neffen, der zum Zeitpunkt des Vorfalls ein Videospiel mit der 28-Jährigen spielte. Demnach habe seine Tante ein verdächtiges Geräusch aus dem Garten gehört und daraufhin eine Handfeuerwaffe aus ihrer Handtasche gezogen. Mit der Waffe habe sie in Richtung des Fensters gezielt, bevor sie von dem Polizisten erschossen wurde.

Sofort geschossen

Dean habe sich bei dem Einsatz nicht als Polizist zu erkennen gegeben, heisst es in den Ermittlungsunterlagen weiter. Auf den Aufnahmen der Körperkamera war lediglich zu hören, wie der Polizist rief: «Hände hoch, zeig mir deine Hände» - und dann sofort schoss. Ob er eine Waffe gesehen hatte, blieb zunächst offen.

This undated photo provided by Jefferson's family shows Atatiana Jefferson. A white Fort Worth police officer who shot and killed Jefferson through a back window of her home while responding to a call about an open front door acted without justification and resigned Monday, Oct. 14, 2019, before he could be fired, the police chief said. (Jefferson's family via AP)

Das Opfer Atatiana Jefferson. Bild: AP

Der örtliche Polizeichef Ed Kraus sagte auf einer Pressekonferenz, er halte es für «normal», dass die 28-Jährige eine Waffe bei sich führte, wenn sie mitten in der Nacht Verdächtiges in ihrem Garten wahrnimmt. Zugleich wies er Vorwürfe der Familie der Toten zurück, die Polizei wolle unter Verweis auf die Waffe der 28-Jährigen eine neue Verteidigungsstrategie aufbauen.

Der Polizist Dean wurde nach dem Vorfall festgenommen und des Mordes beschuldigt. Er hat sich aus dem Polizeidienst mittlerweile verabschiedet. In Fort Worth und darüber hinaus hatte der tödliche Schuss Wut und Empörung ausgelöst. Die Polizei untersucht den Vorfall. (aeg/sda/afp)

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21
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21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • schuldig 16.10.2019 19:21
    Highlight Highlight „Stand your ground“ gilt scheinst nicht für Schwarze und Frauen? Oder hätte Sie schneller sein müssen?
    OMG was für ein krankes Land!
    Mein Beileid
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 16.10.2019 16:38
    Highlight Highlight Die besten Polizisten in den USA sind immernoch welche Kriegdienst geleisten hatten.
  • Sam12 16.10.2019 14:05
    Highlight Highlight Da soll mir einer sagen, es sei förderlich, wenn jeder eine Schusswaffe hätte, um sich zu verteidigen. Der Schuss kann auch sprichwörtlich nach hinten losgehen. Mein aufrichtiges Beileid für die Verstorbene.
  • Scaros_2 16.10.2019 13:09
    Highlight Highlight Ist das jetzt so ein Fall wo mehr waffen genau dazu führten das jemand stirbt und nicht sichert?
    • Aurum 16.10.2019 14:08
      Highlight Highlight Psst. nicht so laut, sonst empörts du noch jemanden.
  • AndiCartoon 16.10.2019 13:05
    Highlight Highlight Das kranke amerikanische Prinzip, mehr Schusswaffen bringen mehr Sicherheit, hat sich wieder bewahrheiten. Wer zuerst schiesst überlebt. So krank argumentieren die Propagandisten der NRA. Der Wahnsinn geht weiter - täglich. 120 Schusswaffen pro 100 Einwohner - ein grossartiges Geschäftsmodell. Wer verdient hier? Wer Waffen bereit stellt und damit Geld verdient trägt die volle Verantwortung - Punkt!
  • thelastpanda 16.10.2019 12:43
    Highlight Highlight Der Neffe sagt also aus, dass sie eine Waffe dabei hatte und die Familie beschuldigt die Polizei, damit den Polizisten entlasten zu wollen? Das ganze ist wieder eine Geschichte, welche nur aus den USA stammen kann.
    • Count Suduku 16.10.2019 14:46
      Highlight Highlight Diese Geschichte könnte überall passieren, es war ein klarer Fehler des Polizisten sich nicht als Polizist kenntlich zu machen. Der Schuss fiel wenige Zehntel Sekunden nachdem er nicht allzu deutlich seine Aufforderung brüllte.
    • Hugo Hugentobler 16.10.2019 18:57
      Highlight Highlight Auch sich als Polizist zu erkennen geben hätte wohl nicht mehr geholfen. Die Frau hätte wohl nur eine Silhouette gesehen und geschossen, da sie die Waffe ja schon oben hatte. Ist ja legal in den USA. Zudem würde ein Einbrecher wahrscheinlich auch auf die Idee kommen, sich als Polizist auszugeben. Das Problem liegt hier einzig und allein darin, dass zwei Menschen legal Pistolen aufeinander richten dürfen. Tragischer Vorfall, aber der Polizist konnte in dieser Situation nicht viel grossartig anders reagieren. Jeder der das Gegenteil behauptet, soll mal in den Lauf einer Waffe schauen.
    • thelastpanda 16.10.2019 23:30
      Highlight Highlight Es geht mir nicht nur um den Fehler des Polizisten, sondern um die gesamte Waffenmentalität der Amis. Vermutlich ein Einbrecher im Garten? Wieso die Polizei anrufen, wenn man eine Waffe Zuhause hat und ihn erschiessen kann? Und die Polizisten leben jeden Tag im Wissen, dass es ihr letzter sein könnte, wenn sie einmal langsamer reagieren und der andere schneller ist mit Waffe ziehen und schiessen. Also wird die Waffe von vornherein gezogen und im Zweifel geschossen, bevor Fragen gestellt werden. Die ganze Situation ist aus meiner Sicht einfach nur krank.
  • Gawayn 16.10.2019 12:36
    Highlight Highlight Ich finde es auch tragisch.
    Da wird ein noch junger Mensch
    Einfach so, von Beamten aus dem
    Leben gerißen.

    Doch das ist der Fluch der Waffen.
    Es steht schon in der Bibel:
    "Wer zum Schwert greift, kommt durch das Schwert um..."
    Das gilt auch heute noch.

    Vor allem, wenn man als Polizist, in den USA, davon ausgehen muß, das jede Person eine Waffe trägt.

    Auch wenn es brutal klingt
    Was soll der Beamte tun, da hat eine Person was in der Hand, könnte auf einen zielen?
    In weniger als 1 Sekunde entscheiden.
    Leben, oder Tod...
    • Special K 16.10.2019 15:16
      Highlight Highlight Ein Nachbar hat die Polizei gerufen, um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist, weil die Türe offen stand.

      Er hätte zur Türe gehen, anklopfen, sich zu erkennen geben und fragen können, ob alles in Ordnung sei.

      Aber nein, er schleicht mitten in der Nacht um das Haus herum.

      Der Polizist verhält sich unprofessionell und das hat fatale Folgen. Wenn er Angst hat, an die Türe zu klopfen und gleich bei der kleinsten Bewegung losballert, ist er im falschen Beruf.
    • Rolf stühlinger (1) 16.10.2019 15:44
      Highlight Highlight Vorallem muss er sich als polizist zu erkennen geben! Polizei!! Zeigen sie ihre hände! Das währe das korrekte vorgehen. Aber ist ja wieder nur ne schwarze frau die sterben musste. Schon seltsam das cops bei weissen nicht so nervös sind.
    • Til 16.10.2019 16:19
      Highlight Highlight Ein Blitz für den Bibelspruch.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dschutsch 16.10.2019 12:34
    Highlight Highlight Echt traurig in was für einer riesen kriese die USA steckt, jeder muss den Revolverhelden spielen weil jeder angst hatt das er sonst selbst dran ist. Hinzu kommen noch jene leute die ihre Macht ausnützen und missbrauchen.

  • AdiB 16.10.2019 12:11
    Highlight Highlight Was ist den das für ein vorgehen der polizei. Die frau wusste ja nicht wer da ist und auch nach seinem "hände hoch!" Weiss msn nicht obs die polizei ist geschweige gab er zeit sich zu erklären sondern schoss gleich.

    Aber auch die nachbarn, wieso gleich pomizei rufen? Wieso nicht mal telefonisch den nachbarn anrufen? Wenn man die nr nicht kennt gibts ja immer noch eine hotline oder telefonbuch.

    Mein beileid den hiterbliebenen.

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