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«Sie sind Diebe»: Trump will Journalisten zur Rückgabe von Pulitzer-Preisen zwingen

08.05.2020, 06:56

Nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump sind einige Journalisten zu Unrecht mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. «Sie sind keine Journalisten. Sie sind Diebe», sagte Trump am Donnerstag im Weissen Haus.

Donald Trump am Donnerstag im Weissen Haus.
Donald Trump am Donnerstag im Weissen Haus.Bild: AP

Er bezog sich auf die Berichterstattung über mögliche russische Einflussnahme auf die US-Wahl 2016. Einige Journalisten hätten über Jahre versucht, ihn «reinzulegen», und diese «sollten gezwungen werden, diese Pulitzer-Preise abzugeben», sagte Trump und behauptete: «Es war alles Fake News.» Die Journalisten seien eine «Schande», sollten sie die Preise nicht zurückgeben. Namen von Medien oder Journalisten nannte er nicht.

Die «Washington Post» und die «New York Times» waren 2018 für ihre Berichterstattung über eine mögliche russische Einflussnahme auf die US-Wahl 2016 und angebliche Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Vertretern Russlands ausgezeichnet worden.

Keine Belege für Geheimabsprachen

Eine im vergangenen Frühjahr abgeschlossene Untersuchung des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller hatte keine Belege für solche Geheimabsprachen gefunden. Trump bezeichnet die Ermittlungen zur Russlandaffäre immer wieder als «Hexenjagd».

In diesem Jahr wurde die «New York Times» erneut für ihre Russland-Berichterstattung ausgezeichnet, die sich auf Präsident Wladimir Putin und den russischen Einfluss auf Konflikte in verschiedenen Teilen der Welt konzentrieren.

Der US-Präsident hat schon mehrfach die Rückgabe von Pulitzer-Preisen für die aus seiner Sicht falsche Russland-Berichterstattung gefordert. Mit kurz nach ihrer Veröffentlichung gelöschten Tweets hatte Trump im April den Eindruck erweckt, den Nobelpreis nicht vom Pulitzer-Preis unterscheiden zu können. Später stellte er dies als Wortspiel und Sarkasmus dar.

Entwicklung im Fall Flynn als Auslöser

Anlass für Trumps neuerliche verbale Attacke auf Journalisten waren die jüngsten Entwicklungen im Fall des ehemaligen Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn. Am Donnerstag wurde bekannt, dass das US-Justizministerium ein Ende eines Verfahrens gegen Flynn eingeleitet hat. Flynn hatte im Zuge der Russland-Ermittlungen eingeräumt, die Bundespolizei FBI belogen zu haben. Im Januar hatte Flynn beantragt, sein Geständnis zurückzuziehen. (sda/dpa)

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43 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Füürtüfäli
08.05.2020 08:02registriert März 2019
Wieviele Republikaner braucht man, um eine kaputte Glühbirne auszutauschen? Keinen einzigen. Trump erklärt einfach, dass die Glühbirne wieder funktioniert und die Republikaner klatschen begeistert Beifall im Dunkeln.

Hoffentlich hat dieser Spuk dieses Jahr ein Ende.
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α Virginis
08.05.2020 07:53registriert März 2017
So langsam kann man da sagen "Im Westen nichts Neues".
Der Typ ist mehr damit beschäftigt, rundherum irgendwelche Nebelgranaten zu werfen und Leute, die ihre Arbeit seriös machen, anzugreifen.

Der kranke Narziss ist unfähig, die wirklichen Probleme seines Landes anzugehen, dafür zettelt er eine Unzahl an Nebenschauplätzen an, um von seinem eigentlichen Motiv abzulenken, der blanken Gier nach Macht ohne Legitimation.
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ChiliForever
08.05.2020 07:50registriert November 2016
Der ist wie ein beleidigte, fünfjähriges Kind...
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